Holzweißig

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Holzweißig (Begriffsklärung) aufgeführt.

51.59777777777812.30722222222290Koordinaten: 51° 35′ 52″ N, 12° 18′ 26″ O

Holzweißig
Wappen von Holzweißig
Höhe: 90 m
Fläche: 13,88 km²
Einwohner: 3059 (30. Jun. 2008)
Eingemeindung: 1. Juli 2007
Postleitzahl: 06808
Vorwahl: 03493
Der Holzweißiger Ost-See

Holzweißig ist ein Ortsteil der Stadt Bitterfeld-Wolfen im Landkreis Anhalt-Bitterfeld im Südosten des Landes Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten]

Holzweißig liegt zwischen Leipzig und Dessau-Roßlau am Rande des Bitterfelder Bergbaureviers, welches vor einigen Jahren geflutet wurde. Östlich des Ortsteils erstreckt sich ein Seen- und Waldgebiet als Bergbaufolgelandschaft, die sich von der Mulde bis Delitzsch erstreckt. Der Große Goitzschesee ist der größte See, die nächstgelegenen Seen sind jedoch der Holzweißiger See und der Ludwigsee (mit Badestelle).

Geschichte[Bearbeiten]

Am 22. Mai 1323 wurde Holzweißig erstmals urkundlich erwähnt. Über den Ursprung und die Bedeutung des Namens Holzweißig liegt folgende Erklärung in der Chronik vor: "Weysigk" bzw. "Holtzweysigk" stammt von den slawischen Wörtern "vysok" oder "Bysoka", welche "die Hohe" bedeuten, sowie vom Wort "visi" ab, welches "Dorf" bedeutet. 1656 wurde das albertinische Sachsen unter den 4 Söhnen von Johann I. aufgeteilt. Infolgedessen wurde Holzweißig in das Herzogtum Sachsen-Merseburg eingegliedert. 1738 fiel das gesamte Gebiet an Kursachsen zurück, da das Haus Merseburg ausstarb. Holzweißig war 1697 von Hexenverfolgung betroffen. Christian Ahl geriet in einen Hexenprozess, der Ausgang ist unbekannt.[1] In Holzweißig waren vorrangig Bauern und vereinzelt Händler und Krämer angesiedelt. Schon bald nach den ersten Braunkohlefunden in diesem Gebiet, ca. 1804, wurde der Ackerboden als Kohlefeld bzw. Bauspekulationsobjekt genutzt. Die angebrochene Braunkohlenkonjunktur hatte zur Folge, dass in den Jahren 1845-1850 sechs neue Gruben aufgeschlossen wurden. Beispiele hierfür sind die Grube Leopold und die Deutsche Grube. In einem zehnjährigen Existenzkampf eroberte die Bitterfelder Kohle den heimischen Markt. So hat sich Holzweißig sowie das gesamte engere Gebiet durch die Braunkohleförderung von Grund auf gewandelt, da die Wälder und Felder dem Bergbau zum Opfer fielen. Die weitere Wirtschaftsstruktur der Gemeinde wurde zum größten Teil durch die Chemieindustrie in Bitterfeld und Wolfen beeinflusst.

Seit dem 1. Juli 2007 gehört Holzweißig zur Stadt Bitterfeld-Wolfen.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1970 6.424
2005 3.225
2008 3.059

Politik[Bearbeiten]

Wappen von Holzweißig

Bürgermeister[Bearbeiten]

Die ehrenamtliche Bürgermeisterin Brunhilde Geyer wurde erstmals am 6. Mai 2001 gewählt. Am 17. Juni 2008 wurde die bisherige Ortsbürgermeisterin vom Ortschaftsrat wiedergewählt.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 23. November 1937 durch den Oberpräsidenten der Provinz Sachsen verliehen.

Blasonierung: „In Silber auf grünem Dreiberg eine grüne Palme zwischen zwei zugewendeten natürlichen rotbewehrten Vögeln (Kronentauben).“

Die Palme zwischen zwei taubenähnlichen Vögeln steht im Siegel der Gemeinde aus dem 18. Jahrhundert. Die Farben zeigt ein Glasgemälde im Rathaus der Gemeinde.

Das Wappen wurde von dem Magdeburger Staatsarchivrat Otto Korn entworfen und vom Heraldiker Jörg Mantzsch 2001 bearbeitet ins Genehmigungsverfahren geführt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bitterfelder Bogen

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

In unmittelbarer Nähe der Gemeinde verlaufen die Bundesstraßen 100 und 184.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Manfred Wilde, Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen. Köln, Weimar, Wien 2003, S. 472.
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2007

Weblinks[Bearbeiten]