Holliday-Struktur

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Schematische Darstellung einer Holliday-Struktur
Molekulare Struktur einer Holliday-Struktur. Aus PDB 3CRX.

Die Holliday-Struktur (engl. holliday junction) ist ein wichtiger Zwischenschritt des Crossing-overs. Sie hilft beim Austausch von genetischer Information zwischen zwei homologen (ähnlichen oder identischen) bzw. nicht homologen DNA-Strängen. Der Vorgang wird durch das Enzym Rekombinase katalysiert. Es besitzt vier Untereinheiten, von denen sich jeweils zwei an eine der beiden DNA-Helices binden. So entsteht eine Rekombinationssynapse.

Der DNA-Austausch beginnt mit der Aufspaltung eines Einzelstranges jeder Helix. Die nun freien 5'-Hydroxygruppen binden jeweils an einen Tyrosinrest der Untereinheit und werden so zur anderen Seite transportiert. Dort binden sie an die 3'-Phosphatgruppe des anderen Doppelstranges. Man spricht nun von einer Holliday-Kreuzung. Es findet ein Austausch von DNA statt, indem beide Stränge rotieren. Die Einzelstränge werden nun auf die andere Helix übertragen.

Ist der Austausch nach einigen 1000 Nukleotiden abgeschlossen, findet erneut eine katalysierte Spaltung statt, und die beiden Helices werden wieder voneinander getrennt.

Die Holliday-Struktur ist benannt nach dem australischen Forscher Robin Holliday, der das prototypische Modell der allgemeinen Rekombination 1964 ausarbeitete.

Weblinks[Bearbeiten]

http://www.web-books.com/MoBio/Free/Ch8D2.htm

Literatur[Bearbeiten]

  • Jeremy M. Berg, John L. Tymoczko, Lubert Stryer: Biochemie. Spektrum Akademischer Verlag, April 2003 ISBN 3-8274-1303-6
  • Donald Voet, Judith G. Voet, Charlotte W. Pratt: Lehrbuch der Biochemie. Übersetzung herausgegeben von Annette G. Beck-Sickinger und Ulrich Hahn. Wiley VCH Verlag, 2002