Holziken

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Holziken
Wappen von Holziken
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Aargau (AG)
Bezirk: Kulmw
BFS-Nr.: 4136i1f3f4
Postleitzahl: 5043
Koordinaten: 645379 / 24143547.3222228.038889443Koordinaten: 47° 19′ 20″ N, 8° 2′ 20″ O; CH1903: 645379 / 241435
Höhe: 443 m ü. M.
Fläche: 2.86 km²
Einwohner: 1295 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 453 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 17,7 % (31. Dezember 2013)[2]
Website: www.holziken.ch
Dorfstrasse

Dorfstrasse

Karte
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Holziken (schweizerdeutsch: ˈhɔʊtsɪkχə)[3] ist eine Einwohnergemeinde im Bezirk Kulm im Schweizer Kanton Aargau. Sie liegt zwischen dem Uerkental und dem Suhrental.

Geographie[Bearbeiten]

Das Dorf befindet sich am nördlichen Fuss des Stübisbergs (556 m ü. M.), einem Ausläufer des Uerknerbergs, der die Täler der Uerke und der Suhre voneinander trennt. Die südliche Hälfte des Gemeindegebiets ist sehr hügelig und fast vollständig mit Wald bedeckt. Die nördliche Hälfte hingegen liegt in einer völlig flachen, intensiv landwirtschaftlich genutzten Ebene namens «Hard», die im Westen von der Uerke und im Osten von der Suhre entwässert wird.[4]

Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 286 Hektaren, davon sind 113 Hektaren bewaldet und 45 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt befindet sich auf dem Stübisberg auf 550 Metern, der tiefste auf 435 Metern in der Hard-Ebene.

Nachbargemeinden sind Kölliken im Nordwesten, Muhen im Nordosten, Hirschthal im Osten, Schöftland im Südosten und Uerkheim im Südwesten.

Geschichte[Bearbeiten]

1924 wurde eine römische Goldmünze aus der Zeit des Kaisers Vespasian gefunden, allerdings gibt es keine Hinweise auf eine Besiedlung.[5] Zwischen dem 6. und 9. Jahrhundert rodeten die Alamannen den Wald und gründeten eine Siedlung. Der Ortsname leitet sich vom althochdeutschen Hellzinghofun ab, was «bei den Höfen der Sippe des Hellzo» bedeutet. Die erste urkundliche Erwähnung von Helzinkon erfolgte 1306 im Habsburger Urbar.[3]

Holziken war im Mittelalter ein unbedeutender Weiler im Herrschaftsgebiet der Habsburger und gehörte zum Gerichtsbezirk Muhenamt. Eine Urkunde aus dem Jahr 1414 belegt, dass die Fürstabtei St. Gallen hier über Grundbesitz verfügte. 1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau; das Gebiet um Holziken gehörte nun zum Untertanengebiet der Stadt Bern, dem so genannten Berner Aargau. 1528 führten die Berner die Reformation ein. Im Jahr 1558 bestand der nun zum Gerichtsbezirk Kölliken gehörende Weiler lediglich aus sieben Häusern und begann sich erst ab dem 17. Jahrhundert zu einem Dorf zu entwickeln.

Im März 1798 marschierten die Franzosen in die Schweiz ein, entmachteten die «Gnädigen Herren» von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Seither gehört Holziken zum Kanton Aargau. 1803 wurde die Gemeinde dem Bezirk Kulm zugeteilt. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein blieb Holziken landwirtschaftlich geprägt. Nach der Eröffnung der nahe gelegenen Autobahn im Jahr 1967 erlebte die Gemeinde einen Aufschwung. Innerhalb von knapp vierzig Jahren verdoppelte sich die Bevölkerungszahl.

In den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts ist Holziken national vor allem als ausgesprochene Hochburg der SVP bekannt geworden. Bei Wahlen erzielt diese Partei hier zwischen 50-70 % der Stimmen; in der örtlichen Reithalle wurden mehrmals nationale Parteitage durchgeführt.

