Hohenwestedt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hohenwestedt
Hohenwestedt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hohenwestedt hervorgehoben
54.0908333333339.651388888888961Koordinaten: 54° 5′ N, 9° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Rendsburg-Eckernförde
Amt: Mittelholstein
Höhe: 61 m ü. NHN
Fläche: 18,18 km²
Einwohner: 5077 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 279 Einwohner je km²
Postleitzahl: 24594
Vorwahl: 04871
Kfz-Kennzeichen: RD, ECK
Gemeindeschlüssel: 01 0 58 077
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Markt 15
24594 Hohenwestedt
Webpräsenz: www.hohenwestedt.de
Bürgermeister: Holger Bütecke
Lage der Gemeinde Hohenwestedt im Kreis Rendsburg-Eckernförde
Karte

Hohenwestedt ist eine Gemeinde im Zentrum Schleswig-Holsteins im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Seit dem 1. Januar 2012 bildet die Gemeinde zusammen mit den ehemaligen Ämtern Aukrug, Hanerau-Hademarschen und Hohenwestedt-Land das Amt Mittelholstein.

Geschichte[Bearbeiten]

Vermutlich wurde das Gebiet von Hohenwestedt schon 3000 v. Chr. von Bauern besiedelt, was durch jungsteinzeitliche Funde belegt wird. Größtes Relikt aus dieser Zeit ist der „Schalenstein“, ein riesiger Findling, in den Schalen für Opfergaben eingehöhlt wurden. Heute ist er vor einem Haus im Ortskern aufgestellt. Aus der Bronzezeit finden sich im Ortsteil Glüsing Grabhügel, in denen auch Gaben für die Toten gefunden wurden.

Erstmals wurde das Kirchspiel Hohenwestedt 1217 urkundlich als Wetsstede erwähnt, was in der Ursprungsbedeutung so viel wie „Siedlung im Wald“ bedeutet. Durch seine günstige Lage an der Nord-Süd-Verbindung des Ochsenweges und der Ost-West-Verbindung Lübsche Trade wurde Hohenwestedt recht bald zur wirtschaftlichen Blüte geführt. Diese günstige Lage war gleichzeitig auch ein Nachteil, da auch Armeen diese Wege nutzen und dabei oft den gesamten Ort ausplünderten. Zweimal wurde der Ort von verheerenden Bränden heimgesucht, die fast den gesamten Ort mitsamt der Kirche zerstörten, 1616 und 1768.

1867 wurde ein Amtsgericht eingerichtet, das bis 1975 bestand. 1877 wurde Hohenwestedt mit der Einweihung der Strecke Neumünster-Heide an das Bahnnetz angebunden. Mit der Rendsburger Kreisbahn kam 1901 eine meterspurige Verbindung nach Rendsburg zustande, die 1916 bis nach Schenefeld verlängert wurde. Diese Bahn musste bereits 1956 ihren Betrieb einstellen.

1924 und 1925 bildeten sich in Hohenwestedt, Nindorf, Osterstedt, Wapelfeld und Tappendorf Ortsgruppen der NSDAP mit bis zu vierzig Gründungsmitgliedern. In der Gemeinde Vaasbüttel wurden in jenen Jahren „Nordmarkthings“ veranstaltet.[2] Am 9. und 10. August 1930 übernachtete Adolf Hitler in der Villa des NSDAP-Kreisleiters Wilhelm Hamkens, der seit 1920 in Hohenwestedt als Rechtsanwalt und Notar tätig gewesen war.

1932 verübten mehrere SS-Männer in Glüsing ein Handgranaten-Attentat auf das Haus eines SPD-Anhängers.

Bei der Reichstagswahl im März 1933 erhielt die NSDAP in Hohenwestedt mit 72,2 % vor der DNVP mit 5,8 %, der SPD mit 18,4 % und der KPD mit 1,7 % den höchsten Stimmenanteil.[3]

1938 wurden die Ortsteile Vaasbüttel und Glüsing eingemeindet.

