Horace Wells

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Gedenktafel für Horace Wells in Hartford, Connecticut, USA


Horace Wells (* 21. Januar 1815 in Hartford, Connecticut; † 24. Januar 1848 in New York City) ist der eigentliche Entdecker der modernen Narkose.

Nach einem Studium der Chemie eröffnete Wells gemeinsam mit seinem Schüler William T.G. Morton eine Zahnarztpraxis in Hartford. Bei einer Jahrmarktvorführung im Jahre 1844, auf der Lachgas wegen seiner berauschenden Wirkung zur öffentlichen Belustigung eingesetzt wurde, entdeckte Wells zufällig die anästhetische (Neben-)wirkung des Lachgases, als ein Mann im Rausch über eine Kante stolperte und sich dabei eine heftig blutende Schienbeinwunde zuzog, ohne die geringste Empfindung von Schmerz. Daraufhin begann Wells mit verschiedenen Inhalationsnarkotika zu experimentieren, unter anderem auch mit dem später Morton zugeschriebenen Äther, den er jedoch aufgrund seiner Nebenwirkungen für ungeeignet hielt. Schließlich nutzte er als erster erfolgreich die bis weit ins 20. Jahrhundert hinein eingesetzte Lachgasnarkose bei der Zahnextraktion in seiner Praxis.

Als Wells im Jahre 1845 seine Entdeckung der ärztlichen Öffentlichkeit am Boston General Hospital bekannt machen wollte, scheiterte sein Experiment aufgrund einer falschen Dosierung bei einem übergewichtigen Alkoholiker. Daraufhin war Wells' Ruf in der Fachwelt ruiniert. Er erlitt einen Nervenzusammenbruch, während Morton im Jahre 1846 bei einer erneuten öffentlichen und diesmal erfolgreichen Vorführung mit Äther den Ruhm für sich beanspruchte und bis heute irrtümlich als Entdecker der Narkose gilt.

In Mortons Auftrag bereiste er ab 1847 Europa, um für seine Entdeckung und andere von Morton entdeckte Anästhetika zu werben, wurde aber selbst chloroformsüchtig. Nachdem er im Rausch zwei Frauen mit Säure bespritzt hatte, landete Wells schließlich im New Yorker Gefängnis Tombs Prison. Dort beging Wells Selbstmord durch einen Schnitt in die Beinschlagader, nachdem er sich zuvor mit Chloroform schmerzunempfindlich gemacht hatte.

Literatur[Bearbeiten]