Honoratiorenpartei

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Als Honoratiorenparteien bezeichnet man einen bürgerlichen Parteityp der im 19. Jahrhundert entstand und im Wesentlichen durch ehrenamtliche Arbeit von wirtschaftlich und beruflich unabhängigen Honoratioren des gehobenen Bürgertums getragen wurde. Sie gelten als typisch für den klassischen bürgerlichen Liberalismus des 19. Jahrhunderts.

Da die Honoratiorenparteien weitgehend durch ehrenamtliche Arbeit organisiert wurden kamen sie ohne eigenen Verwaltungsapparat aus. Sie zählten zumeist nur wenige Mitglieder, diese entstammten dem wohlhabenden Großbürgertum und Bildungsbürgertum und waren auf Grund ihrer wirtschaftlichen Unabhängigkeit in der Lage sich unentgeltlich politisch zu engargieren. Die Fraktion war das Zentrum der Partei, eine enge Verbindung der obersten Parteieliten zur Basis gab es nicht.

Die Parteienforschung verwendet den Begriff insbesondere für die anfänglichen Entwicklungen der konservativen und vor allem der liberalen Parteien. Ein treffendes Beispiel ist die 1861 gegründete Deutsche Fortschrittspartei. Erst im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts entwickelten sich die heutigen Parteitypen wie Volkspartei, Programmpartei oder Allerweltspartei.

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