Horch und Guck

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Zeitschrift Horch und Guck. Der Begriff „Horch und Guck“ bzw. „VEB Horch und Guck“ war im DDR-Sprachgebrauch eine volkstümliche Bezeichnung für das Ministerium für Staatssicherheit der DDR.
Horch und Guck
Beschreibung Zeitschrift der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ Leipzig
Verlag Selbstverlag
Erstausgabe 1992
Erscheinungsweise alle drei Monate
Verkaufte Auflage 1000 Exemplare
Herausgeber Bürgerkomitee Leipzig e. V.
Weblink Horch und Guck
Artikelarchiv Archiv Horch und Guck
ISSN 1437-6164

Horch und Guck ist der Name der Zeitschrift der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ Leipzig. Sie wurde 1992 als Zeitschrift zur kritischen Aufarbeitung der SED-Diktatur vom Bürgerkomitee „15. Januar“ e. V. in Berlin gegründet, das aus der Bürgerbewegung der DDR hervorging. Chefredakteure waren Peter Grimm und Benn Roolf. 2014 übernahm das Bürgerkomitee Leipzig e. V., mit der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ die Herausgeberschaft.

Die Zeitschrift befasst sich vor allem mit Widerstand und Repression in der DDR. Sie enthält viele Originalbeiträge, Dokumente, historische Fotos und oft Fundstücke aus Stasi-Akten. Ein Überblick über Neuerscheinungen zum Thema DDR rundet das Magazin ab.

Geschichte[Bearbeiten]

Horch und Guck erscheint seit 1992 in der Regel alle drei Monate in einer Auflage von 1.000 Exemplaren. Jedes Heft hat einen thematischen Schwerpunkt, der etwa die Hälfte des Umfangs von durchschnittlich 80 Seiten einnimmt. Weiterhin gibt es die Rubriken „Themen“, „Aktuell & Kontrovers“, „Lebensläufe“ und „Rezensionen“.

Seit 1998 wurde Horch und Guck von der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur finanziell unterstützt. Die Stiftung hat ihre Förderung allerdings Ende 2006 mit der Begründung, die Zeitschrift habe „zunehmend an Qualität, Themenvielfalt, Pluralität, Relevanz und Verbreitung“ verloren, eingestellt. Der Historiker Stefan Wolle, selbst Autor der Zeitschrift, hält die Begründung der Stiftung für vorgeschoben und vermutet den Grund eher in der politischen Ausrichtung des Blattes.[1] An anderer Stelle wird berichtet, dass es sich um einen Konflikt um den der Partei Die Linke nahestehenden Redakteur Erhard Weinholz handelte.[2]

Nach Änderungen im Vorstand des herausgebenden Vereins wurde im Sommer 2007 eine neue Redaktion berufen. Das letzte von der alten Redaktion verantwortete Heft erschien Ende Juni 2007 mit Schwerpunkt zu den Friedenswerkstätten in der Ostberliner Erlöserkirche in den 1980er-Jahren (Heft 57 – 1/2007). Die neue Redaktion überarbeitete Konzept und Layout der Zeitschrift. Am 1. Dezember 2007 erschien das erste Heft der neuen Redaktion (Heft 58 – 2/2007) im neuen farbigen Layout mit dem Schwerpunkt „1968 und die DDR“. Seitdem erscheint die Zeitschrift wieder vierteljährlich – und zwar am 1. März, 1. Juni, 1. September und am 1. Dezember.

2014 wechselte Horch und Guck in die Trägerschaft des Bürgerkomitees Leipzig e. V.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Christina Schultze, ddp: Horch und Guck in Not“, in: Der Tagesspiegel, 9. Januar 2007.
  2. Johannes Beleites: „Man schlägt den Sack und meint den Esel. Zum Konflikt um die Zeitschrift Horch und Guck“, in: Deutschland Archiv, 2/2007, S. 205-209.