Holyrood Abbey

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Die Ruinen der ehemaligen Klosterkirche der Holyrood Abbey

Holyrood Abbey ist die Ruine eines Chorherrenstifts in Edinburgh, das 1128 von König David I. errichtet wurde. Während des 15. Jahrhunderts wurde das Gästehaus der Abtei in eine königliche Residenz umgewandelt, und nach der Schottischen Reformation wurde der Holyrood Palace weiter ausgebaut. Die Abteikirche wurde bis ins 17. Jahrhundert als Pfarrkirche genutzt und ist seit dem 18. Jahrhundert Ruine. Die erhaltenen Mauern der Abtei liegen neben dem Palast, am östlichen Ende von Edinburghs Royal Mile. Der Ort der Abtei ist als Scheduled Monument geschützt.

Etymologie[Bearbeiten]

Rood bezeichnet das christliche Symbol des Kreuzes (oder Kruzifixes), mit dem Wort ist meist ein großes Holzkreuz gemeint. “Holy Rood” soll auf das „Wahre Kreuz“ hindeuten.

Geschichte[Bearbeiten]

Die königliche Kapelle zu Zeiten von Jakob VII.[1]

Der Legende zufolge stieß König David I. am Kreuzerhöhungstag des Jahres 1125 auf der Jagd in den östlichen Wäldern Edinburghs mit einem Hirsch zusammen und wurde vom Pferd geworfen. Die Varianten der Sage stimmen überein, dass das Tier aufgrund der wundersamen Erscheinung eines vom Himmel gefallenen heiligen Kreuzes oder durch das plötzlich zwischen dem Hirschgeweih und dem König aufblitzende von einem Kruzifix reflektierte Sonnenlicht zurückschrak, so dass der König vor dem Aufspießen durch das Gehörn gerettet wurde. Zum Dank fur seine Rettung gründete David im Jahr 1128 an diesem Ort die Holyrood Abbey.[2], ursprünglich als Filiale der Augustinerchorherren der wohl 1125 errichteten Merton Priory, die heute allein aus Ausgrabungen bekannt ist.[2] 1177 hielt der päpstliche Legat Vivian hier Rat. 1189 trafen sich hier der schottische Adel und die Prälaten, um ein Lösegeld für Wilhelm den Löwen zu diskutieren.[2]

Die ursprüngliche Abteikirche wurde zwischen 1195 und 1230 großzügig rekonstruiert.[2] Das komplettierte Gebäude bestand aus einem sechsjochigen Chor, dreijochigem Querschiffen mit zentriertem Turm darüber und einem achtjochigem Kirchenschiff mit Zwillingstürmen an seiner westlichen Fassade.[3]

Das Parlament von Schottland versammelte sich 1256, 1285, 1327, 1366, 1384, 1389 und 1410 in der Abtei. 1326 hielt Robert the Bruce das Parlament hier ab und es gibt Belege dafür, dass Holyrood 1329 als königliche Residenz diente.[2] Der Vertrag von Edinburgh–Northampton (1328), der den Ersten Schottischen Unabhängigkeitskrieg beendete, wurde von Robert I in der „Königskammer“ in Holyrood im März 1328 unterzeichnet. Die Lage der Abtei nahe Edinburgh Castle bedeutete, dass sie des Öfteren von schottischen Königen besucht wurde, die im Gästehaus westlich des Kreuzgangs untergebracht waren. Mit dem Aufstieg Edinburghs zum Hauptsitz des königlichen Hofes und zur Hauptstadt des Königreichs in der Mitte des 15. Jahrhunderts, nutzte der schottische König die Einrichtung zunehmend zu weltlichen Zwecken. Im Oktober 1430 wurden hier die Zwillinge Jakob II. und Alexander, Duke of Rothesay geboren. Jakob wurde 1437 in Holyrood gekrönt; vor seiner Heirat 1449 waren die Bauarbeiten abgeschlossen.[4][5] Zwischen 1498 und 1501 erbaute Jakob IV. angrenzend an die Abtei einen königlichen Palast. Der königliche Einfluss auf die Abtei verstärkte sich 1538, als Robert Stewart, der illegitime Sohn Jakobs V., als Kommandant nach Holyrood bestallt wurde.[6][7]

Die Ruinen der Abteikirche

Während eines Krieges zwischen Schottland und England zerstörte das englische Heer des Grafen von Hertford in den Jahren 1544 und 1547 die Abtei. Dieser Feldzug aus den Anglo-Schottische Kriegen wird The Rough Wooing genannt. Dabei wurde Blei vom Dach gerissen, die Glocken gestohlen und die Abtei geplündert. Während der Schottischen Reformation 1559 erlitt die Abtei weiteren Schaden, als Eiferer die Altäre zerstörten und Klosteranlagen brandschatzten.[8] Mit der Reformation wurde die klösterlichen Funktion hinfällig und der Verfall des Altarraums setzte ein. 1569 berichtete der Komtur von Holyrood Adam Bothwell der Generalversammlung der Church of Scotland, dass Chor und Querschiff aufgrund ihres desolaten Zustandes abgerissen würden, so dass nur das Kirchenschiff zurückblieb, das bis dahin als Pfarrkirche der freien Stadt von Canongate genutzt wurde. Zwischen 1570 und 1573 wurde ein Ostgiebel errichtet, der das Ende des ehemaligen Kirchenschiffes abschloss, die königlichen Gräber wurden in eine neuen königliche Gruft am südlichen Seitenschiff versetzt und der alte Altarraum abgerissen.[9] Die Abtei wurde 1633 größtenteils restauriert für die Krönung Karl I..

