Horn-Formel
Horn-Formeln sind eine wichtige Art prädikatenlogischer Formeln. Sie spielen eine zentrale Rolle in der logischen Programmierung und sind von Bedeutung für die konstruktive Logik. Benannt wurden sie nach dem US-amerikanischen Logiker Alfred Horn.
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Definition [Bearbeiten]
Unter einer Klausel, auch Disjunktionsterm genannt, versteht man die Disjunktion
von Literalen, wobei jedes Literal
entweder ein atomarer Ausdruck oder ein negierter atomarer Ausdruck ist.
Eine Horn-Klausel ist eine Klausel mit höchstens einem positiven Literal, d. h. mit höchstens einem Literal, dessen atomarer Ausdruck nicht negiert ist.
Im Spezialfall der Aussagenlogik sieht eine typische Horn-Klausel also so aus:
In diesem Fall sind bis auf
alle atomaren Ausdrücke (in diesem Beispiel sind es Aussagenvariablen) negiert.
Eine Horn-Formel ist eine konjunktive Normalform (das heißt eine Konjunktion von Disjunktionen), bei der jeder Disjunktionsterm eine Horn-Klausel ist.
Beispiele
- Die dritte Horn-Klausel hat kein, die beiden anderen Horn-Klauseln haben je ein positives Literal.
Darstellungsformen von Horn-Klauseln [Bearbeiten]
Horn-Klauseln lassen sich nach den Regeln der Aussagenlogik auch als materiale Implikationen darstellen. So gilt im einfachsten Fall einer Horn-Klausel mit zwei Literalen bekanntlich:
Gemäß Definition kann eine Horn-Klausel genau ein oder gar kein nicht-negiertes Atom enthalten. Außerdem kann es vorkommen, dass gar keine Literale mit negierten atomaren Ausdrücken auftreten. Es gibt also drei Grundtypen von Horn-Klauseln. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über diese drei möglichen Formen einer Horn-Klausel, sowohl als Disjunktion als auch als Implikation.
| Name | Beschreibung | Disjunktion | Implikation | In Worten |
|---|---|---|---|---|
| Zielklausel | Kein positives Literal | ![]() |
![]() |
sind nicht alle wahr |
| definite Hornklausel | Genau ein positives Literal | ![]() |
![]() |
Wenn wahr sind, dann ist auch wahr |
| Faktenklausel | Keine negativen Literale | ![]() |
![]() |
ist wahr |
Erfüllbarkeit [Bearbeiten]
Mit Hilfe des Markierungsalgorithmus können Horn-Formeln in Polynomialzeit auf Erfüllbarkeit getestet werden (zudem ist HORNSAT P-vollständig). Man kann also in Polynomialzeit feststellen, ob eine Variablenbelegung (eine Zuordnung von Wahrheitswerten zu den in der Horn-Formel vorkommenden Literalen) existiert, für welche die Horn-Formel wahr wird. Im Unterschied dazu wird vermutet, dass allgemein für aussagenlogische Formeln kein Polynomialzeit-Algorithmus existiert (siehe Erfüllbarkeitsproblem der Aussagenlogik).
Anwendung [Bearbeiten]
Die Bedeutung der Horn-Klauseln liegt in der Informatik beim maschinellen Schließen. So werden in der Programmiersprache Prolog Programme als Horn-Klauseln angegeben.
Quellen [Bearbeiten]
- H. D. Ebbinghaus, J. Flum, W. Thomas: Einführung in die mathematische Logik. Mannheim-Leipzig-Wien-Zürich; BI-Wiss. Verlag, 1992, ISBN 3-411-15603-1
- Wolfgang Rautenberg: Einführung in die Mathematische Logik. 3. Auflage. Vieweg+Teubner, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-8348-0578-2 (http://www.springerlink.com/content/978-3-8348-0578-2/).
- Hans-Peter Tuschik, Helmut Wolter: Mathematische Logik - kurzgefasst. Grundlagen, Modelltheorie, Entscheidbarkeit, Mengenlehre. Mannheim-Leipzig-Wien-Zürich; BI-Wiss. Verlag, 1994, ISBN 3-411-16731-9







sind nicht alle wahr

wahr
