Homomorphiesatz
Der Homomorphiesatz ist ein mathematischer Satz aus dem Gebiet der Algebra, der in entsprechender Form für Abbildungen zwischen Gruppen, Vektorräumen und Ringen gilt. Er stellt jeweils einen engen Zusammenhang zwischen Gruppenhomomorphismen und Normalteilern, Vektorraumhomomorphismen und Untervektorräumen sowie Ringhomomorphismen und Idealen her. Der Homomorphiesatz lautet:
- Ist
ein Homomorphismus und
der Kern von
, dann ist der Quotient
isomorph zum Bild
.
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Gruppe [Bearbeiten]
Aussage [Bearbeiten]
Ist
ein Gruppenhomomorphismus, dann ist der Kern
ein Normalteiler von
und die Faktorgruppe
ist isomorph zum Bild
. Ein entsprechender Isomorphismus ist gegeben durch
.
Beweis [Bearbeiten]
Der Beweis läuft darauf hinaus, zu zeigen, dass
ein Gruppenisomorphismus ist. Sind
zwei Repräsentationen derselben Nebenklasse, dann gibt es Elemente
mit
. Da
und
Elemente des Kerns
sind, gilt
. Daraus folgt, dass
und
somit wohldefiniert ist.
Die Abbildung
ist ein Gruppenhomomorphismus, da für alle Nebenklassen
und
von
die Gleichung
gilt.
ist zudem injektiv, da
und
das neutrale Element der Faktorgruppe
ist.
Ferner ist
surjektiv, da für jedes
gilt:
.
Hieraus folgt, dass
ein Gruppenisomorphismus ist, und somit
.
Beispiele [Bearbeiten]
- Es stehe
für die allgemeine lineare Gruppe, dargestellt durch reguläre Matrizen über einem Körper
. Die Determinante
-
- ist ein Gruppenhomomorphismus, dessen Kern aus der speziellen linearen Gruppe
der
-Matrizen mit Determinante
besteht. Nach dem Homomorphiesatz gilt
.
- Hieraus folgt insbesondere, dass im Gegensatz zur linearen Gruppe
die Faktorgruppe
abelsch ist.
- Analog zeigt man:
-
- wobei
für die orthogonale Gruppe und
für die spezielle orthogonale Gruppe steht.
- Es stehe
für die symmetrische Gruppe. Die Signum-Abbildung
definiert einen Gruppenhomomorphismus mit
(alternierende Gruppe). Nach dem Homomorphiesatz gilt also:
Vektorraum [Bearbeiten]
Ist
ein Vektorraumhomomorphismus, d. h. eine lineare Abbildung von
nach
, dann ist der Kern
ein Untervektorraum von
und der Faktorraum
ist isomorph zum Bild
.
Ring [Bearbeiten]
Ist
ein Ringhomomorphismus, dann ist der Kern
ein Ideal von
und der Faktorring
ist isomorph zum Bild
.
Der Beweis verläuft analog zum Beweis für Gruppen, es muss nur noch gezeigt werden:
Verallgemeinerungen [Bearbeiten]
- Der Satz gilt allgemein in jeder abelschen Kategorie.
- Der Satz gilt beispielsweise auch in der Kategorie der topologischen Gruppen; allerdings ist das Bild dann auch im kategoriellen Sinne zu verstehen, es handelt sich also im Allgemeinen nicht um das mengentheoretische Bild mit der induzierten Topologie. Auch ist ein bijektiver stetiger Homomorphismus nur dann ein kategorieller Isomorphismus, wenn auch seine Umkehrung stetig ist, d. h. wenn er auch ein Homöomorphismus ist.
Literatur [Bearbeiten]
- Christian Karpfinger, Kurt Meyberg: Algebra. Gruppen – Ringe – Körper. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2009, ISBN 978-3-8274-2018-3, S. 54, S.167-168
ein
.


für die
. Die 
der
-Matrizen mit Determinante
besteht. Nach dem Homomorphiesatz gilt
.
abelsch ist.
für die
für die spezielle orthogonale Gruppe steht.
für die
definiert einen
(
