Hoppeditz

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Hoppeditz-Erwachen am 11. November 2011 auf dem Düsseldorfer Marktplatz

Hoppeditz, auch Hoppediz, eine fiktive Figur des Düsseldorfer Karnevals, war und ist ein Düsseldorfer Erzschelm.

Leben[Bearbeiten]

Einäscherung des Hoppeditz am Aschermittwoch 2011
Hoppeditz-Denkmal von Bert Gerresheim
Hoppeditz-Darstellung auf der Fassade des Hauses des Karnevals

Der Hoppeditz, jeweils verkörpert von einem renommierten Karnevalisten, wird alljährlich mit dem Beginn der Karnevalszeit am Martinstag, dem 11. November, um 11 Uhr 11 zum Leben erweckt. Aus einem Senftopf vor dem Reiterstandbild von Jan Wellem auf dem Düsseldorfer Marktplatz vor dem Rathaus hält er seine lustige und bissige „Eröffnungsrede“ zur neuen Karnevalssession, die vom jeweiligen Oberbürgermeister vom Rathausbalkon aus erwidert wird.

Am Aschermittwoch wird der Hoppeditz unter großem Jammern und Wehklagen im Garten des Düsseldorfer Stadtmuseums eingeäschert und symbolisch zu Grabe getragen. Zum Zeichen ihrer Trauer tragen die Jecken dabei schwarze Kleidung. Traditionell verabschieden ihn viele Düsseldorfer zudem mit einem Leichenschmaus (Fischessen) in die Fastenzeit.

1841 wurde ihm ein eigenes Denkmal am heutigen Carlsplatz (ehemals „Hoppedizplatz“) in Düsseldorf von solch renommierten Künstlern wie Andreas Achenbach, Wilhelm Camphausen und Emanuel Leutze errichtet. Das Denkmal stand bis 1860.

Seit 2008 steht wieder ein Hoppeditz-Denkmal, gestaltet vom Künstler Bert Gerresheim, diesmal am Haus des Karnevals, welches sowohl die Geschäftsstelle des Comitees Düsseldorfer Carneval als auch das Düsseldorfer Karnevalsmuseum beherbergt.

Namensherkunft[Bearbeiten]

Es gibt unterschiedliche Theorien über die Herkunft des Namens Hoppeditz. Eine von diesen führt den Namen auf die Bezeichnung Hippedotz zurück. Dabei stehen die einzelnen Namensbestandteile für Ziege (Hipp) und Murmel (Dotz). Als wahrscheinlicher wird allerdings eine andere Variante angesehen. So steht das Wort hoppe im Rheinischen für hüpfen und das Wort Ditz für Knirps bzw. Kind. So kann der Hoppeditz mit hüpfendes Kind übersetzt werden.[1]

Die übrigen Hoppeditze im Rheinland[Bearbeiten]

Der Düsseldorfer Hoppeditz hat unzählige Zwillingsbrüder, die in vielen Dörfern und Städten ihr jeckes (karnevalistisches) Wesen ausleben. Neuerdings tauchen auch Zwillingsschwestern auf.

Weiterführende Informationen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Prof. von Worringen: „Das Lied vom dem närrischen Herrn Hoppeditz“, 1841 (Vgl. den Text im Liederheft: AVDK 1844, S. 51–54, Nr. 32. Das Lied wurde auf die Melodie “Prinz Eugen der edle Ritter” gesungen.)
  • Christina Frohn: „Löblich wird ein tolles Streben, Wenn es kurz ist und mit Sinn“, Dissertation Bonn 1999, Elektronische Ressource (PDF)
  • Christina Frohn: „Der organisierte Narr – Karneval in Köln, Düsseldorf und Aachen 1823–1914“, Jonas Verlag Marburg 2000, ISBN 3-89445-269-2

Weblinks[Bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten]

In den 70er Jahren erschien das in Schreibschrift geschriebene Kinderbuch "Der kleine Hoppediz" sowie dessen Fortsetzung "Hoppediz und Quirlewitt" von Martha Schlinkert. In diesem sind Hoppediz und sein Hund Quirlewitt zwei Figuren aus Kork, hergestellt im Bastelunterricht. Diese nehmen ihre „Erbauerin“ mit auf den Stern Antares. Außer dem Namen aber hat diese Hoppediz nichts mit dem oben Genannten zu tun.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Comitee Düsseldorfer Carneval e.V. Hoppeditz auf www.comitee-duesseldorfer-carneval.de, Stand: 28. Februar 2009