Holger Schmezer
Holger Schmezer (* 9. März 1947 in Bad Rappenau; † 19. April 2012 in ’s-Hertogenbosch, Niederlande) war ein deutscher Dressurreiter und Trainer. Zuletzt war er Cheftrainer der deutschen Dressurreiter.
Leben [Bearbeiten]
Holger Schmezer wuchs in Plön auf.[1] Als Jugendlicher probierte er viele Sportarten aus. Seine Stärke war die Leichtathletik, hier erreichte er die schleswig-holsteinische Meisterschaft im Zehnkampf.
Durch den Modernen Fünfkampf kam er erstmals mit der Reiterei in Berührung. Vom Fünfkampf gelangte er anschließend über die Vielseitigkeit zum Springreiten. Da er aber berufliche Chancen nur im Dressurreiten sah, begann er eine Ausbildung zum Bereiter in Aumühle bei Gustav Eggert und Dieter Bruhn. Dann wechselte er zu Willi Schultheis nach Hamburg. Nach abgeschlossener Ausbildung blieb er noch vier Jahre in dessen Reitstall tätig, bevor er die Leitung eines Reitstalls in Thedinghausen übernahm. 1979 schließlich eröffnete er einen eigenen Stall in Verden-Borstel. Im Jahr 1980 legte er die Berufsreitlehrerprüfung ab, die der heutigen Prüfung zum Pferdewirtschaftsmeister entspricht.[1]
In den 1990er Jahren war er neben seiner Berufsreitertätigkeit auch als niedersächsischer Delegierter der Bundesvereinigung der Berufsreiter (BBR) aktiv. 1996 übernahm Holger Schmezer die Tätigkeit des Bundestrainers Dressur der Junioren und Jungen Reiter, zugleich legte er sein BBR-Delegiertenmadat nieder.[2]
Zum Jahreswechsel 2000/2001 wurde er beim DOKR Nachfolger von Klaus Balkenhol als leitender Bundestrainer Dressur. In dieser Zeit feierte er mit der deutschen Dressurmannschaft viele Einzel- und Mannschaftserfolge. Seine Amtszeit war jedoch auch vom Wandel geprägt – weg von der deutschen Alleindominanz im Dressurreiten zur Konkurrenz mehrerer starker Dressurnationen, insbesondere der Niederländer und Großbritanniens.
Nach den Olympischen Spielen 2012 in London wollte Schmezer sein Traineramt niederlegen.[3]
Am 19. April 2012 war Schmezer als Bundestrainer beim Weltcupfinale in ’s-Hertogenbosch. Am Abend dieses Tages fand ein Abendessen der Offiziellen statt. Als er hier nicht erschien und auch nicht erreichbar war, wurde sein Hotelzimmer geöffnet, wo er tot aufgefunden wurde. Die örtliche Polizei nimmt einen natürlichen Tod an – die Untersuchung des Hotelzimmers jedenfalls habe keine Hinweise auf ein Verbrechen ergeben.[4][5]
Schmezer war verheiratet und hatte eine 2005 geborene Tochter.[4]
Erfolge [Bearbeiten]
eigene Erfolge
- achtfacher Niedersächsischer Meister Dressur
- über 100 Siege in Dressurprüfungen der Klasse S bis hin zu Intermediaire sowie zahlreiche Platzierungen im Grand Prix
als Trainer Junge Reiter und Junioren
- 25 Medaillen bei Europameisterschaften, davon 13 goldene
als Bundestrainer Dressur
- Olympische Spiele (2004, 2008)
- Mannschaft: zweimal Gold
- Einzel: zweimal Silber, einmal Bronze
- Weltreiterspiele (2002, 2006, 2010)
- Mannschaft: zweimal Gold, einmal Bronze
- Einzel: zweimal Gold, einmal Bronze
- Europameisterschaften (2001, 2003, 2005, 2007, 2009, 2011)
- Mannschaft: dreimal Gold, dreimal Gold, zweimal Silber, einmal Bronze
- Einzel: dreimal Gold, zweimal Silber, einmal Bronze
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ a b Holger Schmezer plötzlich verstorben, Susanne Hennig / Deutsche Reiterliche Vereinigung, 20. April 2012
- ↑ Die Bundesvereinigung der Berufsreiter (BBR) zum Tod von Holger Schmezer, St. Georg, 20. April 2012
- ↑ Dressur-Bundestrainer Holger Schmezer hört auf – Nach London ist definitiv Schluss, equiaktuell.de, 26. Januar 2012
- ↑ a b Tod im Hotelzimmer: Dressurbundestrainer Holger Schmezer lebt nicht mehr, St. Georg, 20. April 2012
- ↑ Dressur-Bundestrainer Holger Schmezer († 65): Polizei geht von einem natürlichem Tod aus, Berliner Kurier, 20. April 2012
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schmezer, Holger |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Dressurreiter und Trainer |
| GEBURTSDATUM | 9. März 1947 |
| GEBURTSORT | Bad Rappenau |
| STERBEDATUM | 19. April 2012 |
| STERBEORT | ’s-Hertogenbosch, Niederlande |