Hoisdorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hoisdorf
Hoisdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hoisdorf hervorgehoben
53.6610.30972222222258Koordinaten: 53° 40′ N, 10° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Stormarn
Amt: Siek
Höhe: 58 m ü. NHN
Fläche: 35,71 km²
Einwohner: 3476 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 97 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 22955,
22961 (Oetjendorf)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 04107, 04534 (Oetjendorf)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: OD
Gemeindeschlüssel: 01 0 62 035
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 49
22962 Siek
Webpräsenz: www.hoisdorf.de
Bürgermeister: Dieter Schippmann (DGH)
Lage der Gemeinde Hoisdorf im Kreis Stormarn
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Hoisdorf (niederdeutsch Hoisdörp) ist eine Gemeinde im Kreis Stormarn in Schleswig-Holstein. Sie besteht aus den Ortsteilen Hoisdorf und Oetjendorf (niederdeutsch Mötendörp).

Geografie[Bearbeiten]

Hoisdorf liegt bei Großhansdorf im Einzugsbereich von Hamburg.

Geschichte[Bearbeiten]

Hoisdorf wurde erstmals 1279 urkundlich erwähnt. Es entstand wahrscheinlich einige Jahrzehnte zuvor als Rodungsdorf. 1339 wurde es an das Hamburger Domkapitel verkauft. Nach der Reformation gelangte der Ort 1576 in den Besitz von Herzog Adolf von Schleswig-Holstein-Gottorf, der es dem landesherrlichen Amt Trittau zuordnete, wo es - wie auch Oetjendorf - zu den 17 so genannten Holzdörfern gehörte.

Mit der 1771 durchgeführten Verkoppelung beginnt die Geschichte des modernen Hoisdorf. 1857 wird eine Schule eingerichtet. Mit Annexion Schleswig-Holsteins durch Preußen wird Hoisdorf in den neuen Kreis Stormarn eingegliedert. Die Einführung der preußischen Kommunalverfassung 1889 ordnet es dem Amtsbezirk Lütjensee zu. 1895 erfolgt der Anschluss an das Telefonnetz und 1913 erhält der Ort Elektrizität.

Ehemaliger Bahnhof Hoisdorf

1907 erhält Hoisdorf einen Bahnhof an der Südstormarnschen Kreisbahn (1952 stillgelegt), was zusammen mit der Endstation der Hamburger U-Bahn in Großhansdorf die Attraktivität des Ortes erhöht und nach dem Ersten Weltkrieg zu einer Bevölkerungssteigerung führt. Einen weiteren deutlichen Zuwachs bewirkten die Folgen des Zweiten Weltkriegs: Ausgebombte Hamburger und Heimatvertriebene aus den ehemals deutschen Ostgebieten siedelten sich im Dorf an.

1948 kam Hoisdorf zum Amt Lütjensee, nach dessen Auflösung 1972 zum Amt Siek.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. März 1978 wurde Oetjendorf eingemeindet.[2]

Politik[Bearbeiten]

Von den 17 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die Wählergemeinschaft DGH seit der Kommunalwahl 2008 elf Sitze, die CDU hat vier und die SPD zwei Sitze.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Gold auf grünem Boden ein golden bewurzelter grüner Lindenbaum, begleitet rechts von dem schwarzen hinteren Teil eines Pfluges mit Pflugeisen und Schar, links von einem schwarzen achtspeichigen Maschinenrad mit sechzehn Zähnen.“[3]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Hoisdorf verfügt über eine eigene Schule, die in ihrer Tradition auf das Jahr 1857 zurückgeht.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

In Hoisdorf gibt es das Theater Hoisdorf, sowie die Jugendabteilung, das Junge Theater Hoisdorf. Beide sind dem TuS Hoisdorf als Sparte zugeordnet. Jedes Jahr führen beide Theater im Waldreitersaal des benachbarten Ortes Großhansdorf und anderen Theatern ihre Stücke auf.

Museen[Bearbeiten]

In Hoisdorf befindet sich seit 1978 das Stormarnsche Dorfmuseum. Das Museum ist in einem historischen Bauernhaus „Am Thie“ eingerichtet, das ursprünglich als Dorfschmiede gebaut wurde. Die präsentierten Objekte bieten einen Einblick in die bäuerliche Kultur, die verschiedenen Handwerke (Schuster, Weber, Imker, etc.) und Institutionen (Schule, Feuerwehr etc.) sowie die Ur- und Frühgeschichte. Das Museum wird von ehrenamtlich engagierten Bürger(inne)n aus ganz Stormarn betreut, die auch kostenlose Führungen anbieten.

Fahrbücherei[Bearbeiten]

Die Fahrbücherei im Kreis Stormarn hält im 3-Wochenrhythmus an neun Haltepunkten in Hoisdorf.[4]

Naturschutz[Bearbeiten]

Das Naturschutzgebiet Hoisdorfer Teiche wurden 1987 unter Schutz gestellt. Das Gebiet besteht aus rund 30 Hektar Fläche und umfasst sieben stehende Gewässer. Es wird vom Verein Jordsand betreut.

Sport[Bearbeiten]

In den 1990er Jahren spielte der TuS Hoisdorf mehrere Jahre in der Fußball-Regionalliga Nord und im DFB-Pokal.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Ewald Brennecke: Das Naturschutzgebiet „Hoisdorfer Teiche“, in: Naturschutz und Landschaftspflege im Kreis Stormarn, Neumünster, 1991.
  • Norbert Fischer: Hoisdorf und Oetjendorf. Stormarner Dorfgeschichte im Hamburger Umland, Neumünster, 2001.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hoisdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2013 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 187.
  3. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  4. http://www.bz-sh.de/prog/fahrplan2014/fahrplan_bib.php?sigel=659