Hoher Hagen (Dransfeld)

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Hoher Hagen
Der Hohe Hagen von Scheden aus gesehen. Im Vordergrund die B 3.

Der Hohe Hagen von Scheden aus gesehen. Im Vordergrund die B 3.

Höhe 493 m
Lage Niedersachsen (Deutschland)
Koordinaten 51° 28′ 31″ N, 9° 45′ 52″ O51.4752289.764569493Koordinaten: 51° 28′ 31″ N, 9° 45′ 52″ O
Hoher Hagen (Dransfeld) (Niedersachsen)
Hoher Hagen (Dransfeld)
Typ Vulkan
Gestein Basaltdurchbruch
Besonderheiten Aussichtsturm Gaußturm
Blick vom Hohen Hagen in Richtung Nordost über Göttingen zum Harz

Blick vom Hohen Hagen in Richtung Nordost über Göttingen zum Harz

Blick nach Jühnde vom Gaußturm auf dem Hohen Hagen

Blick nach Jühnde vom Gaußturm auf dem Hohen Hagenbdep2

Blick in den Basaltbruch im Januar 2007

Der Hohe Hagen ist ein heute noch ca. 493 m hoher Berg vulkanischen Ursprungs im Dransfelder Stadtwald, Samtgemeinde Dransfeld, Landkreis Göttingen (Südniedersachsen, Deutschland).

Geographie[Bearbeiten]

Der Gebirgsstock liegt südlich der Ortslage der Stadt Dransfeld, teils auf dem Gebiet der Stadt Dransfeld, teils auf dem Gebiet der Gemeinde Jühnde und bis an das Gebiet der Gemeinde Scheden heranreichend am östlichen Rand des Dransfelder Stadtwaldes im Naturpark Münden, etwa auf halber Strecke (auf der Luftlinie) zwischen Göttingen im Nordosten und Hann. Münden im Südwesten. Er ist die höchste Erhebung der Dransfelder Gegend.

Berghöhe[Bearbeiten]

Die Höhe des Hohen Hagens wird gelegentlich mit 508 m ü. NN angegeben; diese Zahl taucht auch in neueren Kartenwerken noch auf.[1] Allerdings wurde offenbar der ursprünglich diese Höhe erreichende Gipfel im Zuge der Basaltsteinausbeutung im 19. und 20. Jahrhundert, vermutlich nach dem am 14. November 1963 erfolgten Einsturz des auf ca. 506 m ü. NN Höhe errichteten Alten Gaußturmes[2] abgetragen. Der heutige, noch ca. 493 m hohe Gipfel des Hohen Hagens liegt auf 51° 28′ 31″ N, 9° 45′ 52″ O51.4752289.764569493.[3]

Ein neueres Kartenwerk weist anstatt des Gipfels des Hohen Hagens den 480 m hohen Gipfel des etwas nordwestlich bis nordnordwestlich des Hohen Hagens gelegenen Brunsberges mit Höhenangabe aus. Allerdings nicht zusammen mit einem Höhenpunkt sondern zusammen mit einem Turmsymbol; da auf dem Brunsberg kein Turm steht, kann sich dieses Symbol nur auf den (neuen) Gaußturm beziehen, der auf dem Hohen Hagen errichtet ist.[4]

Nach dem Haferberg (581 m), den beiden gleich hohen Steinbergen (Großer und Kleiner Steinberg; je 542 m hoch) und anderen Bergen im niedersächsischen Teil des Kaufunger Waldes bzw. im Naturpark Münden zählt der Hohe Hagen zu den höchsten Bergen im Südzipfel des Bundeslandes Niedersachsen.

Geologie[Bearbeiten]

Der Hohe Hagen ist einer der nördlichsten Vulkane in Deutschland. Er barg abbauwürdige Mengen vulkanischen Gesteines, das seinen Ursprung in der Tertiärzeit hat. Der Abbau von Basaltgestein am Hohen Hagen ist ab 1825/26 belegt. Bereits 1856 wurde der Steinbruch erweitert, in den 1920er Jahren setze die bedeutendste Zeit des Basaltabbaus ein. Das Basaltbruchgebiet betrug damals über 11 Hektar. Die Basaltvorkommen am Hohen Hagen waren aber nicht unerschöpflich, der Abbau wurde 1971 eingestellt.

Die Geschichte des Basaltbruchs ist seit Herbst 2004 durch einen Geologie- und Bergbaupfad erlebbar.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Rahmen der von Carl Friedrich Gauß zwischen 1818 und 1826 per Triangulation durchgeführten Landesvermessung des Königreichs Hannover (Gaußsche Landesaufnahme) nutzte Gauß den Hohen Hagen als einen Dreieckspunkt für sein „großes Dreieck“ Hoher Hagen – BrockenGroßer Inselsberg. Dieses Dreieck mit den Seitenlängen 68 km (Hoher Hagen – Brocken), 84 km (Hoher Hagen – Inselberg) und 106 km (Brocken – Inselberg) war Basis zur Verknüpfung zahlreicher regionaler Vermessungsdaten.