Die Ruinen des Kirchenschiffs

1686 gründete Jakob VII. innerhalb von Holyrood Palace ein Jesuitenkolleg, das im folgenden Jahr in die neue Kirk of the Canongate verlagert wurde. Die Abtei wurde zu einer römisch-katholischen königlichen Kapelle umgewidmet und die Kapelle dem Schottischen Orden von der Distel übergeben.[10] Die Abteikirche wurde nach Plänen James Smiths umgebaut und für die einzelnen Ritter der Distel mit aufwändigen von Grinling Gibbons geschnitzten Chorgestühl ausgestattet. 1688, nach der Glorreichen Revolution, brach der Edinburgher Mob in die Abtei ein, zerstörte die königliche Kapelle und schändete die königlichen Gräber.[11][12] Während eines Sturmes 1768 stürzte das 1758 in schlechter Qualität ausgeführte in Stein gewölbte Dach ein und hinterließ eine dachlose Ruine, wie sie sich noch heute darbietet. Ein Wiederaufbau der Abtei wurde seit dem 18. Jahrhundert mehrfach vorgeschlagen - 1835 von Architekt James Gillespie Graham als Gebäude der Generalversammlung der Church of Scotland und 1906 als Kapelle für die Ritter der Distel — beide Anträge wurden abgelehnt.[13]

Krönungen[Bearbeiten]

Holyrood Abbey war Ort der Krönungen von Jakob II. 1437 und Karl I. 1633. Königsgemahlinnen, die in Holyrood gekrönt wurden:

Hochzeiten[Bearbeiten]

Die Abtei war Ort mehrerer königlicher Hochzeiten. Einschließlich:

Geburten[Bearbeiten]

  • Jakob II. wurde 1430 in Holyrood Abbey geboren.

Beerdigungen[Bearbeiten]

Die Abtei war Ort königlicher Beerdigungen und Bestattungen, meist im östlichen Erker des südlichen Schiffs, dem "Königlichen Gewölbe". Königliche, die ursprünglich hier bestattet wurden, eingeschlossen:

Weitere

  • Alexander Mylne d.1643, Maurermeister. Das Denkmal wurde von seinem Nachfolger Robert Mylne 1776 restauriert.
  • Robert Douglas, Viscount Belhaven d.1639. Liegende Marmorstatue von Johann Schoerman, sehr ähnlich einem weiteren Werk von Schoerman in Westminster Abbey.
  • Mittelalterliche Grabplatte c.1300 für Sibilla de Stratun (vermutlich das heutige Straiton).
  • Mittelalterlicher Sarg für Robert Ross d.1409, mit einem eingeschnittenem Kelch.
  • Bischof George Wishart d.1671. Kopflose Engel auf dem Giebel, scheinbar von Robert Mylne.
  • George, Graf von Sutherland, d.1703, Denkmal von James Smith, einschließlich Familiennamen auf den Säulen.
  • Jane, Gräfin von Eglinton, d.1596. Ein kastenförmiges Grab, ähnlich anderen in Greyfriars Kirkyard.
  • Thomas Lowes d.1812
  • Adam Bothwell d.1593.
  • Margaret Bakster (die alte Schreibweise von Baxter) d.1592
  • Angrenzend an das obige unleserliche Denkmal für to John (?) d.1543, mit Kreuz, Kompässen und Werkzeugen.
  • Euphemia Stewart d.1817, ein aus der Wand ausgeklammerter Obelisk.
  • George Douglas, Bischof von Moray

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Daniel, William S. (1852), History of the Abbey and Palace of Holyrood. Edinburgh : Duncan Anderson. facing p. 129.
  2. a b c d e {{{title}}}, ISBN 014071068.
  3. Fawcett, S. 62.
  4. Gallacher, S. 1079.
  5. Fawcett, S. 62.
  6. Fawcett, S. 62.
  7. Gallacher, S. 1080.
  8. Gallacher, S. 1084.
  9. Gallacher, S.1084.
  10. Burnett and Bennett. S. 7.
  11. Burnett and Bennett. S. 7.
  12. Gallacher, S. 1085.
  13. Gallacher, S. 1085.
  • Burnett, Charles and Bennett, Helen, The Green Mantle: a celebration of the revival in 1687 of the Most Ancient and Most Noble Order of the Thistle, Edinburgh, 1987.
  • Fawcett, Richard, The Palace of Holyroodhouse: official guide, HMSO, Edinburgh, 1988.
  • Gallagher, Dennis, "Holyrood Abbey: the disappearance of a monastery" (PDF; 1,9 MB), in the Proceedings of the Society of Antiquaries of Scotland, 128 (1998), pp. 1079–1099.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Holyrood Abbey – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

55.95316-3.171575Koordinaten: 55° 57′ 11″ N, 3° 10′ 18″ W