Holger Geschwindner

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Basketballspieler
Holger Geschwindner
Spielerinformationen
Geburtstag 9. Dezember 1945
Geburtsort Bad Nauheim, Deutschland
Größe 192 cm
Position Point Guard
Vereine als Aktiver
1964–1969 DeutschlandDeutschland MTV Gießen
1969–1977 DeutschlandDeutschland USC München
1977–1979 DeutschlandDeutschland 1. FC 01 Bamberg
1979–1981 DeutschlandDeutschland SSC/ASC Göttingen
1981–1983 DeutschlandDeutschland BSC Saturn Köln
1983–1987 DeutschlandDeutschland 1. FC 01 Bamberg
Nationalmannschaft
196?–1975 BR Deutschland >150 Spiele

Holger Geschwindner (* 9. Dezember 1945 in Bad Nauheim), aufgewachsen im hessischen Laubach, war in den 1960er und 1970er Jahren deutscher Basketball-Nationalspieler. 1972 nahm er an den Olympischen Spielen in München und 1971 an den FIBA-Europameisterschaften in Essen und Böblingen teil, jeweils unter Bundestrainer Theodor Schober. 1972 in München war Geschwindner, damals 26 Jahre alt, Kapitän der Nationalmannschaft des Deutschen Basketball Bundes (DBB). Er kam in allen neun Spielen des olympischen Basketballturniers zum Einsatz und erzielte insgesamt 123 Punkte, bei 29 gegen ihn gepfiffenen Fouls. Geschwindner war 1972 in München, nach Norbert Thimm, zweitbester Werfer der deutschen Basketball-Nationalmannschaft.[1][2]

Im Sommer 1969 hatte er bereits mit der DBB-Nationalmannschaft an der Qualifikation zur 16. Europa-Meisterschaft in Saloniki / Griechenland, unter Bundestrainer Miloslav Kříž, teilgenommen, nachdem er im Oktober 1968 vom Bundestrainerrat des DBB, unter Vorsitz des damaligen Vize-Präsidenten des DBB Anton Kartak, in der Funktion des DBB-Sportwartes, in den fünfzigköpfigen Olympiakader für das Basketballturnier der Olympischen Sommerspiele 1972 in München berufen wurde.[3][4][5]

Holger Geschwindner war mit einer Körpergröße von 1,92 m ein sehr athletischer, beweglicher, sprungstarker Bundesliga-Spieler. Geprägt war der Basketballer durch die hessische Basketballschule, die sich sehr stark an der typischen US-amerikanischen Spielweise orientierte. Vom Typ her war Holger Geschwindner ein wurfstarker Allround-Spieler, der in der Regel als Point Guard, neben dem Spielmacher, eingesetzt wurde. Ihn zeichnete eine unkonventionelle Spielweise aus, die dann sehr häufig erfolgreich in überraschende Aktionen mündete. Er galt als Individualist.

Seine größten sportlichen Erfolge erzielte er als leistungsstarker Spieler des MTV Gießen (heute Gießen 46ers), mit dem er 1965, 1967 und 1968 Deutscher Meister und 1969 Deutscher Pokalsieger des DBB wurde.

Die fünf Endspiele des MTV Gießen gegen das Basketball-Meister-Team des VfL Osnabrück, 1969 gewann der VfL in Gießen das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft, gelten als Klassiker der deutschen Basketballgeschichte. Zwei dieser legendären Endspiele gewann der MTV jeweils nur mit einem einzigen Punkt Vorsprung.

Nach seiner Zeit in Gießen spielte Geschwindner erfolgreich für Bundesligateams in München, Bamberg, Göttingen - mit dem er 1980 erneut deutscher Meister wurde - und Köln. Seine Karriere als Basketballspieler beendete er im Alter von 47 Jahren in der Regionalliga bei der DJK Eggolsheim als Spielertrainer. Er ist, zusammen mit Rainer Tobien, einer von zwei ehemaligen Bundesligaspielern, die mehr als 600 Bundesligaspiele (1. und 2. Liga) gespielt haben.[6]

Holger Geschwindner war danach lange Zeit auch für den Bundesligisten DJK S. Oliver Würzburg in verschiedenen Positionen tätig (als Individualcoach und Berater sowie auch kurze Zeit als Head Coach).

Geschwindner ist der Entdecker und Mentor des aus Würzburg stammenden deutschen Basketball-Nationalspielers und NBA-Superstars Dirk Nowitzki. Er ist seit 1995 als Berater, Personal Trainer oder Coach für den Multi-Millionär tätig. Schon nach wenigen Trainingseinheiten erklärte er Nowitzkis Eltern: "Wenn er (...) einer der weltbesten Spieler werden soll, müssen wir systematisch trainieren. Und zwar ab morgen."[7]

2006 wurde der Mentor von Dirk Nowitzki wegen Steuerhinterziehung zu einer einjährigen Freiheitsstrafe auf Bewährung vom Amtsgericht Hof (Saale) verurteilt. Dem Urteil liegt zugrunde, dass er Steuern in Höhe von rund drei Millionen Euro hinterzogen haben soll für Einkommen, das ihm aus mit Dirk Nowitzki geschlossenen Verträgen zugeflossen sein soll. Nowitzki stellte eine Kaution von 15 Millionen Euro für Geschwindner.[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. FIBA - 1971 FIBA European Championship for Men – 10. bis 19. September 1971 - Essen, Böblingen in Germany. Website fiba.com. Abgerufen 30. November 2011.
  2. Bundesrepublik Deutschland bei den Olympischen Sommerspielen 1972 - Basketball Website Sport Reference – Olympic Sports. Abgerufen 30. November 2011.
  3. Schreiben von Anton Kartak, Vizepräsident des Deutschen Basketball Bundes und Vorsitzender des Bundestrainerates, am 10. Oktober 1968, an die fünfzig nominierten Basketballspieler des 'Olympiakaders 1972'.
  4. Men Basketball European Championship Qualification 1969 - Thessaloniki (GRE). Website Todor66 by Todor Krastev. Sports Statistics, International Competitions Archive. Deutsche Nationalmannschaft (DBB) mit Holger Geschwindner, MTV Gießen. Abgerufen 23. Dez. 2010.
  5. Men Basketball European Championship 1971 Essen, Böblingen (FRG), Deutsche Nationalmannschaft (DBB). Website Todor66 by Todor Krastev. Sports Statistics, International Competitions Archive. Deutsche Nationalmannschaft (DBB) mit Holger Geschwindner, USC München. Abgerufen 23. Dez. 2010.
  6. Noch mit über 60 direkt am Ball - Wie sich ein Urgestein im deutschen Basketball fit hält. (Version vom 2. Juli 2007 im Internet Archive) Website richtig fit - die Fitness-Initiative des Deutschen Sportbundes. Artikel Rainer Tobien. Abgerufen 20. Dez. 2010.
  7. Angewandte Theorie ZEIT online, 15. Juni 2011.
  8. Nowitzki zahlt 15 Millionen Euro Kaution. Mainpost, 10. Oktober 2006

Weblinks[Bearbeiten]