Hohenrain

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Hohenrain (Begriffsklärung) aufgeführt.
Hohenrain
Wappen von Hohenrain
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern (LU)
Wahlkreis: Hochdorf
BFS-Nr.: 1032i1f3f4
Postleitzahl: 6276
UN/LOCODE: CH HOH
Koordinaten: 666638 / 22594547.1811088.31778609Koordinaten: 47° 10′ 52″ N, 8° 19′ 4″ O; CH1903: 666638 / 225945
Höhe: 609 m ü. M.
Fläche: 23.52 km²
Einwohner: 2418 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 103 Einw. pro km²
Website: www.hohenrain.ch
Karte
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Hohenrain ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Hochdorf des Kantons Luzern in der Schweiz. Auf den 1. Januar 2007 wurde die Fusion mit der Gemeinde Lieli LU rechtskräftig. Die neue Gemeinde heisst weiterhin Hohenrain.

Geographie[Bearbeiten]

Hohenrain liegt im Osten, Nordosten und Norden von Hochdorf. Zur Gemeinde gehören das Dorf sowie zahlreiche Ortsteile, Weiler, Häusergruppen und Einzelgehöfte.

Das Dorf selber liegt auf einem südwestwärts liegenden Hang des Lindenbergs. Gleich nördlich des Dorfs liegt in einer Entfernung von 700 m der Weiler Günikon (579–596 m.ü.M.). Durch diese Siedlung fliesst der Stegbach . Nordnordöstlich von Günikon liegt eine grössere Waldpartie, der Güniker Tannwald. Südöstlich des Dorfs – in einer Distanz von 600 m – liegt der Weiler Oberebersol (570 m.ü.M.). Östlich von Oberebersol liegen der Grütwald, der Oberebersolerwald und der Hiltiwald.

Weiter südlich an der Strasse Hohenrain-Ballwil liegt der Ortsteil Ottenhusen (2 km südsüdöstlich vom Dorf, nahe Ballwil; 526 m.ü.M.). An der Grenze zum Kanton Aargau im Osten von Ottenhusen liegen der Tannwald und der Steinbruchwald. Nahe Hochdorf, 1,2 km südwestlich von Hohenrain, trifft man auf den Weiler Unterebersol (530 m.ü.M.).

Im Nordwesten der Gemeinde liegt der Ortsteil Kleinwangen, der aus mehreren Teilen besteht (Unterdorf, Rütihubel und Oberdorf; 520–595 m.ü.M.). Gleich südwestlich von Kleinwangen finden wir den heute mit dem Unterdorf zusammen gewachsenen Weiler Ferren (499 m.ü.M.). Durch beide fliesst der Spittlisbach (dem Baldeggersee zu). Zwei weitere Bäche fliessen nördlich von Kleinwangen und Ferren in südwestlicher Richtung dem Baldeggersee zu: der Höhebach und der Scheidbach. Ein Teil des Laufs des Letzteren bildet die Gemeindegrenze zu Gelfingen. Nordöstlich von Kleinwangen-Oberdorf liegen der Buchwald und der Wanger Tannwald, in welchem sowohl der Spittlis- wie der Höhebach entspringen.

Die vom Dorf am weitesten entfernten Häusergruppen sind Sennenmoos (hinter dem Chramiswald; 3,7 km südöstlich des Dorfs) und Ober-Ilau (höchster Punkt der Gemeinde auf 807 m.ü.M.; 3,6 km nördlich des Dorfs).

Vom Gemeindeareal von beinahe 20 km² wird 76,7 % landwirtschaftlich genutzt. 17,5 % sind mit den oben erwähnten Wäldern bedeckt und 5,9 % Siedlungsfläche.

Hohenrain grenzt im eigenen Kanton an Ballwil, Hitzkirch und Hochdorf. Im Osten grenzt es an die aargauischen Gemeinden Abtwil, Auw, Beinwil (Freiamt) und Sins.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1798 1'228
1816 1'741
1850 2'008
1870 1'793
1900 1'685
1920 2'094
1970 2'014
1980 1'929
2000 2'240
2005 2'357
2010 2'365

Die Zahl der Einwohner stieg zwischen 1798 und 1850 stark an (1798–1850:+63,5 %). Dann setzte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine massive Abwanderung in die Industriegebiete ein (1850–1900:−16,1 %). Besonders stark war diese zwischen 1850 und 1870. Von 1900 bis 1920 gab es ein starkes Bevölkerungswachstum (1900–1920:+24,3 %). Dann stabilisierte sich die Zahl der Bewohner bis 1970 bei 2'000–2'100 Bewohnern. In den 1970er-Jahren fiel sie nochmals leicht – und wuchs dann bis zur Jahrtausendwende auf einen historischen Höchststand an. Seither ist die Einwohnerzahl leicht schwankend.

