Bahnstrecke Crailsheim–Heilbronn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Hohenlohebahn)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Crailsheim–Heilbronn Hbf
Strecke der Bahnstrecke Crailsheim–Heilbronn
Kursbuchstrecke (DB): 710.4 (Stadtbahn Heilbronn)
783
785 Stuttgart–Schwäbisch Hall-Hessental–Crailsheim
Streckennummer (DB): 4950
Streckenlänge: 88,2 km
Stromsystem: ab Öhringen-Cappel: 15 kV 16,7 Hz ~
Betriebsstellen und Strecken[1][2]
Strecke – geradeaus
Strecke von Nürnberg
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
Taubertalbahn von Wertheim
Bahnhof, Station
30,4 Crailsheim 409 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Obere Jagstbahn nach Goldshöfe
   
36,2 Maulach
Haltepunkt, Haltestelle
40,8 Eckartshausen-Ilshofen
   
42,3 Gaugshausen
   
44,7 Großaltdorf
   
47,9 Vellberg
Brücke über Wasserlauf (groß)
Bühler
Bahnhof ohne Personenverkehr
51,9 Sulzdorf
Bahnhof, Station
57,7 Schwäbisch Hall-Hessental 371 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Strecke nach Waiblingen
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
58,7 Hessentaler Tunnel (143 m)
   
59,9 Michelbach (Bilz)
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
62,2 Tullauer Tunnel (129 m)
Brücke über Wasserlauf (groß)
Kocher
Bahnhof, Station
64,7 Schwäbisch Hall 306 m
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
66,4 Haller Tunnel (72 m)
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
66,5 Gottwollshauser Tunnel (287 m)
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
69,1 Wackershofener Tunnel (78 m)
Haltepunkt, Haltestelle
69,6 Wackershofen
   
71,2 Gailenkirchen (Württ)
   
75,7 Kupfer
   
Kochertalbahn von Forchtenberg (bis 1995)  
Bahnhof, Station
79,4 Waldenburg (Württ) 351 m
Haltepunkt, Haltestelle
85,0 Neuenstein
S-Bahnhalt…
90,1 Öhringen-Cappel
   
90,8 Öhringen Römerwall (ab ~2013)[3]
   
91,9 Öhringen Hbf 235 m
Brücke über Wasserlauf (groß)
Ohrn
S-Bahnhalt…
93,3 Öhringen West
S-Bahnhalt…
96,0 Bitzfeld
S-Bahnhalt…
97,9 Bretzfeld
S-Bahnhalt…
99,2 Scheppach
S-Bahnhalt…
100,8 Wieslensdorf
S-Bahnhof
102,4 Eschenau (b Heilbronn)
S-Bahnhalt…
104,3 Affaltrach
S-Bahnhalt…
105,9 Willsbach
S-Bahnhalt…
106,5 Sülzbach Schule
S-Bahnhalt…
107,4 Sülzbach
Brücke über Wasserlauf (groß)
Sulm
S-Bahnhalt…
109,2 Ellhofen
S-Bahnhalt…
110,0 Weinsberg/Ellhofen Gewerbegebiet
   
111,4 Weinsberg 193 m
S-Bahnhalt…
112,5 Weinsberg West
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
113,5 Weinsberger Tunnel (891 m)
S-Bahnhalt…
114,4 Heilbronn Trappensee
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Innenstadtstrecke Stadtbahn Heilbronn
   
Bottwartalbahn von Marbach (bis 2000)
   
115,8 Heilbronn Abzw Pfühl
   
116,1 Heilbronn Karlstor (bis 2003)
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
Frankenbahn von Würzburg
Brücke über Wasserlauf (groß)
Neckar
Bahnhof, Station
118,6 Heilbronn Hbf 158 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Frankenbahn nach Stuttgart
Strecke – geradeaus
Kraichgaubahn nach Karlsruhe
Stadtbahn-Triebwagen am Haltepunkt Wieslensdorf
Regional-Express mit Doppelstockwagen auf dem Öhringer Viadukt
Bahnübergang in Weinsberg 2003, vor der Elektrifizierung

Die Bahnstrecke Crailsheim–Heilbronn ist eine zweigleisige, 88,2 km lange Hauptbahn im Nordosten Baden-Württembergs, die von Crailsheim nach Heilbronn führt. Die Strecke ist abschnittsweise elektrifiziert. Die Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen eröffneten die seinerzeit als Kocherbahn bezeichnete Strecke ausgehend von Heilbronn 1862 bis Schwäbisch Hall und 1867 bis Crailsheim.