Da Gauß schon damals eine nichteuklidische Geometrie für möglich hielt und er wusste, dass das Parallelenaxiom entbehrlich war, entwickelte sich zur Vermessung des großen Dreiecks die Legende, Gauß habe bei der Gelegenheit der hannoverschen Landesvermessung empirisch nach einer Abweichung der Winkelsumme besonders großer Dreiecke vom euklidischen Wert von 180° gesucht, wie etwa bei diesem Dreieck, das vom Hohen Hagen, dem Brocken und dem Inselberg gebildet wird. Die Vermessung durch Gauß ist belegt, die oben erwähnte Vermutung zur Motivation ist dagegen unsicher.[5] Max Jammer schrieb über das Ergebnis dieser gaußschen Messung: „Es braucht kaum eigens gesagt zu werden, daß er innerhalb der Fehlergrenze keine Abweichung von 180° entdeckte und daraus den Schluß zog, die Struktur des wirklichen Raumes sei, soweit die Erfahrung darüber eine Aussage erlaubt, Euklidisch.“ [6]

Bauwerke[Bearbeiten]

Gaußturm[Bearbeiten]

Auf dem Hohen Hagen steht der Gaußturm, ein 51 m hoher Aussichtsturm auf 478 m ü. NN. Siehe: Gaußsche Landesaufnahme

Haus Hoher Hagen[Bearbeiten]

Haus Hoher Hagen

Das Haus Hoher Hagen ist ein 1914 erbauter ehemaliger Berggasthof und wird seit 1982 als Schullandheim und Bildungsstätte genutzt. Träger sind der Förderverein der Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule Göttingen, das Otto-Hahn-Gymnasium Göttingen sowie der Verein für außerschulische Bildung e. V. Das Selbstversorgerhaus verfügt über 40 Betten und wird an Gruppen vermietet. Es liegt am heutigen Gipfel des Hohen Hagens neben dem Gaußturm mitten im Wald.

Freizeit und Sport[Bearbeiten]

Anstieg zum Hohen Hagen

Hasenmelkerlauf[Bearbeiten]

Jeweils am 1. Mai findet seit 1998 der Dransfelder Hasenmelkerlauf, ein 10.900 m langer Volksberglauf statt, der von Dransfeld über den Hohen Hagen führt.

Radsport[Bearbeiten]

Seit 2004 führt über den nordwestlichen Anstieg der Straße zum Gipfel des Hohen Hagens ein Streckenabschnitt mit Bergwertung der Dritten Kategorie der Internationalen Niedersachsen-Rundfahrt für Radprofis und seit 2005 auch das Jedermannrennen mit Start und Ziel in Göttingen über die Straße, die zum Gaußturm mit teilweise über 10 % Steigung hinauf führt. Der Hohe Hagen ist der Hausberg des Radsportclubs RSC Hoher-Hagen, der sich um den Breitensport für MTB und Rennradfahren rund um den Hohen Hagen engagiert.

Wanderwege[Bearbeiten]

Neben lokalen Spazier- und Wanderstrecken (Geologiepfad), die über den Hohen Hagen führen, ist der Berg auch Station des Studentenpfads zwischen den Orten Rosdorf und Scheden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Rehkop, Friedel: Stadt Dransfeld. Ein geschichtlicher Rückblick vom 19. Jahrhundert bis zur Frühzeit. Band 1. Horb am Neckar: Geiger-Verlag, 1999. S. 196–200, 352–360, 387–397. ISBN 3-89570-561-6

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Diercke Weltatlas, Westermann, 5. Aufl. 2002. ISBN 978-3-14-100600-1
  2. Stadt Dransfeld (WWW-Präsenz): Hoher Hagen - Gaußturm. Abgerufen am 6. September 2013.
  3. Im NIBIS® - Kartenserver ist bei Einstellung des Maßstabes 1:1.000 die eingezeichnete 492,5 m Höhenlinie zu erkennen [abgerufen am 3. September 2013]. Im Artikel zum Hohen Hagen im Wiki Göttingen der Göttinger Tageblatt GmbH & Co. KG [abgerufen am 3. September 2013] wird die Kuppe des Hohen Hagens mit heute 493,5 m Höhe angegeben und als die viert-höchste Erhebung Südniedersachsens bezeichnet.
  4. NIBIS® - Kartenserver im Maßstab 1:128.000. Abgerufen am 3. September 2013. Ebenfalls auf den 480 m ü. NN hohen Brunsberg verweist LGN Landesvermessung + Geobasisinformation Niedersachsen (Hrsg.): Topographische Karte 1:50.000 Normalausgabe, Blatt L4524 Göttingen. ISBN 3-89435-542-5.
  5. Erhard Scholz hält es für durchaus möglich, dass Gauß daran dachte. Erhard Scholz: Gauß’ Präzisionsmessungen terrestrischer Dreiecke und seine Überlegungen zur empirischen Fundierung der Geometrie in den 1820er Jahren. In der WWW-Präsenz des arXiv.org der Cornell University Library. Eingereicht am 29. September 2004. Eventuelle noch erscheinende aktualisierte Version hier. Gauß selbst äußert sich in einem Brief an Olbers vom 1. März 1827, zitiert bei Walter Kaufmann-Bühler: Gauß – eine biographische Studie, Springer-Verlag, 1987, S. 97, dahingehend, dass die Messfehler für ein solches Feststellen von Abweichungen zu groß seien.
  6. Max Jammer: Das Problem des Raumes, Darmstadt 1960, S. 164

Weblinks[Bearbeiten]