Holm (Schleswig)

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Die Fischersiedlung Holm im Jahre 1894
Kapelle des Friedhofes der Holmer Beliebung in Schleswig
Fischerboote am Holm in Schleswig

Der Holm ist ein Fischerviertel in Schleswig am Rande der heutigen Altstadt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name der Siedlung beruht auf dem Norddeutschen beziehungsweise dem Dänischen Wort Holm. Es bedeutet kleine Insel.[1][2][3] Das Viertel entstand um das Jahr 1000, als sich die Siedlung noch auf einer Insel in der Schlei befand. Damals führte die Siedlung ein Eigenleben, hatte Privilegien und Sonderrechte. Seit 1480 war es ausschließlich Fischern vom Holm gestattet, auf der Schlei zwischen Arnis und Schleswig zu fischen. Dies wurde im Schleibrief von König Christian I. bekräftigt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde 1650 von den Holmer Fischern die Gilde Holmer Beliebung gegründet, um sich in Zeiten von Krieg und Pest untereinander helfen zu können. Die Holmer Beliebung existiert noch heute.

Auch in der Siedlungsstruktur unterschied sich Holm von der benachbarten Stadt, alle Häuser waren dicht am Wasser gebaut, eine Notwendigkeit der Fischverarbeitung. Seit dem 20. Jahrhundert ist der Holm mit Land verbunden. Damals wie heute arbeiten Bewohner des Holms als Fischer.

Zentraler Teil des Viertels ist ein kleiner Friedhof mit eigener Kapelle, um den sich die einzelnen Fischerhäuschen gruppieren. Auf dem Holm befindet sich auch das St.-Johannis-Kloster vor Schleswig. Dieser in seinen Ausmaßen bescheiden wirkende rechteckige Baukörper von kaum 80 × 60 Metern Ausdehnung wurde 1194 als Benediktinerinnenkloster gegründet und 1536 in einen Frauenstift umgewandelt. Heute gibt es sogar einige private Mietwohnungen in den Klostergebäuden. Um die Geschichte des Viertels für die Nachwelt dokumentieren zu können, wurde 1992 das Holm-Museum als Teil des Schleswiger Stadtmuseums gegründet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Volker Vogel: Siedlung und Kloster auf dem Holm. In: Schleswig im Mittelalter - Archäologie einer Stadt. Karl Wachholtz Verlag, Neumünster 1989. S. 64-67.
  • Holger Rüdel: Der Holm. Schleswigs alte Fischersiedlung. 2. Auflage. Husum Verlag, Husum 2007, ISBN 978-3-88042-938-3

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. Holm. In: Ordbog over det danske Sprog. Det Danske Sprog- og Litteraturselskab: Den danske Ordbog, abgerufen am 10. Mai 2014.
  2. Vgl. Duden - Deutsches Universalwörterbuch, Stichwort: Holm
  3. Vgl. Holm, en. In: Ordbog over det danske Sprog. Det Danske Sprog- og Litteraturselskab, abgerufen am 10. Mai 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Holm – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

54.5124388888899.5748111111111Koordinaten: 54° 31′ N, 9° 34′ O