Nach dem Krieg suchten viele Flüchtlinge den Ort auf und ließen die Bevölkerungszahlen zwischenzeitlich auf über 5.300 (1946) steigen. In der Nachkriegszeit kam es zu Wirtschaftsansiedlungen.

In Hohenwestedt befand sich die deutsche Verwaltung sowie ein Servicezentrum des dänischen Spielwarenherstellers Lego. Das Servicezentrum wurde infolge von Umstrukturierungsmaßnahmen 2006 geschlossen.[4]

In den Jahren 2007 bis 2011 führte Hohenwestedt im Rahmen einer Verwaltungsgemeinschaft die Verwaltungsgeschäfte der Ämter Aukrug, Hanerau-Hademarschen und Hohenwestedt-Land.

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Von den 17 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die CDU seit der Kommunalwahl im Mai 2013 acht Sitze, die SPD sechs und die FDP drei Sitze[5]. Bürgervorsteher ist Jörg Rohweder (CDU).

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Im blau-silbern gespaltenen Schild ein Radtatzenkreuz in verwechselten Farben.“[6]

Patengemeinden[Bearbeiten]

Patengemeinde ist die Stadt Müncheberg im Bundesland Brandenburg, des Weiteren besteht eine Partnerschaft mit Billund in Dänemark.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Im Gemeindegebiet befinden sich ca. 400 Betriebe einschließlich des Dienstleistungsbereiches mit 2.500 Arbeitsplätzen. Hierzu kommen 1.700 Berufspendler aus 90 Gemeinden. Nördlich von Hohenwestedt befindet sich der Ferienpark Falkenburg mit Reiterhof.

In Hohenwestedt gibt es neben einem Gymnasium mit Regionalschulteil eine Grundschule mit Förderzentrum sowie zwei Kindergärten, wobei einer integrativ ist. In die hauptamtlich geleitete Volkshochschule ist eine Musikschule integriert. Außerdem stehen in der Gemeinde mehrere Sportanlagen, unter anderem ein beheiztes Freibad, drei Sporthallen und eine Tennisanlage mit Halle sowie ein Sport- und Jugendheim mit Schießstand zur Verfügung, das auch einen Saal für Veranstaltungen besitzt. Für die jüngeren Einwohner steht ein Jugendzentrum bereit. Die Gemeinde verfügt über ein eigenes Versorgungsunternehmen für Gas, Wasser und Abwasser.

Verkehr[Bearbeiten]

Hohenwestedt verfügt über eine gute Verkehrsanbindung: Es befindet sich im Schnittpunkt der B 77 (Nord-/Süd-Verbindung) und der B 430 (Ost-/West-Verbindung). Die Entfernung zu den Autobahnen 7 (Hamburg-Flensburg), 23 (Hamburg-Heide (Holstein)) und 210 (Rendsburg-Kiel) beträgt jeweils rund 15 Minuten.

Durch Hohenwestedt führt die Eisenbahnverbindung Neumünster–Heide (Holstein)–Büsum. Die Züge der nordbahn Eisenbahngesellschaft (Dieseltriebwagen vom Modell LINT 41) fahren alle zwei Stunden, in Richtung Neumünster werktags sogar stündlich.[7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Hohenwestedt stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

  • Die evangelische Peter-Pauls-Kirche von 1769 ist im Ortskern zu finden. Daneben existieren noch eine römisch-katholische und eine selbständig-evangelisch-lutherische Kirche.
  • Die ehemalige Klostervogtei an der Lindenstraße 37 ist ein gut erhaltenes klassizistisches Bauwerk von 1846.
  • Eine Kuriosität stellt das sogenannte Muschelhaus an der Lindenstraße dar. Der Muschelsouvenirhersteller Detlev Hauschildt ließ das Haus 1901 an den Fenstern, Türen und Hausecken mit Muscheln verzieren.
  • Eine Bronzestatue des letzten „Utroper“ (Ausrufer) Hohenwestedts steht auf den Stufen des Rathauses; die „Ochsentränke“ im Ortskern gedenkt an den Ochsenweg.
  • Weiterhin steht im Park Wilhemshöhe ein Ehrenmal, das im Jahr 1921 unter der Leitung von Albert Brodersen für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges errichtet wurde.
  • Hohenwestedt hat ein Heimatmuseum, das von einer wissenschaftlichen Fachkraft geleitet wird, und eine Gemeindebücherei.
  • Hohenwestedt liegt am Rande des Naturparks Aukrug. Der Boxberg bietet als eine der höchsten Erhebungen einen weiten Ausblick über die gesamte Region und ist mit dem Auto in fünf Minuten über die B 430 in Richtung Neumünster zu erreichen.
Peter-Pauls-Kirche
Klostervogtei
Muschelhaus