Sprachen[Bearbeiten]

Die Bevölkerung benutzt als Umgangssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 95,98 % Deutsch, 1,12 % Albanisch und 0,49 % Portugiesisch als Hauptsprache an.

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten]

In früheren Zeiten gehörten alle Bewohner der Römisch-Katholischen Kirche an. Durch Kirchenaustritte und Zuwanderung aus anderen Regionen der Schweiz und dem Ausland hat sich dies geändert. Heute (Stand 2000) gibt es 83,21 % römisch-katholische und 7,63 % evangelisch-reformierte Christen. Daneben findet man 3,75 % Konfessionslose, 1,29 % Muslime und 0,67 % Angehörige anderer nichtchristlicher Religionen (meist Hindus tamilischer Herkunft). Die Muslime sind albanischer, kurdischer und türkischer Abstammung.

Herkunft – Nationalität[Bearbeiten]

Ende 2006 waren von den 2'343 Einwohnern 2'210 Schweizer und 133 (=5,7 %) Ausländer. Anlässlich der letzten Volkszählung waren 92,05 % (einschliesslich Doppelbürger 94,42 %) Schweizer Staatsangehörige. Die grössten Einwanderergruppen kommen aus Serbien-Montenegro (meist Albaner), Italien, Deutschland, Sri Lanka, Portugal und der Türkei.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist durch die Buslinie Hochdorf–Hohenrain–Hochdorf ans Netz des Öffentlichen Verkehrs angeschlossen. In Hochdorf liegt die nächstgelegene Bahnstation (an der Linie Luzern–Lenzburg).

Hohenrain liegt an keiner wichtigen Strassenverbindung. Von Ballwil führt eine Strasse in nördlicher Richtung bis Hämikon. Ausserdem gibt es eine Strasse hinunter nach Hochdorf. Die nächstgelegenen Autobahnanschlüsse sind Sempach in 12 Kilometer und Emmen-Nord in 16 Kilometer Entfernung. Beide liegen an der A2.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Johanniterkommende Hohenrain

Wie der Fund eines Waffenlagers im Gebiet Oberillau aus der Bronzezeit belegt, war die Gemeinde vermutlich schon früh besiedelt. Bei Oberebersol wurden Skelettgräber aus der La-Tene-Zeit entdeckt. Und in Ottenhusen wurden die Fundamente einer römischen Villa samt einer Bronzestatue des Gottes Merkur (aus der Zeit des Kaisers Trajan) freigelegt.

In historischer Zeit wird der Ortsteil Ferren als Erster namentlich erwähnt. Er ist im Jahr 893 als Besitztum der Fraumünsterabtei Zürich aufgeführt. Ums Jahr 1182 entstand die Kommende Hohenrein des Johanniterordens. Alle heutigen Ortsteile unterstanden der Herrschaft dieser Kommende. Bis 1413 steht sie unter der Oberherrschaft der Habsburger. In diesem Jahr wird ein Burgrechtsvertrag mit der Stadt Luzern abgeschlossen. Da in den Jahren 1523 bis 1542 kein Komturmeister in Hohenrain anwesend ist, übt in dieser Zeit Luzern die Hoheit aus. Im Jahr 1798 kommt die Komturei zum Distrikt Hochdorf, ab 1803 als Gemeinde zum neu geschaffenen Amt Hochdorf. Die Kommende wird 1807 liquidiert und 1847 in den historischen Gebäuden eine Taubstummenanstalt eingerichtet, die bis heute besteht.

Ortsteile[Bearbeiten]

Ottenhusen[Bearbeiten]

St. Johannes-Kapelle Wann die erste Kapelle errichtet wurde, ist nicht bekannt. Es ist möglich, dass sie bereits im 17. Jahrhundert entstanden, wie der Historiker Konrad Lütolf 1902 im Geschichtsfreunde schrieb. Damals wurden in der Innerschweiz viele Kapellen erbaut. Das Patrozinium Johannes des Täufers geht auf die Johanniterkommende Hohenrain zurück. Bis zur Zuteilung nach Ballwil um 1812 gehörte Ottenhusen zur alten Pfarrei Hochdorf. Die Kapelle wird erstmals im ältesten Buch der Korporation erwähnt. Es ist dies ein 1762 begonnenes Zinsbuch. Am 19. Juli 1840 beschloss die Korporationsgemeinde Ottenhusen, die Kapelle neu zu erbauen und jene Kosten zu übernehmen, die nicht von Wohltätern beigesteuert würden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Josef Leu (1800–1845), Schweizer Politiker
  • Franziska Dosenbach (1832–1917), geboren in Kleinwangen, die spätere Gründerin des Schuhhauses Dosenbach

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hohenrain – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)