Hong Sang-soo

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Hong Sang-soo im September 2007
Koreanische Schreibweise
Hangeul 홍상수
Hanja 洪尚秀
Revidierte Romanisierung Hong Sang-su
McCune-Reischauer Hong Sangsu
siehe auch: Koreanischer Name

Hong Sang-soo (* 25. Dezember 1960 in Seoul, Südkorea) ist ein südkoreanischer Filmregisseur und Drehbuchautor.

Leben[Bearbeiten]

Er studierte an der Universität Chungang, in den USA am California College of Arts and Crafts, und am Art Institute of Chicago. Schließlich verbrachte er mehrere Monate in Frankreich an der Cinémathèque française in Paris.

Seine subtilen, intellektuellen Filme, oft über Angst vor dem Tod und beruflichen Misserfolg, Selbstmitleid und neurotische Beziehungen, erhalten gute Kritiken, sind aber nur mäßig erfolgreich beim südkoreanischen Publikum und werden im europäischen Ausland, vor allem in Frankreich, stärker rezipiert als in Hongs Heimat. Ekkehard Knörer beschreibt sie in der taz: „Immer wieder die Trinkgelage, die Gewaltausbrüche, Künstler voller Selbstmitleid zwischen Frauen, die sich oft zu vieles zu lange gefallen lassen. Die Figuren, die Geschichten gleichen sich, Hong ist, darin dem großen Yasujiro Ozu ähnlich, ein Meister der Variation im Seriellen, keiner, der sich von Film zu Film neu erfindet. Bei näherem Hinsehen auf die Details aber wird klar: Er ist ein höchst hintergründiger Regisseur. Allerdings besteht das Hintergründige nicht so sehr in Verästelungen, sondern eher in Wiederholungsstrukturen.“[1] Der österreichische Standard vergleicht die Techniken der Verschachtelung mit ähnlichen Verfahren im Werk Alain Resnais.[2]

1996 wurde sein Film Der Tag, an dem ein Schwein in den Brunnen fiel (Daijiga umule pajinnal) auf dem Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg gezeigt. Mit Bam gua nat war er im Wettbewerb der Berlinale 2008 zu sehen. 2010 erhielt er für Ha ha ha bei den 63. Filmfestspielen von Cannes den Prix Certain Regard.

2012 stellte Hong Sang-soo den Spielfilm In Another Country (Da-reun na-ra-e-suh) fertig, den er erstmals überwiegend in englischer Sprache abdrehte. Als Hauptdarstellerin ist die Französin Isabelle Huppert zu sehen, die jeweils drei verschiedene Frauen namens Anne porträtiert, die das gleiche Strandhotel besuchen und dieselben Bekanntschaften machen. In Another Country brachte dem Regisseur 2012 seine dritte Einladung in den Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Cannes ein, blieb aber unprämiert.[3] 2013 gewann er den Regiepreis des Internationalen Filmfestivals von Locarno für U ri Sunhi, der eine Frau aus der Perspektive von drei Männern beschreibt, die in sie verliebt waren.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1996: Der Tag, an dem ein Schwein in den Brunnen fiel (Daijiga umule pajinnal)
  • 1998: The Power of Kangwon Province (Kangwon-do ui him)
  • 2000: Virgin Stripped Bare by Her Bachelors (Oh! Soo-jung)
  • 2002: On the Occasion of Remembering the Turning Gate (Saenghwalui balgyeon)
  • 2004: Woman is the Future of Man (Yeojaneun namjaui miraeda)
  • 2005: Eine Kinogeschichte (OT: Geuk jang jeon, Verweistitel: Tale of Cinema)
  • 2006: Woman on the Beach (Haebyonui yoin)
  • 2008: Nacht und Tag (Bam gua nat)
  • 2009: Like you know it all (Jal aljido mothamyeonseo)
  • 2010: Hahaha
  • 2010: Oki’s Movie (Ok-hui-ui yeonghwa)
  • 2011: The day he arrives (Book-chon-bang-hyang)
  • 2012: In Another Country (Da-reun na-ra-e-seo)
  • 2013: Nobody’s Daughter Haewon (Nugu-ui Ttal-do Anin Haewon)
  • 2013: Uri Sunhi

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hong Sang-soo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ekkehard Knörer: Fische im Wald begraben, taz vom 8. September 2005.
  2. Wer mich liebt, trinkt einen Cocktail, Der Standard vom 19. Oktober 2005.
  3. Filmprofil bei timeout.com (abgerufen am 22. April 2012).
Koreanischer Name Anmerkung: Bei diesem Artikel wird der Familienname vor den Vornamen der Person gesetzt. Dies ist die übliche Reihenfolge im Koreanischen. Hong ist hier somit der Familienname, Sang-soo ist der Vorname.