In Anlehnung an den Namen der durchquerten Region Hohenlohe vermarktet die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg das durchgehende Zugangebot auf der Strecke als Hohenlohebahn (Kurchbuchstrecke 783), während der Abschnitt bis Schwäbisch Hall-Hessental zusätzlich auch Teil der Murrbahn (Linie Stuttgart–Crailsheim, KBS 785) ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Städte Crailsheim, Heilbronn, Künzelsau und Weinsberg wandten sich im Februar und März 1857 mit der Bitte um Bahnanschluss an König und Ständeversammlung Württembergs. Im April empfahl die württembergische Abgeordnetenkammer den Bau einer Bahnlinie Heilbronn–Crailsheim–Nürnberg. Im Mai 1858 sprach sich die Ständeversammlung für die Streckenführung über Weinsberg und Öhringen nach Crailsheim aus. Diese Variante, vorgeschlagen von der Amtsversammlung des Oberamtes Weinsberg und der Bevölkerung des Weinsberger Tales, war die längste von dreien und wegen des notwendigen Baus des 891 m langen Weinsberger Tunnels zwischen Heilbronn und Weinsberg wesentlich teurer, hatte aber den Vorzug, dass alle größeren Orte des Weinsberger Tales und nicht zuletzt Weinsberg selbst angebunden werden konnten. Der Streckenabschnitt Heilbronn–Schwäbisch Hall wurde am 4. August 1862 eröffnet, der Abschnitt Schwäbisch Hall–Crailsheim am 10. Dezember 1867. Planung und Bau der Strecke wurden durch Carl Julius Abel geleitet. Die ursprünglich eingleisige Strecke wurde 1887 bis 1890 zweigleisig ausgebaut.

Die neugebaute Murrtalbahn wurde im Jahr 1879 an die Kocherbahn in der damaligen Nachbargemeinde Hessental angeschlossen und nicht am Bahnhof der Stadt Schwäbisch Hall selbst. Dies war für die Stadt nachteilig, wurde doch für die Fahrt nach Stuttgart der Umweg über Hessental erforderlich. Andererseits ist dadurch die Verbindung Stuttgart-Nürnberg kürzer. Hessental entwickelte sich in der Folge zum wichtigeren Bahnhof im heutigen Schwäbisch Hall, obwohl er von der Innenstadt ca. 4 km entfernt liegt.

Im Bundesverkehrswegeplan 1985 war der Abschnitt Crailsheim–Schwäbisch Hall-Hessental Teil der Ausbaustrecke Nürnberg–Stuttgart.[4] Im Rahmen des Projekts waren zwischen Schwäbisch Hall-Hessental und Crailsheim Linienverbesserungen und Signalanpassungen vorgesehen, um die Streckengeschwindigkeit auf maximal 200 km/h zu erhöhen.[5] Das Projekt wurde in den folgenden Bundesverkehrswegeplan 1992 nicht übernommen.

Der Abschnitt zwischen Crailsheim und Schwäbisch Hall-Hessental wurde 1996 im Rahmen des elektrischen Ausbaus der Murrbahn elektrifiziert.

(Teil-)Ausbau als S-Bahn-Strecke[Bearbeiten]

Seit Dezember 2005 verkehrt die Heilbronner Stadtbahn bis nach Öhringen-Cappel. Dazu wurde die Strecke zwischen Heilbronn und Öhringen erstmals elektrifiziert, und es entstanden acht neue Haltepunkte. Um eine kostengünstigere Durchführung der Bauarbeiten zu ermöglichen, ruhte zwischen Juni 2003 und Dezember 2005 der gesamte Schienenverkehr zwischen Öhringen und Heilbronn, dieser Abschnitt wurde in der Zwischenzeit per Schienenersatzverkehr bedient, somit konnten nach Angaben der Deutschen Bahn Mehrkosten in Höhe von 4 Mio. € vermieden werden.[6] Trotz dieser Maßnahme kam es wiederholt zu ungeplanten Mehrkosten und Verzögerungen beim Umbau der Strecke.

Auch nach dem Stadtbahn-Ausbau ist die Deutsche Bahn AG nach wie vor Betreiberin der Strecke, die sie über ihr Tochterunternehmen Westfrankenbahn auch mit Regional-Express-Zügen zwischen Heilbronn und Crailsheim sowie mit Regionalbahnen zwischen Öhringen und Schwäbisch Hall-Hessental bedient. Der S-Bahn-Verkehr zwischen Heilbronn und Öhringen wird durch die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft bedient, die dafür Stadtbahn-Triebwagen vom Typ GT8-100C/2S und GT8-100D/2S-M einsetzt. Für den Regional-Express werden seit Dezember 2008 planmäßig Triebwagen der Baureihe 642 und der Baureihe 628 eingesetzt, für die Regionalbahn zwischen Öhringen und Schwäbisch Hall-Hessental weiterhin meist Triebwagen der Baureihe 628, die zuvor auch zwischen Heilbronn und Öhringen zum Einsatz gekommen waren.[7] Zwischen Heilbronn und Öhringen gibt es darüber hinaus morgens im Berufsverkehr ein zusätzliches lokbespanntes Zugpaar.

