Horace-François Sébastiani

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Horace-François Sébastiani, Portrait von Jean-Baptiste Paulin Guérin
Horace-François Sébastiani.

Horace-François-Bastien, comte Sébastiani de la Porta (* 10. November 1772 in La Porta bei Bastia auf Korsika; † 21. Juli 1851) war ein französischer General, Diplomat, Staatsmann und Marschall von Frankreich.

Leben[Bearbeiten]

Sebastiani trat 1792 in die französische Armee ein und wurde 1796 zum Bataillonschef und 1799 zum Obersten ernannt.

Nachdem er Napoleon bei dem Staatsstreich vom 18. Brumaire als Befehlshaber der Dragoner wesentliche Dienste geleistet hatte, wohnte er 1800 der Schlacht von Marengo bei, ging nach dem Frieden von Amiens als Gesandter Napoleons nach Konstantinopel, Ägypten, Syrien und den Ionischen Inseln und trat 1803 als Brigadegeneral wieder in die Armee ein.

In der Schlacht bei Austerlitz schwerverwundet, wurde er danach Divisionsgeneral und im Mai 1806 als Gesandter nach Konstantinopel geschickt, wo er Selim III. die Kriegserklärung gegen Russland abzugewinnen wusste und den Angriff des englischen Admirals Duckworth zurückwies.

1809-11 stand er in Spanien, siegte bei Ciudad Real und Almonavid und eroberte Granada und Málaga. 1812 führte er den Vortrab der Grande Armée und zog mit den ersten französischen Truppen in Moskau ein.

1813 wurde er in der Schlacht bei Leipzig verwundet, schlug sich bei Hanau mit seiner Division durch, hatte hierauf an der Spitze des 5. Armeekorps das linke Rheinufer zu decken, musste aber 1814 in die Champagne zurückweichen und zeichnete sich an der Spitze der Gardekavallerie bei Reims und Arcis-sur-Aube aus.

Nach Napoleons Abdankung erhielt er trotz seiner Unterwerfung keine Anstellung und trat 1815 während der Hundert Tage als Deputierter des Departements Aisne in die Kammer. Mit Lafayette und anderen Mitgliedern begab er sich nach der Schlacht bei Waterloo ins Lager der Verbündeten, um den Frieden zu vermitteln, und schiffte sich, da seine Bemühungen zugunsten Napoleons vergeblich waren, nach England ein.

1816 kehrte er nach Frankreich zurück und wurde auf Halbsold gestellt. 1819 in die Kammer gewählt, trat er auf die Seite der liberalen Opposition. Nach der Julirevolution von 1830 erhielt er am 11. August das Marineministerium und am 17. November das der auswärtigen Angelegenheiten.

Am 1. April 1834 zurückgetreten, wurde er Gesandter in Neapel und 1835-40 in London. Zum Marschall ernannt, nahm er fortan nur noch an den Verhandlungen der Kammer Anteil, in der er seit 1835 Ajaccio vertrat. Er starb am 21. Juli 1851.

Seine Tochter Fanny Altaria Rosalba wurde am 17. August 1847 von ihrem Gatten, dem Herzog von Praslin, ermordet.

Sébastianis Bruder war Jean-André-Tiburce Sébastiani.

Ehrungen[Bearbeiten]

Sein Name ist am Triumphbogen in Paris in der 34. Spalte eingetragen.

Vorgänger Amt Nachfolger
Nicolas-Joseph Maison Außenminister von Frankreich
17. November 1830-11. Oktober 1832
Achille-Léon-Victor de Broglie