Homebrew Computer Club

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Gordon French, 2. April 2013, Mitbegründer des Homebrew Computer Clubs (er war Gastgeber der ersten Sitzung des Vereins in seiner Garage im März 1975).
Einladung zum ersten Homebrew-Computer-Club-Treffen
Einige Homebrew-Computer-Club-Mitglieder: John T. Draper (Captain Crunch), Lee Felsenstein, Roger Melen.
Homebrew-Computer-Club-Newsletter, September 1976

Der Homebrew Computer Club war vom 5. März 1975 bis Dezember 1986 einer der ersten Vereine computerinteressierter Hobbybastler in den USA, genauer in Menlo Park im San Mateo County. Seine Mitglieder trafen sich alle zwei Wochen und waren an der Entwicklung des persönlichen Computers und der daraus entstandenen Industrie im Silicon Valley maßgeblich beteiligt. Der Homebrew Computer Club wurde daher als „Schmelztiegel für eine ganze Branche“ bezeichnet.[1] Mehrere sehr hochkarätige Hacker und Computer-Unternehmer gingen aus ihren Reihen hervor. Gegründet wurde der Club von Fred Moore und Gordon French.

In dem Buch Hackers – Heroes of the Computer Revolution schreibt der Journalist Steven Levy über den Club von dem offenen Austausch von Ideen, was die PC-Revolution auslöste.[2] Unter dessen Mitgliedern waren eine große Zahl später für die Entwicklung der Computerindustrie bedeutsamer Persönlichkeiten, wie beispielsweise Steve Wozniak („The Woz“; Mitbegründer von Apple Computer), Bob Marsh (Processor Technology), John T. Draper, Thomas „Todd“ Fischer (IMSAI Division, Fischer-Freitas Company), George Morrow (Morrow Designs), Paul Terrell (Byte Shop), Adam Osborne (Osborne Computer) und Jerry Lawson (Entwickler von Fairchild Channel F) sowie Harry Garland, Roger Melen (Cromemco), Li-Chen Wang (Entwickler des Palo Alto Tiny Basic und Grafik-Software für den Cromemco Dazzler) und Lee Felsenstein (Entwickler des ersten portablen Computers, genannt Osborne 1, einen Vorläufer der späteren Laptops; Moderator der Club-Treffen).[3][4][5]

Bei ihren Treffen sprachen sie über den Altair 8800 oder andere technische Themen und tauschten Schaltskizzen und Programmier-Tricks aus. Bald nach den ersten Treffen tauchten überall auf der Welt Hobby-Computer-Clubs auf, wie zum Beispiel der niederländische Homebrew Computer Club, dessen Mitglieder sich nahe der Stadt Utrecht trafen.

Der Begriff Homebrew (englisch für selbst gebrautes Bier[6]) hat im Laufe der Zeit eine andere Bedeutung erhalten und bezeichnet heute meist unautorisierte oder selbst erstellte Programme für Spielkonsolen und Handheld-Konsolen.

Siehe auch: Hardwarehacker

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Harry McCracken: For One Night Only, Silicon Valley’s Homebrew Computer Club Reconvenes. TIME Magazine. 12. November 2013. Abgerufen am 12. November 2013: „… the open exchange of ideas that went on at its biweekly meetings did as much as anything to jumpstart the entire personal-computing revolution. It was the crucible for an entire industry.“
  2. Steven Levy: Hackers: Heroes of the Computer Revolution. Doubleday 1984, ISBN 0-385-19195-2
  3. siehe Hacker von Boris Gröndahl aus der Reihe Rotbuch 3000 (ISBN 3434535063)
  4. Interview: Jerry Lawson, Black Video Game Pioneer. Vintage Computing and Gaming, 24. Februar 2009.
  5. Bob Lash: Memoir of a Homebrew Computer Club Member. Abgerufen am 6. Mai 2013.
  6. Oxford English-Deutsch, Dudenverlag