Zwischen Mitte März und Anfang Juni 2013 wurde der Bahnsteig des Bahnhofs Schwäbisch Hall modernisiert und auf eine Höhe von 55 Zentimetern angehoben.[8]

Güterverkehr[Bearbeiten]

Seit der Wiedereröffnung der Strecke zwischen Öhringen und Heilbronn im Dezember 2005 wird auch wieder der Öhringer Verpackungs-Hersteller Huber täglich von Heilbronn aus mit einer Rangierlok bedient.[9] Darüber hinaus gibt es zwischen Crailsheim und Hessental durchgehende Güterzüge in der Relation Nürnberg–Kornwestheim Rbf.[10]

Innenstadtstrecke der Heilbronner Stadtbahn[Bearbeiten]

Zwischen den Haltestellen Heilbronn Trappensee und Karlstor befindet sich seit 2005 die Rampe, über die die Heilbronner Stadtbahn in die Innenstadt abzweigt. Nach der Haltestelle Bahnhofsvorplatz fährt die Stadtbahn über eine niveaugleiche Kreuzung der Frankenbahn auf der Kraichgaubahn in Richtung Karlsruhe weiter.

Fahrgastzahlen[Bearbeiten]

Laut Erhebungen der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) nutzten im Jahr 2008 täglich 13.400 Fahrgäste die Stadtbahnen auf der Strecke zwischen Heilbronn und Öhringen.[11] Die Fahrten der DB Regio wurden täglich von rund 700 Fahrgästen genutzt, vor Stadtbahneinführung im Jahr 2002 waren es 585.[7]

Zukunft[Bearbeiten]

Eine Verlängerung der Stadtbahn über Öhringen-Cappel hinaus bis nach Waldenburg oder Schwäbisch Hall ist (Stand 2008) in der öffentlichen Diskussion. Eine Anbindung Künzelsaus von Waldenburg aus wurde ab 2008 untersucht.[12][13] Jedoch beschloss der Hohenloher Kreistag im Jahr 2012, diese Pläne wegen prognostizierter ungenügender Wirtschaftlichkeit nicht weiter zu verfolgen.[14]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Klaus Bindewald: Die Stadtbahn Heilbronn: Schienenverkehr zwischen Eppingen und Öhringen. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2005, ISBN 3-89735-416-0.
  •  Christhard Schrenk: Mit dem Dampfroß vom Neckar zum Kocher. 125 Jahre Eisenbahnlinie Heilbronn-Schwäbisch Hall. Stadtarchiv Heilbronn, Heilbronn 1987, ISBN 3-928990-31-4 (Kleine Schriftenreihe des Archivs der Stadt Heilbronn. Heft 18, PDF).
  •  Hohenloher Freilandmuseum e.V. (Hrsg.): Rasender Roland auf Schienen - 150 Jahre Hohenlohebahn; Begleitheft zur Ausstellung (= Kleine Schriften. Band 20). Schwäbisch Hall 2012 (44 Seiten, viele Bilder).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hohenlohebahn – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Eisenbahnatlas Deutschland 2007/2008. 6. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2007, ISBN 978-3-89494-136-9.
  2. Informationen und Bilder zu den Tunneln der Strecke 4950 auf www.eisenbahn-tunnelportale.de
  3.  Ralf Reichert: Bahn frei für Haltestelle am Römerwall. In: Hohenloher Zeitung. 27. August 2009 (bei stimme.de, abgerufen am 13. September 2009).
  4.  Wilhelm Linkerhägner: Bundesverkehrswegeplanung '85. In: Die Bundesbahn. 66, Nr. 10, 1990, ISSN 0007-5876, S. 933–936.
  5.  Industrie- und Handelskammern in Baden-Württemberg (Hrsg.): Schienen der Zukunft in Baden-Württemberg. Denkschrift der Arbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern in Baden-Württemberg. Mannheim Dezember 1986, S. 56.
  6. der schienenbus. 5/2004, S. 89
  7. a b  Hartmut Hölscher: Rund 700 Fahrgäste jeden Tag. In: Heilbronner Stimme. 9. Januar 2009 (bei stimme.de, abgerufen am 9. Januar 2009).
  8. http://www.swp.de/schwaebisch_hall/lokales/schwaebisch_hall/art1188139,2032994
  9. der schienenbus. 4/2006, S. 75
  10. Güterzugfahrzeiten auf der Kursbuchstrecke 784. (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original, abgerufen am 20. August 2006. (Seite nicht mehr abrufbar; Suche im Webarchiv)[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.gueterzugkursbuch.de
  11.  Joachim Kinzinger: Täglich 13.400 Fahrgäste. In: Hohenloher Zeitung. 3. Dezember 2008 (bei stimme.de, abgerufen am 3. Dezember 2008).
  12.  Matthias Stolla: Zug ist noch nicht abgefahren. In: Hohenloher Zeitung. 27. November 2008 (bei stimme.de, abgerufen am 18. Januar 2009).
  13.  Hagen Stegmüller: Gemeinden fürchten Kosten. In: Hohenloher Zeitung. 20. Dezember 2008 (bei stimme.de, abgerufen am 18. Januar 2009).
  14.  Matthias Stolla: Kreistag legt Kochertalbahn auf Eis. In: Hohenloher Zeitung. 17. Juli 2012 (bei stimme.de, abgerufen am 7. August 2012).