Horace Smith-Dorrien

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Sir Horace Smith-Dorrien

Sir Horace Lockwood Smith-Dorrien GCB, GCMG, DSO, ADC (* 26. Mai 1858 bei Berkhamsted, Hertfordshire; † 12. August 1930 in Chippenham, Wiltshire) war ein britischer General und Armeebefehlshaber im Ersten Weltkrieg sowie Gouverneur von Gibraltar.

Leben[Bearbeiten]

Smith-Dorrien wurde als zwölftes von 16 Kindern eines pensionierten britischen Obersts geboren. Nach einer Ausbildung in Harrow und Sandhurst trat er 1876 als Leutnant in das 95. (Derbyshire) Regiment zu Fuß der British Army ein.

1878 wurde er als Nachschuboffizier nach Südafrika versetzt, wo er am 1879 ausgebrochenen Zulukrieg teilnahm. Er war einer von fünf überlebenden Offizieren der Schlacht bei Isandhlwana und wurde danach für ein Victoria-Kreuz vorgeschlagen. Für seine Teilnahme an der Schlacht bei Ulundi wurde er Mentioned in Despatches. Von 1882 bis 1887 diente er in Ägypten, wo er an der Kampagne gegen Ahmad Urabi Pascha teilnahm. Am 30. Dezember 1885 nahm er an der Schlacht von Ginnis teil und erhielt für seinen Einsatz den Distinguished Service Order.

1887 absolvierte er einen Lehrgang am Staff College Camberley. Die folgenden zehn Jahre verbrachte er hauptsächlich in Indien, wo er am Tirah-Feldzug von 1897 bis 1898 teilnahm. 1898 kehrte er nach Ägypten und Sudan zurück und nahm während des Mahdi-Aufstands an der entscheidenden Schlacht von Omdurman teil. Kurze Zeit später kommandierte er eine britische Einheit während der Faschoda-Krise. In dieser Zeit wurde er in den Brevet-Rang eines Obersts befördert und erhielt den Befehl über ein Bataillon.

Im Oktober 1899 wurde er mit seiner Einheit nach Südafrika verlegt, wo er an dem soeben ausgebrochenen Zweiten Burenkrieg teilnahm. Wenig später erhielt er den Befehl über eine Brigade, mit der er unter anderem bei Paardeberg, Sanna’s Post und Leliefontein kämpfte. Nach dem Ende des Krieges wurde er von Lord Roberts zum Generaladjutanten der British Indian Army ernannt. Im April 1903 gab er diese Position auf und wurde Kommandeur der 4. (Quetta-)Division.

1907 wurde er, mittlerweile im Rang eines Generalleutnants, als Nachfolger John Frenchs zum Kommandeur des Aldershot Command ernannt. 1912 erhielt er dieselbe Position im Southern Command und wurde zum General befördert.

Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs erhielt er durch die Protektion seines früheren Vorgesetzten und jetzigen Kriegsministers Lord Kitchener den Befehl über das II. Korps der British Expeditionary Force, nachdem sein Vorgänger James Grierson am 17. August 1914 verstorben war. Er kam gerade rechtzeitig in Frankreich an, um das Korps in der Schlacht bei Mons zu befehligen. In der Schlacht von Le Cateau ignorierte er den Befehl seines Vorgesetzten John French, sich vor den deutschen Truppen zurückzuziehen. Weitere Einsätze folgten in der Schlacht an der Marne und der Schlacht an der Aisne. Während des Wettlaufs zum Meer kämpfte er bei La Bassée sowie in der nachfolgenden Ersten Flandernschlacht. Im Dezember 1914 wurde aus seinem Korps die 2. Britische Armee aufgestellt. Während der Zweiten Flandernschlacht im April 1915, in der die deutschen erstmals Giftgas einsetzten, schlug er einen Rückzug seiner Truppen auf Ypern vor. Die darauf folgende Auseinandersetzung mit dem Oberbefehlshaber der BEF John French führte zu seiner Ablösung als Armeekommandeur am 6. Mai. Smith-Dorrien kehrte nach England zurück, sein Nachfolger wurde Herbert Plumer.

1916 erhielt er das Kommando über die britischen Truppen im Ostafrika-Feldzug gegen Paul von Lettow-Vorbeck, konnte den Posten aber wegen einer Lungenentzündung nicht antreten. An seiner Stelle erhielt sein früherer Kriegsgegner Jan Christiaan Smuts das Kommando. Anfang 1917 wurde er zum Lieutenant des Tower of London ernannt.

Von 1918 bis 1923 war Smith-Dorrien Gouverneur von Gibraltar. Im Sommer 1918 versuchte er, mehrere Veteranenverbände zum Zusammenschluss zu bewegen, dies gelang erst 1921 mit der Gründung der British Legion. Im September 1923 trat er aus der Armee aus und lebte danach in Portugal und England. Er engagierte sich in Veteranenangelegenheiten und veröffentlichte 1925 seine Memoiren. In dem Film The Battle of Mons von 1926 spielte er sich selbst. 1930 weihte er das Kriegsdenkmal in Pozières ein. Wenige Tage später kam er im Alter von 72 Jahren bei einem Autounfall ums Leben.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Horace Smith-Dorrien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Herbert Miles Gouverneur von Gibraltar
1918–1923
Charles Monro