Hooglandse Kerk

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Hooglandse Kerk in Leiden
Innenansicht der Hooglandse Kerk

Die Hooglandse Kerk ist eine gotische reformierte Kirche in der niederländischen Stadt Leiden.

Geschichte[Bearbeiten]

Grundriss der Hooglandse Kerk

1314 gestattete der Bischof von Utrecht den Bau einer hölzernen, dem Heiligen Pankratius geweihten Kapelle auf dem 'Hooge Land'. Diese Kapelle wurde bald durch eine einfache steinerne Kirche ersetzt, die durch das starke Wachstum Leidens aber bald wieder zu klein war. 1336 wurde die Kirche zur Stiftskirche erhoben. 1377 begannen die Arbeiten zum Bau einer neuen großen Kirche. 1391 wurde der Priesterchor, 1415 der Chorumgang fertiggestellt. Mit dem Bau der Heiligkreuzkapelle 1436 wurde ein Ansatz des Südquerhauses errichtet. Zwischen 1432 und 1456 wurden die Seitenschiffe erweitert. Durch Geldmangel des Stiftskapitels gerieten die Arbeiten zeitweise ins Stocken. Um 1500 war das Querhaus in seinen heutigen Ausmaßen fertiggestellt.

1470 befreite der Papst das Kapitel von der Diözesangewalt des Bischofs von Utrecht. Diese Maßnahme ist im Zusammenhang mit Plänen zu sehen, Leiden zum Bischofssitz und das Pankratiusstift zum Domkapitel zu erheben. Das Zunehmen reformatorischer Einflüsse in Leiden bedeutete jedoch das Ende für diese Pläne. 1535 wurde der Kirchbau eingestellt, 1559 ein neuer Bischofssitz in Haarlem eingerichtet. 1566 wurden die Pankratiuskirche - und insbesondere ihre prachtvolle Ausstattung - beim Bildersturm schwer beschädigt. 1572 ging die Kirche in protestantische Hände über.

Bis um die Mitte des 19. Jahrhunderts verfiel die Kirche zunehmend. Zwischen 1840 und 1903 wurde sie durchgreifend saniert. Bei dieser Gelegenheit wurden auch einige der im 15./16. Jahrhundert nicht mehr ausgeführten Bauabschnitte vollzogen, so erhielt die Kirche nun steinerne Gewölbe. Eine erneute Renovierung fand von 1952 bis 1972 statt. Heute wird die Kirche von der protestantischen Kirche und der ökumenischen Studentengemeinde als Gotteshaus genutzt und dient außerdem als Veranstaltungsort für Kongresse, Konzerte und andere Ereignisse.

Ausstattung[Bearbeiten]

Die Orgel wurde 1637 von den Orgelbauern Van Hagerbeer errichtet, unter Wiederverwendung von Pfeifenmaterial des Vorgängerinstruments aus dem Jahr 1565. Das Instrument hat 24 Register auf zwei Manualen und Pedal (Stimmung: Werckmeister II).[1]

Blick auf die Orgel
I Hauptwerk C,D,E–c3
1. Bordun 16′
2. Praestant 8′
3. Rohrflöte 8′
4. Octav 4′
5. Quint 3′
6. Octav 2′
7. Mixtuur III-IV
8. Scharff III-IV
9. Cornet III
10. Trompete 8′
II Oberwerk C,D,E–c3
11. Hohlflöte 8′
12. Quintadena 8′
13. Octav 4′
14. Flauto 4′
15. Nasard 3′
16. Gemshorn 2′
17. Terzian
18. Sifflet 1′
19. Sesquialter II
20. Vox Humana 8′
Tremulant
Pedal C–d1
21. Subbas 16′
22. Octav 8′
23. Octav 4′
24. Trompete 8′

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nähere Informationen zur Orgel (niederländisch)

Weblink[Bearbeiten]

52.1580555555564.4941666666667Koordinaten: 52° 9′ 29″ N, 4° 29′ 39″ O