Hohenroda

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Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde Hohenroda in Hessen. Zum gleichnamigen Ortsteil der sächsischen Gemeinde Schönwölkau siehe Hohenroda (Schönwölkau).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hohenroda
Hohenroda
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hohenroda hervorgehoben
50.8077777777789.9227777777778340Koordinaten: 50° 48′ N, 9° 55′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Hersfeld-Rotenburg
Höhe: 340 m ü. NHN
Fläche: 35,74 km²
Einwohner: 3114 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 87 Einwohner je km²
Postleitzahl: 36284
Vorwahl: 06676
Kfz-Kennzeichen: HEF, ROF
Gemeindeschlüssel: 06 6 32 010
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schloßstraße 45
36284 Hohenroda
Webpräsenz: www.hohenroda.de
Bürgermeister: Andre Stenda (unabhängig)
Lage der Gemeinde Hohenroda im Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Thüringen Vogelsbergkreis Landkreis Fulda Schwalm-Eder-Kreis Werra-Meißner-Kreis Alheim Rotenburg an der Fulda Cornberg Nentershausen (Hessen) Bebra Bebra Wildeck Heringen (Werra) Philippsthal (Werra) Friedewald (Hessen) Ludwigsau Neuenstein (Hessen) Hohenroda Schenklengsfeld Schenklengsfeld Hauneck Haunetal Niederaula Kirchheim (Hessen) Breitenbach am Herzberg Ronshausen Bad HersfeldKarte
Über dieses Bild

Hohenroda ist eine Gemeinde im Landkreis Hersfeld-Rotenburg in Osthessen (Deutschland) an der Landesgrenze zu Thüringen.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der sogenannten Kuppenrhön. Die höchste Erhebung des Hessischen Kegelspiels, der Soisberg liegt an der westlichen Gemeindegrenze.

Die nächstgrößeren Städte sind Bad Hersfeld (etwa 20 km nordwestlich) und Fulda (etwa 32 km südwestlich).

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Hohenroda grenzt im Norden an die Gemeinde Philippsthal (im Landkreis Hersfeld-Rotenburg), im Osten an die Gemeinde Unterbreizbach, im Südosten an die Gemeinde Buttlar (beide im thüringischen Wartburgkreis), im Süden an die Gemeinde Eiterfeld (im Landkreis Fulda), im Westen an die Gemeinde Schenklengsfeld sowie im Nordwesten an die Gemeinde Friedewald (beide im Landkreis Hersfeld-Rotenburg).

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Ausbach, Glaam, Mansbach, Oberbreitzbach, Ransbach und Soislieden.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Kirche in Mansbach

Die Gemeinde Mansbach wurde 1232 das erste Mal urkundlich erwähnt und ist vermutlich seit ihrer Entstehung von der buchischen Ritterschaft von Mansbach abhängig. Ransbach folgte mit seiner Ersterwähnung im Jahre 1254, als Dorf des Amtes Landeck.

Die Herren von Mansbach bauten hier eine halb selbstständige Kleinherrschaft auf, in dem sie Beziehungen zu den benachbarten Abteien Fulda und Hersfeld und den Landgrafen von Hessen ausnutzen konnten.

