Hollow Man – Unsichtbare Gefahr

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Filmdaten
Deutscher Titel Hollow Man – Unsichtbare Gefahr
Originaltitel Hollow Man
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2000
Länge 108 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Paul Verhoeven
Drehbuch Gary Scott Thompson,
Andrew W. Marlowe
Produktion Marion Rosenberg,
Douglas Wick,
Alan Marshall
Musik Jerry Goldsmith
Kamera Jost Vacano
Schnitt Mark Goldblatt
Besetzung

Hollow Man – Unsichtbare Gefahr ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Thriller von Regisseur Paul Verhoeven. Die Hauptrollen spielen Kevin Bacon, Elizabeth Shue und Josh Brolin. Die Geschichte des Films basiert lose auf dem Roman The Invisible Man von H. G. Wells.

Handlung[Bearbeiten]

Sebastian Caine ist ein ebenso genialer wie egozentrischer Wissenschaftler, der mit einem kleinen Team daran arbeitet, lebende Wesen mittels Phasenverschiebung unsichtbar zu machen. Die ersten Tests, die er mit Tieren ausführt, sind vielversprechend. Es gelingt ihnen schließlich sogar, einen „phasenverschobenen“ Gorilla wieder sichtbar zu machen. Gegenüber dem Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten (Dr. Howard Kramer), in dessen Auftrag das Team arbeitet, verheimlichen sie dieses Ergebnis aus Furcht, das Projekt entzogen zu bekommen.

Sebastian behauptet, kurz vor dem entscheidenden Durchbruch zu stehen und nur noch ein wenig Zeit zu benötigen. Er testet das Serum im Selbstversuch und wird tatsächlich unsichtbar. Alle im Team sind begeistert, bis sie feststellen, dass sie nicht in der Lage sind, ihn wieder sichtbar zu machen. Caine bleibt vorerst im Labor, trägt dort eine Latexmaske, um gesehen werden zu können, und wird zusehends paranoid und feindselig. Eines Nachts gestattet sich Caine einen ersten Freigang. Dabei schleicht er sich unbemerkt in das Appartement seiner hübschen Nachbarin. Zunächst jagt er ihr nur einige Schrecken ein, wird aber schließlich auch gewalttätig und vergewaltigt sie.

Als Linda und Matt das Verteidigungsministerium von dem gescheiterten Experiment unterrichten wollen, schlägt Sebastian mit brutalsten Mitteln zurück. Zuerst ertränkt er Dr. Howard Kramer in dessen Schwimmbad, erdrosselt eine weitere Mitarbeiterin, dann schließt er das ganze fünfköpfige Team in der unterirdischen Forschungsanlage ein und beginnt, einen nach dem anderen zu töten. Mehrmals bekämpfen seine bisherigen Kollegen ihn u. a. mit Feuerlöschern, um ihn sichtbar zu machen, aber dank seiner Unsichtbarkeit kann er ihnen stets entkommen und ermordet drei seiner Kollegen. Nur Linda und der verletzte Matt überleben und werden von Sebastian in ein Tieftemperaturlabor eingesperrt. Linda versorgt Matts Bauchwunde mit Laborklebeband, dann gelingt es ihr in letzter Minute – die Temperatur hat bereits die −40 °C-Marke unterschritten, und ihre Tränen zu erstarren begonnen – den äußeren Stahlriegel mit aus einem Defibrillator gebauten Elektromagneten zu lösen. Caine bereitet unterdessen die Vernichtung des gesamten Laborkomplexes mittels eines Zweikomponentenflüssigkeitssprengstoffes (Glycerin + Nitriersäure: Nitroglycerin) in einer Zentrifuge mit Zeitschaltuhr vor, die nach dem Anlaufen nicht mehr angehalten werden kann. Er trägt sichtbare Kleidung, Latexmaske, Sonnenbrille und Hut. Gerade als er über den Fahrstuhl flüchten will, greift Linda ihn mit einem provisorischen Flammenwerfer an und verletzt ihn. Caine kann entkommen, sie löst die Sprinkleranlage aus, er wird dadurch schemenhaft sichtbar. In einem erneuten Kampf stößt ihn Matt in einen Schaltkasten. Der Strom durchfließt den nassen Sebastian, Muskeln, Organe, Knochen und Zähne werden wieder sichtbar. Nur Haut, Haare und alles Bindegewebe bleiben unsichtbar. Als Matt und Linda über die Notleiter im Aufzugsschacht vor der drohenden Explosion nach oben flüchten, greift Sebastian Linda an. Auf dem Dach des heruntergestürzten Fahrstuhls will er sie ein letztes Mal küssen. Hierbei tritt Linda die letzte Verbindung, den Stecker des dicken Starkstromkabels des Fahrstuhls los, an dessen oberem Stück sie festhält, und Sebastian stürzt mit der Kabine in das Flammenmeer ab.

