Honda CBR 1000F

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Honda
HondaCBR1000F.jpg
Honda CBR 1000 F, Baujahr 1994
CBR 1000F
Hersteller: Honda Motors Co., Ltd.
Verkaufsbezeichnung Hurricane
Produktionszeitraum 1987 bis 1999
Klasse Motorrad
Bauart Sporttourer
Motordaten
flüssigkeitsgekühlter Reihenvierzylinder
Hubraum (cm³) 998
Leistung (kW/PS) 72 / 98 bei 9000 min-1
Drehmoment (N m) 88 bei 6.500 min-1
Höchstgeschwin-
digkeit
 (km/h)
249
227 (gedrosselt)
Getriebe 6
Antrieb O-Ring-Kette
Bremsen vorn Ø 296 mm Doppelscheibenbremse
hinten Ø 256 mm Einscheibenbremse
Radstand (mm) 1505
Maße (L × B × H, mm): 2270 × 740 × 1215
Sitzhöhe (cm) 78
Leergewicht (kg) 265
Nachfolgemodell Honda CBR 1100 XX

Vorlage:Infobox Motorrad/Wartung/Parameter

Die Honda CBR 1000F ist ein Motorrad des japanischen Fahrzeugherstellers Honda. Der vollverkleidete Sporttourer wurde auch unter der Bezeichnung „Hurricane“ vermarktet und hatte anfänglich die Werksbezeichnungen SC21 und ab dem Baujahr 1989 SC24.

Technische Daten[Bearbeiten]

Antrieb[Bearbeiten]

Der flüssigkeitsgekühlte Vierzylindermotor erzeugt aus 998 cm³ Hubraum eine Nennleistung von 72 kW (98 PS) und ein maximales Drehmoment von 88 Nm bei einer Drehzahl von 6500 min-1. Ungedrosselt erreichte der Motor eine Nennleistung von 91,4 kW (125 PS) und ein maximales Drehmoment von 95,2 Nm bei einer Drehzahl von 8600 min-1. Der Zylinderkopf des quer eingebauten Reihenmotors hat zwei obenliegende Nockenwellen, welche über Schlepphebel je Zylinder zwei Einlass- und zwei Auslassventile ansteuern. Der Motor basiert konstruktiv auf dem der Honda Fireblade, hat jedoch eine von 71 mm auf 77 mm vergrößerte Zylinderbohrung. Die vier Kolben haben einen Hub von 53,6 mm. Das Verdichtungsverhältnis beträgt 10,5:1. Die Druckumlaufschmierung hat einen Nasssumpf. Das Motorrad beschleunigt in 3,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 260 km/h.

Kraftübertragung[Bearbeiten]

Der Primärtrieb erfolgt über schräg verzahnte Getrieberäder. Die Krafttrennung wird durch eine hydraulisch betätigte Mehrscheiben-Nasskupplung ermöglicht, die Drehmomentumwandlung durch ein klauengeschaltetes Getriebe mit sechs Gängen. Der Sekundärantrieb erfolgt über eine O-Dichtringkette.

Kraftstoffversorgung[Bearbeiten]

Vier 38-mm-Gleichdruckvergaser sorgen für die Gemischbildung des Viertaktmotors. Die Zündung erfolgt je Zylinder durch eine computergesteuerte, digitale Transistorzündung mit elektronischer Frühverstellung. Der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch beträgt 6,8 Liter auf 100 km bei einer Geschwindigkeit von 130 km/h. Der Kraftstofftank hat ein Volumen von 23 Liter, davon sind 3,5 Liter Reserve, und ermöglicht eine maximale Reichweite von 288 km. Der Hersteller empfiehlt die Verwendung von Motorenbenzin mit einer Klopffestigkeit von mindestens 95 Oktan.

