Homeplug
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
HomePlug ist eine Marke[1] für Spezifikationen von Trägerfrequenzanlagen für Inhouse Power Line Communication oder PowerLAN. Die Spezifikationen basieren auf Patenten[2] des Unternehmens Intellon, das integrierte Schaltkreise für Trägerfrequenzanlagen entwirft und herstellt.
HomePlug 1.0 wird vorwiegend für Daten- und Audio-Übertragung eingesetzt. Das Hausnetz stellt die Infrastruktur des Datennetzes dar. In jedem Zimmer, in dem eine Steckdose angebracht ist, können Daten sowohl gesendet als auch empfangen werden. Die dafür notwendigen Adapter werden wie normale Stecker in die Steckdose gesteckt und durch ein Netzwerkkabel mit der Netzwerkkarte eines Computers oder eines anderen Geräts mit Netzwerkanschluss verbunden.
Der HomePlug-1.0-Standard erreicht theoretisch eine Übertragung von bis zu 14 Mbit/s und eine max. Reichweite von 200-300 m innerhalb eines Stromkreises. So können mühelos mehrere Stockwerke überbrückt werden. Zum Aufbau eines Netzes sind zumindest zwei solcher Adapter nötig.
HomePlug-1.0-Adapter werden z. B. von Acer, Allnet, Corinex, devolo, Prevola oder Netgear angeboten und verfügen entweder über eine RJ45- (Ethernet) oder USB-Buchse oder Audio-Cinch-Buchsenkombination.
Neuere Modelle arbeiten nach dem neuen HomePlug-AV-Standard und bieten eine Datenübertragungsrate von max. 200 Mbit/s (z. B.: Adapter von devolo oder solche, die auf einem Chipsatz von DS2 basieren, welche bereits mit bis zu 400 MBit/s vorgestellt wurden). Der neue Standard „Homeplug AV“ (nicht Homeplug 2.0, AV steht für „Audio/Video“) ermöglicht Video-Streaming in DVD-Qualität. HomePlug-AV-Geräte sind zu HomePlug-1.0 Geräten nicht kompatibel, d. h. sie können nicht direkt Daten austauschen. Dennoch können sie störungsfrei im gleichen Stromnetz betrieben werden, sind also koexistent.
Das interne Passwort aller HomePlug-1.0-Adapter muss „Homeplug“ lauten, damit sich auch Geräte unterschiedlicher Hersteller sofort finden.
Der Einsatzbereich der Homeplug-Technologie liegt bei kleinen LANs und Heimnetzwerken. Zunehmendend findet man HomePlug-Geräte aber auch im professionellen Einsatz, wobei nicht nur die hausinternen Stromleitungen sondern auch die Koax-Leitungen (Antennenkabel) zur Datenübertragung genutzt werden.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Funktionsweise
Die vorhandene Netzspannung von 230 V wird mit Trägerfrequenzen von 4,5 bis 27 MHz (Homeplug) respektive 2 bis 32 MHz (DS2) überlagert, die mit dem Nutzsignal im OFDM-Verfahren moduliert sind.
Die Topologie ist eine Busstruktur, d. h. dass alle Geräte an derselben Leitung angeschlossen sind und immer nur ein Gerät senden oder empfangen kann (vgl. 10Base2). Die Reichweite ist auch von der Qualität der Leitungen im Haus und den Geräten bzw. den Störquellen im Stromnetz abhängig.
Begrenzt wird die Reichweite meist durch den Stromzähler. Dessen Dämpfung der Signale ist häufig so groß, dass eine Datenübertragung über ihn hinaus, zum Beispiel in die Nachbarswohnungen, kaum möglich ist. Allerdings ist der Stromzähler nicht immer ein Hindernis; in vielen Fällen können über zwei Stromzähler hinweg Daten empfangen werden.[3] Deswegen wird empfohlen, einen anderen Netzwerknamen in den Geräten zu konfigurieren.
Ebenfalls problematisch ist die Verwendung von Homeplug-Adaptern an Verlängerungskabeln und Mehrfachsteckdosen, da diese oft mit integrierten Überspannungsableitern ausgestattet sind. Diese können zu einer hohen Dämpfung führen und eine Datenübertragung unmöglich machen.
[Bearbeiten] Vorteile
Techniken wie HomePlug bieten eine Alternative zu anderen Netzwerktechniken wie Ethernet oder WLAN. Ihre Vorteile liegen darin, dass keine neuen Kabel verlegt werden müssen und die Reichweite ohne besonderen Aufwand größer als bei WLAN sein kann. Mit der Technik ist es möglich, einen Internet-Anschluss vom Modem oder Router in einen anderen Raum zu "verlängern". Da auch mehrere Adapter in einem Hausstromnetz betrieben werden können, kann auf einfache Weise ein Heimnetzwerk aufgebaut werden. Dafür muss für jeden PC ein Adapter in die nächstgelegene Steckdose gesteckt und mit dem PC verbunden werden.
Speziell bei baulichen Gegebenheiten, bei denen kein Netzwerkkabel verlegt werden kann und WLAN aufgrund dicker Wände und Decken nicht funktioniert, hat die Vernetzung mit solcher Technik Vorteile.
[Bearbeiten] Nachteile
Trägerfrequenzanlagen zur Versorgung von Haushalten mit Internetzugängen über die zugeführte Stromleitung sind nicht unumstritten, da deren Einsatz bei ungeschirmten Leitungen zur Emission hochfrequenter elektromagnetischer Wellen führt. HomePlug arbeitet allerdings mit deutlich geringeren Sendepegeln als die Versuchsanlagen der Energieversorgungsunternehmen, sodass die Abstrahlung um ein Vielfaches geringer ist. Dennoch ist in der Praxis mit einer Abstrahlung der Signale über die Wohnungs- bzw. Grundstücksgrenzen hinaus zu rechnen.
Einige Hersteller von HomePlug-Geräten setzen Kerbfilter ein, um empfindliche Kurzwellenanwendungen von Störungen freizuhalten.
In den Bedienungsanleitungen der HomePlug-Geräte findet man meist einen Hinweis ähnlich dem folgenden: "Diese Einrichtung kann im Wohnbereich Funkstörungen verursachen; in diesem Fall kann vom Betreiber verlangt werden, angemessene Maßnahmen durchzuführen." Dies dürfte in der Regel die Außerbetriebnahme der HomePlug-Geräte sein. Bei Störungen kann man sich an den Funkmessdienst der Bundesnetzagentur wenden (siehe Link unten). HomePlug-Geräte werden seit 2003 in Deutschland verkauft.
Des Weiteren kann die Datenübertragung abgehört werden. Deshalb wird in der Regel eine Datenverschlüsselung verwendet.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Legal & Privacy Policy. HomePlug Powerline Alliance Incorporated. Abgerufen am 10. Mai 2009.
- ↑ HomePlug® Standards and Specifications. Intellon Corporation. Abgerufen am 10. Mai 2009.
- ↑ Unfreiwillige Netz-Nachbarn dank Powerline. Heise Online. Abgerufen am 12. Mai 2009.
[Bearbeiten] Weblinks
- HomePlug Alliance (englisch)
- Homeplug im Feldtest: Am Ende zählt, was hinten rauskommt (Tom's Networking Guide Deutschland)
- Meldung von Rundfunk- und Fernsehempfangsstörungen an die Bundesnetzagentur
- PLC Informationen des DARC e.V.
- Devolo lizenziert PLC-Stromspar-Patent an Intellon
- Fundierte Informationen zu Homeplug und PLC
- Powerline: Computerbild rät vom Internet über das Stromkabel ab

