Horror vacui (Kunst)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Adolf Wölfli: Die Skt-Wandanna-Kathedrale in Band-Wand, 1910

Lat. horror vacui (lat. «Scheu vor der Leere») bezeichnet in der Kunst den Wunsch, alle leeren Flächen, besonders in der Malerei und im Relief, mit Darstellungen oder Ornamenten zu füllen.

Verwendung[Bearbeiten]

Der Begriff geht auf Aristoteles (Physik, Kapitel IV 6–9.) zurück, der mit horror vacui das Phänomen bezeichnete, daß die Natur kein Vakuum kenne[1]. In die Kunst übertragen, wurde der Begriff zum ersten Mal von dem italienischen Kunstkritiker Mario Praz verwandt, der damit vor allem überladene Werke viktorianischer Kunst beschrieb.

Auch für die Fülle und den überladenen Prunk des Barocks wird der Begriff verwendet. [2]

Demgegenüber steht in der Kunst des 20. Jahrhunderts zunehmend der Mut zur freien Fläche als Gegenpol zur Angst vor der Leere.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lexikon der Kunst, Band III: Greg–Konv, E. A. Seemann Verlag, Leipzig 2004 (S.342)
  2. books.google.de: Barock, ein Ort des Gedächtnisses