Fahrwerk[Bearbeiten]

Das Fahrwerk baut auf einem Brückenrahmen aus Stahl auf und hat hinten eine Kastenschwinge aus Stahl. Das ProLink-Zentralfederbein hat ein Hebelsystem mit Gasdruckdämpfer und 115 mm Federweg. Das Vorderrad wird von einer Teleskopgabel mit 41 mm Durchmesser und 130 mm Federweg geführt. Die Cartridgegabel hat eine pneumatische Kammer, um Straßenvibration zu dämpfen. Am Vorderreifen verzögert eine Doppelscheibenbremse mit 296 mm Durchmesser und hinten eine Scheibenbremse mit 256 mm. Beide Bremsen haben Bremszangen von Nissin mit drei gegenüberliegenden Kolben. Ein Dual Combined Brake System (DCBS) genanntes kombiniertes Bremssystem unterstützt die Dosierung der beiden Bremsen. Ein Antiblockiersystem wurde für das Motorrad nicht angeboten. Die Bereifung der 17 Zoll großen Drei-Speichen-Räder aus Aluminiumguss hat vorn die Maße 120/70-17 und hinten 170/60-17. Das Motorrad verfügt serienmäßig über Haupt- und Seitenständer.

Modellgeschichte[Bearbeiten]

Das 1986 vorgestellte Motorrad war die vorläufige Abkehr des Weltmarktführers vom Konzept des vierzylinderischen V-Motors. Während des Bauzeitraums von 1987 bis 1999 wurde das Motorrad dreimal umfangreich überarbeitet. 1989 erhielt das Motorrad einige kosmetische Änderungen mit einer kompletten Überarbeitung der Frontverkleidung, Verbesserungen an der Vorderradaufhängung und größeren Reifen. Ein modifizierter Steuerkettenspanner minderte das Rasseln der Steuerkette. Die Leistung wurde geringfügig auf 101 kW (135 PS) gesteigert und das Fahrzeuggewicht stieg. 1992 wurde die Verkleidung überarbeitet und stromlinienförmiger gestaltet und ein kombiniertes Bremssystem mit dem Namen Dual Combined Brake System (DCBS) erstmals von Honda eingeführt. 1999 lief die letzte CBR 1000F in Japan vom Band. Einen direkten Nachfolger mit vergleichbarer Fahrzeug-Charakteristik gab es von Honda nicht.

Kritiken[Bearbeiten]

„Die CBR 1000 F, ein Trendsetter von ehedem, fällt kaum noch auf, Vollverkleidung ist bei Sportlern und Tourern längst Standard. Offiziell wird sie mit 98 PS angeboten, aber der Händler kann sie auf nominell 130 PS entdrosseln, womit sie auch im Vergleich zur aktuellen Konkurrenz gut im Futter steht. Und lässt sich vor allem immer noch schnell und bequem fahren – eine echte Empfehlung an sportive Touristen mit Sinn für entspanntes Reisen.“

Fabian Hoberg, Fred Siemer: Motorrad[1]

„Die CBR versteckt ihren fetten Zylinderblock und sämtliche Innereien komplett unter einem Kunststoffkleid – eigentlich schade. Wer ein langstreckentaugliches, preisgünstiges Big Bike sucht, liegt mit der Honda richtig.“

Motorrad, Ausgabe 7/2008

„Die CBR1000F war eines der ersten Motorräder in der modernen Ära, das eine Vollverkleidung hatte. Böse Zungen lästerten, es sehe daher aus wie eine mobile Badezimmereinrichtung. Aber trotz ihres lustigen Aussehens (das später modifiziert wurde) blieb die CBR1000F Hondas Flaggschiff und das schnellste Motorrad des Unternehmens − bis zur Einführung der FireBlade im Jahre 1992.“

Alan Dowds: Motorräder[2]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Honda CBR – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fabian Hoberg, Fred Siemer: Schwer in Schale. In: Motorrad, Ausgabe 21/1999. 3. November 1999, abgerufen am 28. April 2013.
  2. Alan Dowds: Motorräder – Atemberaubende Superbikes der Welt. Amber Books Ltd., 2004, ISBN 3-89736-329-1, S. 185.