Holger Zastrow

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Holger Zastrow 2013

Holger Zastrow (* 12. Januar 1969 in Dresden) ist ein deutscher Politiker (FDP). Er ist Landesvorsitzender der FDP Sachsen und war Vorsitzender der FDP-Fraktion im Sächsischen Landtag. Von Mai 2011 bis Dezember 2013 war er zudem stellvertretender Bundesvorsitzender seiner Partei.

Leben und Beruf[Bearbeiten]

Holger Zastrow wurde in eine Lehrerfamilie hineingeboren. Er absolvierte an der Prof.-Dr.-Zeigner-Schule und dem VEB Starkstromanlagenbau „Otto Buchwitz“ Dresden eine Lehre als Industriekaufmann, die er 1987 abschloss. Von 1987 bis 1989 leistete er seinen 18-monatigen Grundwehrdienst bei der Nationalen Volksarmee (NVA) in Cottbus und Straßgräbchen bei Hoyerswerda. Von 1989 bis 1990 besuchte er einen Vorkurs an der Technischen Universität Dresden. 1991 erlangte er an der Fachoberschule in Büdingen, Hessen das Fachabitur für Wirtschaft und Verwaltung. Anschließend studierte er von 1992 bis 1996 Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (ohne Abschluss).[1] Von 1992 bis 1995 war er zudem freiberuflicher PR-Berater. Von 1995 bis 1999 war er Mitinhaber und Geschäftsführer der Werbeagentur Zastrow & Schandera GbR Dresden und ist seit 1999 geschäftsführender Gesellschafter der Werbe-, PR- und Eventagentur Zastrow + Zastrow GmbH Dresden. Zastrow lebt in der Radeberger Vorstadt in Dresden und ist seit 2010 verheiratet.

Politik[Bearbeiten]

Zastrows politisches Engagement begann während der friedlichen Revolution in der DDR. Er war 1989 Mitbegründer der Jungliberalen Aktion Dresden – als Alternative zur staatlich gesteuerten Jugendorganisation FDJ – und wurde 1990 deren erster Kreisvorsitzender. 1991/1992 war er persönlicher Referent eines FDP-Landtagsabgeordneten. 1993 wurde er Mitglied der FDP. Seitdem ist er Mitglied des Landesvorstandes. Von 1993 bis 1997 war er Landesvorsitzender des FDP-nahen Jugendverbandes JuliA Sachsen.[2] Von 1995 bis 1997 war er stellvertretender Landesvorsitzender, von 1997 bis 2000 stellvertretender Kreisvorsitzender in Dresden. 1999 wurde er Landesvorsitzender und nach dem Wiedereinzug der FDP in den Landtag 2004 Vorsitzender der FDP-Fraktion im Sächsischen Landtag. Außerdem ist er seit 2000 Mitglied im FDP-Bundesvorstand und seit der Kommunalwahl 2004 Stadtrat in Dresden.

Nach der Sächsischen Landtagswahl 2009, aus der erstmals im Freistaat eine Koalition aus CDU und FDP hervorgegangen war, entschied er sich gegen die von ihm als Landesvorsitzender der FDP erwartete Übernahme eines Ministerpostens und des Amtes als stellvertretender Ministerpräsident im Kabinett Tillich II. Seine Entscheidung, weiterhin Fraktionsvorsitzender im Sächsischen Landtag bleiben zu wollen, begründete er damit, dass er Beruf und Mandat miteinander vereinbaren möchte und er Verantwortung für die von ihm seit Mitte der 1990er aufgebaute Werbeagentur und seine 16 Mitarbeiter und deren Familien trage.[3]

Am 13. Mai 2011 wurde er auf dem 62. Parteitag der FDP in Rostock mit 89,35 Prozent der Delegiertenstimmen zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden seiner Partei gewählt,[4] in welchem Amt er im März 2013 bestätigt wurde.[5] Er kritisierte den politischen Kurs der Bundespartei. Wenn man meine, „man müsse die FDP grün anpinseln, dann ist das mit der sächsischen FDP nicht zu machen“. In Abgrenzung dessen legt er Wert darauf, in Sachsen einen eigenständigen Kurs zu fahren, also den „Liberalismus ins Sächsische“ zu übersetzen.[6] Auf dem außerordentlichen Parteitag der FDP im Dezember 2013 kandidierte er nicht mehr für ein Amt im Bundesvorstand.[7]

Außerdem griff er im Dezember 2011 die Bundes-CDU an und unterstellte dieser, dass sie einem „linksgrünen Zeitgeist“ hinterher rennen würde. Er gilt als Befürworter einer konservativ-liberalen Neuausrichtung der FDP.[8] Nach der Bundestagswahl 2013, bei der die FDP erstmals aus dem Bundestag ausschied, sprach sich Zastrow gegen eine Öffnung der FDP für andere Koalitionspartner jenseits der Unionsparteien aus, da für ihn „Sozialdemokraten, Grüne und Kommunisten allesamt Sozialisten sind“.[9]

Gemeinsam mit drei weiteren Fraktionsvorsitzenden, Martin Dulig (SPD), Antje Hermenau (Grüne) und Steffen Flath (CDU) erhielt Zastrow von Landtagspräsident Matthias Rößler in Würdigung ihres Wirkens um die Aufnahme des Neuverschuldungsverbots in die Sächsische Verfassung am 24. Mai 2014 die Sächsische Verfassungsmedaille verliehen.[10]

Zastrow war Spitzenkandidat der FDP Sachsen bei der Landtagswahl 2014, bei der die Partei mit 3,8 % an der 5-Prozent-Hürde scheiterte.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Holger Zastrow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Karin Schlottmann: Selbstbewusst und Staatsverdrossen (PDF; 421 kB), Sächsische Zeitung.
  2. Geschichte der Jungliberalen Aktion Sachsen. JuliA Sachsen, abgerufen am 7. September 2014.
  3. Zastrow verzichtet auf Wirtschaftsministerium. In: Lausitzer Rundschau. 29. September 2009, abgerufen am 7. September 2014.
  4. Sachsens FDP-Chef Zastrow zu Röslers Stellvertreter gewählt. In: Stern. 13. Mai 2011, archiviert vom Original am 12. Februar 2013, abgerufen am 7. September 2014.
  5. Wahl der FDP-Spitze: Vizeposten für Lindner, Leutheusser-Schnarrenberger und Zastrow. In: Spiegel Online. 9. März 2013, abgerufen am 7. September 2014.
  6. Zastrow kritisiert FDP-Spitze. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 17. April 2011, abgerufen am 7. September 2014.
  7. Schwarz-Gelb: FDP-Vize Zastrow zieht sich aus Bundespolitik zurück. In: Spiegel Online. 3. Dezember 2013, abgerufen am 7. September 2014.
  8. FDP-Vize Zastrow: Mitgliederentscheid war Befreiungsschlag für die Liberalen. In: ad hoc news. 17. Dezember 2011, abgerufen am 7. September 2014.
  9. FDP-Vize – SPD und Grüne „allesamt Sozialisten“. In: Die Welt. 10. Oktober 2013, abgerufen am 7. September 2014.
  10. Verleihung der Verfassungsmedaille 2014. Sächsischer Landtag, 24. Mai 2014, abgerufen am 7. September 2014.