Homburg (Hut)

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Hugo Reisinger hält einen grauen Homburg, 1907
Konrad Adenauer und Willy Brandt mit Homburg, 1961

Der Homburger Hut ist ein hoher Herrenhut aus Filz mit hochgebogener, eingefasster Krempe. Er wurde als „Homburg“ zu einem weltweiten Verkaufsschlager.

Der Homburg wurde ursprünglich in Bad Homburg vor der Höhe durch die 1806 gegründete Hutfabrik Ph. Möckel (Dorotheenstraße 8-10) hergestellt. Phillip Möckel hatte 1856 den Betrieb industrialisiert und eine Dampfmaschine erworben. Der große Durchbruch für den Homburg kam mit dem Besuch des britischen Thronfolgers Edward (später König Edward VII.) am 29. August 1882 in Bad Homburg. Er gab ihn als Kurgast hier in seinem typischen eleganten Grau beim Hutmacher Möckel in Auftrag. „Erfunden“ hat er ihn nicht. Edward sah den Hut das erste Mal bei seinem Neffen, dem späteren Kaiser Wilhelm II. in Homburg. Wilhelm II. trug den Hut in einer grünen Variante als Accessoire einer Jagduniform. Das neue Design verbreitete sich schnell und verdrängte alsbald den Zylinder sowie die Melone.

In Großbritannien war eine ähnliche Hutform in den 1930er bis 1950er Jahren populär. Der sogenannte „Anthony Eden“ (nach dem gleichnamigen Politiker, der ihn häufig trug und ein Stilvorbild der 1930er Jahre war) hatte jedoch im Gegensatz zum klassischen Homburg einen unbordierten, geraden Schnittrand. Der Anthony Eden wird auch als „Demi-Homburg“ bezeichnet[1] und wurde bei offiziellen Anlässen zum Stresemann und zum schwarzen Anzug getragen.

Im Gotischen Haus in Bad Homburg ist eine Ausstellung über den Hut zu sehen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ulrich Eisenbach: Die Gebrüder Blanc und das Roulette. In: IHK intern 05/08, S. 10

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Homburg hats – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ingrid Loschek: Reclams Mode- und Kostümlexikon. Reclam Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-15-010577-3, S. 169