Horní Suchá

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde Horní Suchá. Für den gleichnamigen Ortsteil von Liberec, siehe Horní Suchá (Liberec).
Horní Suchá
Wappen von Horní Suchá
Horní Suchá (Tschechien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Moravskoslezský kraj
Bezirk: Karviná
Fläche: 979 ha
Geographische Lage: 49° 48′ N, 18° 29′ O49.797518.485277777778280Koordinaten: 49° 47′ 51″ N, 18° 29′ 7″ O
Höhe: 280 m n.m.
Einwohner: 4.585 (1. Jan. 2014) [1]
Postleitzahl: 735 35
Verkehr
Bahnanschluss: Ostrava - Český Těšín
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 1
Verwaltung
Bürgermeister: Jan Lipner (Stand: 2007)
Adresse: Sportovní 2/3
735 35 Horní Suchá
Gemeindenummer: 552739
Website: www.hornisucha.cz

Horní Suchá (deutsch Obersuchau, polnisch Sucha Górna) ist eine Gemeinde im Okres Karviná.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste schriftliche Erwähnung von Horní Suchá stammt aus dem Jahr 1305. Es gehörte damals zum Herzogtum Teschen. Nach dem Jahr 1471 war Horní Suchá im Besitz verschiedener polnischer und deutscher Adelsfamilien. Im 19. Jahrhundert kam es durch die Gründung von Landwirtschafts- und Industrieobjekten zu einer wirtschaftlichen Entwicklung der Gemeinde. Während des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts war Horní Suchá unter der Verwaltung der Familie Larisch-Mönnich.

1810 wurde die erste Schule und 1832 eine Zuckerfabrik gegründet. 1835 erfolgte der Bau der katholische Kirche und 1864 des Gemeindeamtes. 1907 wurde die Eisenbahn von Mährisch Ostrau nach Teschen eingeweiht. 1910 entstand eine Ziegelei, 1911 wurde die Grube Franz gegründet.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Teschener Land geteilt. Ein Gebietsteil kam zur Tschechoslowakei, der andere zu Polen. Während des Polnisch-Tschechoslowakischen Grenzkriegs beanspruchte Polen wegen der dort lebenden polnischen Minderheit das gesamte Gebiet. In der Zeit zwischen den beiden Kriegen wurden ein Pfarrhaus sowie eine tschechische und eine polnische Grundschule errichtet. Während der Weltwirtschaftskrise wurden Arbeitnehmer der Grube Franz entlassen. Nachfolgend kam es zu mehreren Streiks. Während eines dieser Streiks wurde am 30. März 1932 Vladislav Karwinski erschossen.

Nach dem Münchner Abkommen gehörte Sucha Górna zu Polen. Während der polnischen Verwaltung kam es zur Diskriminierung der tschechischen Einwohner. Nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs kam Obersuchau zum deutschen Landkreis Teschen, da die Grube Franz für die Kriegswirtschaft wichtig war.

Nach 1945 beruhigte sich die politische Situation. Die Grube Franz wurde 1946 umbenannt und erhielt den Namen Klement Gottwald, den sie bis 1990 behielt. Fast alle Einwohner von Horní Suchá arbeiteten auf der Grube, die der wichtigste Arbeitgeber des Ortes war. Die Grube unterstützte den Bau der „finnischen Häuser“ sowie Kultur und Sport. Später wurden die Siedlung „Chrost“ sowie ein neues Grundschul- und ein Kindergartengebäude errichtet. Im Jahr 1975 wurde Horní Suchá zu Havířov angegliedert.

1990 wurde Horní Suchá wieder eine selbständige Gemeinde. 1995-1996 erfolgte die Renovierung der „Alten Schule“, in der jetzt die Polizei untergebracht ist; die Schule an der Těrlická Straße erhielt einen Anbau. 2004 wurde eine neue Sporthalle gebaut.

Nachdem 1995 die Grube Franz zunächst mit den Gruben Dukla und Lazy konsolidiert und 1999 ganz geschlossen wurde, hat Horní Suchá eine hohe Arbeitslosigkeit. Ansässige Unternehmen sind Befra (Elektronik), Lichtgitter (Eisengitter), IVECO, OKD Lanstkraftsverkehr, Hornstav (Bauwesen), FIBERGLASS (Fenster und Türe von Fiberglass), Depos (Mühlkippe).

Die Gebäude der ehemaligen Grube Franz dienen als ein Industriezentrum, in dem u. a. die Gesellschaft SWP (Biospiritus) ansässig ist.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Katholische Kirche aus dem Jahr 1835, mit Gedenktafel für Graf von Larisch-Mönnich
  • Mühlwerksteine von ehemaliger Zuckerfabrik (1833-1876)
  • Statue des Hl. Johannes von Nepomuk, 1843
  • handgeschmiedetes Kreuz, Arbeit von Józef Janeczek aus Horní Suchá , 1870
  • Arbeitshaus aus dem Jahr 1907
  • Kapelle (lutherische Kirche) aus dem Jahr 1927
  • Gedenkstein für die Opfer des Ersten Weltkriegs
  • Gedenkstein für die Opfer des Zweiten Weltkriegs
  • Kulturhaus Aplaus (ehemaliges Kulturhaus der Grube Franz)
  • Gasthaus "U Pavlasů"

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ortsteile[Bearbeiten]

Durch die Gemeinde fließt Bach Sušanka. Die Gemeinde bestand seit dem 18. Jahrhundert aus den Ortslagen:

  • "Těšiňok", östlicher Teil
  • "Dědina" (heute Zentrum) mit Schule, Kirche, Kneipe, Amt, Schlösschen
  • "Paseky", nordöstlicher Teil, durch Bergbau vernichtet
  • "Podlesí", nordwestlicher Teil, der in 1960er Jahren durch die Grube zerstört wurde
  • "Podolkovice", südwestlicher Teil, Villenviertel
  • "Kouty", südöstlicher Teil, der jüngste Teil von Horní Suchá, der erst nach dem Zweiten Weltkrieg aufgebaut wurde

Sport[Bearbeiten]

Es gibt den „Tělovýchovná jednota Dolu František“ (Sportverein der Grube Franz) mit den Abteilungen Fußball-, Tennis-, Volleyball- und Allgemeinsport. Der Schwimmer Ondřej Broda ist ein Sportler von Horní Suchá. START Horní Suchá ist ein Tischtennisklub, dessen Sitz in Havířov ist.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Horní Suchá – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2014 (PDF; 504 KiB)