Hope Grant

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James Hope Grant als Oberstleutnant der 9th Lancers (Gemälde seines Bruders Francis Grant)
Sir Hope Grant, 1860
(Foto: Felice Beato)

Sir (James) Hope Grant G.C.B. (* 22. Juli 1808; † 7. März 1875 in London) war ein britischer General und kämpfte in verschiedenen britischen Kolonialkriegen.

Leben[Bearbeiten]

Grant entstammt einer schottischen Gentry-Familie. Sein Bruder war der Maler Sir Francis Grant, Mitglied der Royal Academy of Arts. Hope Grant trat 1826 als Kornett bei den 9th Lancers in die britische Armee ein. Er diente zwischen 1840 und 1842 unter George Elliot und Hugh Gough im Ersten Opiumkrieg. Nachdem er zum Major befördert worden war, erfolgte seine Versetzung nach Indien. Er nahm 1845/46 am Ersten Sikh-Krieg teil und kämpfte in der Schlacht von Sobraon (10. Februar 1846) mit großer Auszeichnung gegen die Sikhs.

1848/49 nahm Grant als Kommandeur der 9th Lancers an der Panjab-Kampagne teil, zeichnete sich in der Schlacht bei Chillianwallah erneut aus und wurde 1849 zum Oberstleutnant und 1854 zum Brevet-Oberst befördert.

An der Niederschlagung des Sepoy-Aufstandes hatte er als Kommandeur der Kavalleriedivision wesentlichen Anteil. An der Spitze eines fliegenden Korps schlug er, zum Brigadegeneral befördert, die Rebellen am 10. Dezember 1857 am Dschamna und erstürmte am 21. Februar 1858 die Festung Mingundsch. Am 23. März vernichtete er die Truppen des Radscha Dschadschal-Singh bei Kari und erstritt am 13. Juni einen glänzenden Sieg nahe Nawabgandsch bei Lucknow (Lakhnau). Daraufhin konnte er am 29. Juni Faisabad besetzen. Mit der Vorhut Lord Clydes überschritt er am 25. November 1858 die Gagra und trieb die Reste der Aufständischen über die Grenze von Nepal. Für die Rückeroberung von Lucknow wurde er zum Generalmajor ernannt und mit dem Bathorden ausgezeichnet.

1860 führte er, mit dem lokalen Rang eines Generalleutnants, 11.000 Mann britischer und indischer Truppen in der britisch-französischen Expedition im Zweiten Opiumkrieg nach China. Am 1. August landete die Truppe in der Nähe von Pei Tang und eroberte am 21. August die Taku-Forts, die die Flussmündung nach Peking sicherten. Am 22. August erreichte sie Peking, besetzte am 25. August Tien-tsin und schlug am 18. September das chinesische Heer bei Tschang-kia-wan und noch einmal am 21. September bei Pa-li-kiau. Nach seinem siegreichen Einrücken in Peking am 13. Oktober wurde James Hope Grant zum regulären Generalleutnant befördert.

Grant erhielt daraufhin den Dank beider Häuser des britischen Parlaments und wurde 1861 zum Oberbefehlshaber in Madras ernannt. Diesen Posten verließ er 1865, um das Amt eines Generalquartiermeisters der britischen Armee zu übernehmen. 1870 wurde er Befehlshaber der Garnison Aldershot und 1872 zum General befördert.

In Aldershot hatte er wesentlichen Anteil an der Modernisierung des britischen Ausbildungssystems nach den Erkenntnissen des Deutsch-Französischen Krieges.

Literatur[Bearbeiten]

  • Henry Knollys: Life of general Sir Hope Grant. 2 Bände. W. Blackwood & Sons, Edinburgh u. a. 1894.
  • Philip J. Haythornthwaite: The Colonial Wars Source Book. Arms and Armour Press, London 1995, ISBN 1-85409-436-X.