Kritiken[Bearbeiten]

Der Film wurde wegen seiner oberflächlichen Handlung und fehlender Tiefe der Figuren von den meisten Kritikern verrissen, er spielte bei 95 Millionen Dollar Produktionskosten ca. 190 Millionen Dollar ein. Regisseur Verhoeven zog sich danach für mehrere Jahre aus dem Regiestuhl zurück.

„Horrorthriller des niederländischen Regisseurs Paul Verhoeven, wobei sich die Geschichte weniger an James Whales ‚Unsichtbaren‘ der 30er Jahre orientiert, als an dem ‚Jekyll & Hyde‘-Thema vom Mad Scientist, der mehr und mehr zur Bestie wird. Wäre nicht das genreübliche, trashige‚ ‚mit einem Messer im Rücken gehe ich noch lange nicht nach Hause‘-Ende, wäre dies ein sehenswerter Film, der gekonnt mit Themen wie der Verantwortung der Wissenschaft und dem Verlust von Moral spielt. So bleibt ein visuell beeindruckender Genrefilm, der seine Tiefgründigkeit durch die Publikumsträchtigkeit leider verliert.“

prisma-online [1]

„Ein nur oberflächlich an H. G. Wells' ‚The Invisible Man‘ angelehnter Film, der nach einer Reihe brillanter Trickeffekte in eine geschmacklose Eifersuchts- und Mordgeschichte abgleitet. Deren ebenso drastische wie sich wiederholende Aktionsmuster nehmen allenfalls durch die hervorragende Filmmusik dramatische Dimensionen an.“

Lexikon des Internationalen Films[2]

Anmerkung[Bearbeiten]

Je nach Schnittfassung des Films ist die Vergewaltigung der Nachbarin nicht eindeutig erkennbar. In der Fernsehfassung wird die schreiende Frau nur auf das Bett geworfen.

Besonders auffällig ist im Film der Versuch, eine realistische Erklärung für das Unsichtbarwerden zu vermitteln. Hollow Man gehört zu den wenigen Filmen, in denen nur der Mensch, nicht jedoch seine Kleidung unsichtbar gemacht wird. Demzufolge werden die Tiere immer nur anatomisch – Muskel für Muskel, Ader für Ader – wiederhergestellt. Allerdings wirkt die injizierte Substanz, die eine „Phasenverschiebung“ der Moleküle und damit die Unsichtbarkeit bewirkt, auch auf jene Körperteile, die vom Stoffwechsel nur wenig oder gar nicht betroffen sind (Zahnschmelz, Haare). Aufgenommene Nahrung wird ebenfalls nach und nach unsichtbar; andere Objekte, mit denen die unsichtbaren Körperteile in Berührung kommen, sind nicht betroffen.

Fortsetzung[Bearbeiten]

Mitte 2005 kündigte Sony Pictures Hollow Man 2 an. Das Drehbuch für diese Fortsetzung stammt von Joel Soisson, Regie führte der Schweizer Regisseur Claudio Fäh. Die Filmmusik wurde 2006 in München aufgenommen. Der Film war eine Direct-to-DVD-Produktion und erschien 2006. Die Hauptrolle spielt Christian Slater.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.prisma-online.de/tv/film.html?mid=2000_hollow_man_unsichtbare_gefahr
  2. Hollow Man – Unsichtbare Gefahr im Lexikon des Internationalen Films