Die Burg Mansbach wurde durch Abt Bertho IV. von Fulda zwischen 1274 und 1286 zerstört. Nach dem Wiederaufbau war es im 14. und 15. Jahrhundert zeitweise ein Lehen und mal ein Allod. Im Jahre 1364 erhielten die Mansbachs von der Abtei Fulda die Gerichtsbarkeit über den Ort. Im Jahre 1662 kauften die Herren von Geyso Grundbesitz von den Mansbachs und bauten hier ein Schloss. Bis zur Mediatisierung 1806 war das Dorf von der Abtei Fulda als landsässig beansprucht, es bestand aber praktisch aus drei reichsfreien Rittergütern.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Fabrikant Adolf Hupertz (damals auch Besitzer der Burg Rieneck) Besitzer von 1.700 Morgen Grundbesitz zwischen Mansbach, Glaam und Oberbreitzbach. Er machte daraus ein Hofgut und nannte das Gut, bzw. den Gutsbezirk Hohenroda, das von nun an zur Gemeinde Oberbreitzbach gehörte. Zwischen 1907 bis 1909 ließ sich Hupertz im Gutsbezirk ein Herrenhaus mit Parkanlagen errichten. Er nannte die Anlage Schloss Hohenroda. Als am 1. Februar 1971 die Großgemeinde gegründet wurde, ging der Name der Hofgutes bzw. des Schlosses auf die Gemeinde über. Seit 1988 befindet sich auch der Verwaltungssitz der Gemeinde in dem ehemaligen Herrenhaus.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Die Gemeinde Hohenroda entstand am 1. Februar 1971 durch den Zusammenschluss der Gemeinden Mansbach (Landkreis Hünfeld) und Ransbach. Am 1. Februar 1972 kam noch die Gemeinde Ausbach hinzu.[2]

Im Vorfeld wurde Glaam am 1. September 1968 nach Ransbach eingemeindet, Soislieden wurde am 1. Januar 1970 und Oberbreitzbach am 1. Juli 1970 nach Mansbach eingemeindet.[2]

Politik[Bearbeiten]

Schloss Hohenroda, seit 1988 Rathaus der Gemeinde

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:

Kommunalwahl 2011
 %
60
50
40
30
20
10
0
50,1 %
21,5 %
15,4 %
13,0 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 25
 20
 15
 10
   5
   0
  -5
-10
-15
-20
-15,5 %p
+21,5 %p
-5,9 %p
-0,1 %p
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 50,1 12 65,6 15 68,9 16
FWH Freie Wählergruppe Hohenroda 21,5 5
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 15,4 3 21,3 5 22,6 5
FDP Freie Demokratische Partei 13,0 3 13,1 3 8,5 2
gesamt 100,0 23 100,0 23 100,0 23
Wahlbeteiligung in % 58,1 55,2 66,6

Bürgermeister[Bearbeiten]

Seit dem 1. September 2013 ist Andre Stenda (unabhängig) Bürgermeister von Hohenroda. Er wurde bei der Bürgermeisterwahl vom 12. Mai 2013 mit einem Stimmenanteil von 70,7 % gewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 74,3 %.

Stenda war bei seinem Amtsantritt der jüngste Bürgermeister Hessens.

Wappen[Bearbeiten]

Links das Wappen der Familie von Mansbach

Blasonierung: „In silbern und rot sechsfach balkenweise geständertem Schild, ein Sechsblatt in verwechselten Farben.“

Bedeutung: Die sechs Blätter symbolisieren den Zusammenschluss der sechs selbständigen Gemeinden zu einer Großgemeinde. Die Blätter gehören zu einem Apfelbaum und verweisen damit auf die Apfelsorte Ausbacher Rotapfel, die nach dem Ortsteil Ausbach benannt ist und der in der Umgebung noch oft auf Streuobstwiesen angebaut wird. Die Farben Silber und Rot leiten sich von den Wappen der Herren von Mansbach, dem Kurfürstentum Hessen und der Gemeinde Ransbach ab. Die Ständerung stammt wiederum aus dem Wappen derer von Mansbach.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Das Renaissanceschloss (Geyso Schloss) in Mansbach
  • Heimatstube im Fachwerkanbau des Geyso-Schlosses in Mansbach
  • Heimatstube im Ortsteil Ausbach
  • Museum in Ransbach
  • Grenzdokumentationsstelle (zur Grenze der ehem. DDR)

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Barocke Dorfkirche Mansbach (Chorraum um 1280, ehemalige Grabkapelle der Familie von Mansbach)
  • Unterhof (Blaues Schloss) von 1569 (Wohnsitz der Familie von Mansbach)
  • Schloss Geyso (1577–1578) in Mansbach
  • Grasburg bei Mansbach (aus dem 8. Jahrhundert)
  • Jüdischer Friedhof Mansbach

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 396, 397 und 399.

Weblinks[Bearbeiten]