Freizeit und Tourismus[Bearbeiten]

Hohenwestedt bietet neben mehreren örtlichen Wanderwegen auch ein beheiztes Freibad an. Dieses ist mit eigenen Umkleideräumen und Duschen sowie Schließfächern ausgestattet. Es gibt zwei große 50m lange Schwimmbereiche für Schwimmer und Nichtschwimmer. Außerdem ist das Freibad mit einer kleinen Wasserrutsche, einem Ein-Meter- und einem Drei-Meter-Sprungturm, einem Beachvolleyballfeld sowie einem Babybecken ausgestattet.

Des Weiteren gibt es in Hohenwestedt eine größere Parkanlage: Den Park Wilhelmshöhe. Hier finden im Laufe des Jahres mehrere Veranstaltungen statt, z.B. das Parkfest im Rahmen der Hohenwestedt-Woche oder das Mittelalterspectaculum.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Seit 1998 findet jährlich zu Pfingsten im Park Wilhelmshöhe dass Mittelalter Spectaculum statt. Diese Veranstaltung zieht jährliche tausende von Besuchern nach Hohenwestedt um dort den Flair von Mittelalter zu erleben. Seit 1998 ist die Fläche die genutzt wird für diese Veranstaltung stetig gestiegen und hat sich über die Park und Sportanlage bis neben das Freibad ausgedehnt.


Zum letzten Wochenende des August startet in Hohenwestedt die alljährliche Hohenwestedt-Woche. Innerhalb der 9 Tage gibt es mehrere unterschiedliche sportliche, kulturelle und freizeitliche Angebote. Ein Highlight ist das am ersten Samstagabend stattfindende Parkfest, das traditionell im Park Wilhelmshöhe veranstaltet wird und unter anderem ein Feuerwerk beinhaltet. Ein weiteres Highlight ist der sogenannte Hallo-Partner-Tag am zweiten Samstag. Hier bauen unter dem Motto „Hallo-Partner“ Nachbargemeinden kreative Stände auf und Teams aus allen umliegenden Gemeinden kämpfen in kreativen Wettkämpfen freundschaftlich um den ersten Platz. Auch gibt es einen Kunsthandwerkermarkt und meist auch ein Karussell.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

In Hohenwestedt geboren[Bearbeiten]

Mit Hohenwestedt verbunden[Bearbeiten]

In Hohenwestedt beerdigt[Bearbeiten]

  • Ernst Bamberger (1885–1941), jüdischer Arzt, der sich in Remmels vor der bevorstehenden Deportation das Leben nahm [8] und auf dem Neuen Friedhof beerdigt wurde.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hohenwestedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2012 (XLS-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Felicitas Glade, Rechtsanwalt Weber und die Moral der Rendsburger Kreisleitung, unter www.akens.org.
  3. http://www.akens.org/akens/texte/info/39/3.html
  4. Die Lego-Gruppe nimmt Anpassungen an der Produktion in Europa vor
  5. Ergebnisse der Kommunalwahlen 2013. amt-mittelholstein.de. Abgerufen am 27. Mai 2013.
  6. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  7. Nordbahn feiert Streckenübernahme Neumünster-Büsum, 9. Dezember 2011
  8. http://www.vimu.info/fb.jsp?id=for_10_6_17_fb_bamberger_de&lang=de&u=school&flash=true&s=3855498284BC0105E1495CC7A8F76529