Holzbrikett

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Holzbrikett nach ÖNorm M 7135 und DIN 51731 in runder Form

Holzbriketts sind eine Form von Holzbrennstoffen, die durch maschinelles Pressen von trockenen unbehandelten Holzpartikeln, beispielsweise Hobelspänen oder Sägemehl hergestellt werden. Die entstehenden Briketts haben mindestens einen Durchmesser von 25 Millimetern, kleinere Presslinge werden als Holzpellets bezeichnet. Die Briketts haben eine gleichmäßig hohe Dichte und einen einheitlichen Querschnitt, oft auch eine einheitliche Länge.

Allgemeines[Bearbeiten]

Durch die hohe Verdichtung bei der Brikettierung nimmt das Naturprodukt Holz in etwa das Brennverhalten von Braunkohle an.

Holzbriketts erzeugen weniger Asche (100 kg Holzbrikett ergeben unter 1 kg Asche) und haben einen geringeren Schwefelanteil als Braunkohle. Die CO2-Bilanz ist neutral – wenn man den Energiebedarf für Transport und Herstellung der Holzbriketts nicht berücksichtigt –, denn die Holzbriketts geben bei ihrer Verbrennung nur so viel CO2 an die Atmosphäre ab, wie ein nachwachsender Baum durch die Photosynthese aufnimmt.

Für Holzbriketts gilt in Europa Euronorm EN 14961 „Feste Biobrennstoffe – Brennstoffspezifikationen und -klassen“. Zur Anwendung kommen Teil 1 „Allgemeine Anforderungen“ und Teil 3 „Holzbriketts für nichtindustrielle Verwendung“. Bis September 2011 waren in Deutschland Anforderungen und Prüfungen für unbehandelte Holzbriketts und -pellets in DIN 51731 genormt.

Heizwert und Brenndauer[Bearbeiten]

Der niedrige Wassergehalt von unter 10 % ist eine Ursache für den mit 4,8 kWh bis 5,5 kWh pro kg hohen Energieinhalt.

Zum Vergleich:

  • Waldfrisches Holz hat bei einem Wassergehalt von 50 % ca. 2,5 kWh/kg,
  • (1000 kg) Holzbriketts entsprechen dem Energieinhalt von ca. 2,25 Raummeter trockenem Kaminholz (Feuchte 20 %).

Beim Brikett hat Hartholz auch Vorteile gegenüber Weichholz. Die Briketts werden zwar auf das gleiche spezifische Gewicht gepresst (1 bis 1,2 t/m³). Der größte Nachteil von harzhaltigen Weichhölzern ist der zu schnelle Abbrand und die durch das verdampfende Harz bedingte Forminstabilität. Das Brikett zerfällt schneller und der austretende Harzdampf kann in normalen Kaminöfen nicht vollständig verbrannt werden, was sich auch an den schwarzen Scheiben des Ofens zeigt. Gute Hartholzbriketts verbrennen wesentlich sauberer und produzieren auch weniger Feinstaub.

Zur Brenndauer: je glatter und fester eine Oberfläche ist, desto länger brauchen die Flammen, um sich "durchzufressen". Hartholz-Briketts werden oft aus feinen Schleifspänen (zum Beispiel Parkettherstellung) produziert; sie haben daher eine homogenere und festere Oberfläche. Nadelholz-Briketts werden hingegen oft aus Hobelspänen gepresst. Ihre Oberfläche ist grober und deshalb schneller zu entfachen. Sie eignen sich daher zum Entfachen des Feuers und für eine schnelle Wärmeerzeugung, Hartholz-Briketts eher zum Gluthalten und für eine etwas längere Wärmeerzeugung.

Siehe auch[Bearbeiten]