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «In Weiss schwarzer, mit drei gelben Scheiben belegter Sparren.» Das älteste Wappen ist auf einer 1683 entstandenen Wappenscheibe in der Kirche von Schöftland zu sehen; es zeigt ein grünes Gehölz, das von einem Bach durchflossen wird. Weil in der Heraldik landschaftliche Darstellungen ungeeignet sind, beschloss die Gemeinde 1977 die Einführung des neuen Wappens, welches bereits im 18. Jahrhundert in einem Wappenbuch abgebildet war. Auf einigen Darstellungen sind die abgebildeten Scheiben als aufgeschnittene Bäume zu erkennen, was wohl auf den Gemeindenamen zurückzuführen ist.[6]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung:[7]

Jahr 1803 1850 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010
Einwohner 279 343 372 447 474 537 649 926 1041 1184 1244

Am 31. Dezember 2013 lebten 1295 Menschen in Holziken, der Ausländeranteil betrug 17,7 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 60,9 % reformiert, 20,9 % römisch-katholisch und 4,1 % moslemisch; 1,8 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an.[8] 90,2 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 2,4 % Albanisch, 2,2 % Italienisch, 1,5 % Serbokroatisch, 1,3 % Französisch.[9]

Politik und Recht[Bearbeiten]

Gemeindehaus

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der fünfköpfige Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht in Unterkulm zuständig. Holziken gehört zum Friedensrichterkreis Schöftland.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Holziken gibt es gemäss Betriebszählung 2008 rund 170 Arbeitsplätze, davon 14 % in der Landwirtschaft, 13 % in der Industrie und 73 % im Dienstleistungsbereich.[10] Die meisten Erwerbstätigen sind Wegpendler und arbeiten in Aarau und Umgebung.

Verkehr[Bearbeiten]

Holziken liegt am Kreuzungspunkt mehrerer Ortsverbindungsstrassen ins Suhrental, Uerkental und Wiggertal. Östlich des Dorfes verläuft die Hauptstrasse 24, die gleichzeitig als Umfahrung und als Zubringer zum nahe gelegenen Anschluss Aarau-West der Autobahn A1 dient. Eine Buslinie der Gesellschaft SZR führt von Schöftland über Holziken zum Bahnhof Zofingen. Seit 1976 besitzt Holziken einen offiziellen Heliport (ICAO-Code LSXH).[11]

Bildung[Bearbeiten]

Schulgebäude

Die Gemeinde verfügt über einen Kindergarten und zwei Schulhäuser, in denen die Primarschule unterrichtet wird. Sämtliche Oberstufen der obligatorischen Volksschule (Realschule, Sekundarschule, Bezirksschule) können in Schöftland besucht werden. Die nächstgelegenen Kantonsschulen (Gymnasien) befinden sich in Aarau und Zofingen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  2. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  3. a b  Beat Zehnder: Die Gemeindenamen des Kantons Aargau. In: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Band 100, Verlag Sauerländer, Aarau 1991, ISBN 3-7941-3122-3, S. 201–202.
  4. Landeskarte der Schweiz, Blatt 1109, Swisstopo
  5.  Martin Hartmann, Hans Weber: Die Römer im Aargau. Verlag Sauerländer, Aarau 1985, ISBN 3-7941-2539-8, S. 172.
  6.  Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen des Kantons Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004, ISBN 3-906738-07-8, S. 179.
  7. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden des Kantons Aargau seit 1850. In: Eidg. Volkszählung 2000. Statistisches Amt des Kantons Aargau, 2001, abgerufen am 3. April 2012.
  8. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Religionszugehörigkeit sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 24. August 2012.
  9. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Hauptsprache sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 24. August 2012.
  10. Betriebszählung 2008. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 24. August 2012.
  11. Heliport Holziken