Horrortrip
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Als Horrortrip (engl. bad trip) wird umgangssprachlich ein Drogenrausch bezeichnet, bei dem es zu starken Angstzuständen kommt.
Ein Horrortrip kann zu einer der schlimmsten Erfahrungen werden, die ein Mensch durchmacht. Das muss nicht zwangsläufig schädlich sein.
Wenn dieser Begriff auf Drogen angewendet wird, werden darunter bestimmte Substanzen verstanden, die einen beträchtlichen Einfluss auf die Gehirnchemie oder das Nervensystem haben.
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[Bearbeiten] Biochemische Ansicht
Im normalen Zustand muss das Gehirn viele von außen einfließende Reize mildern und filtern. Hier am Beispiel von LSD und Psilocybin, können Substanzen diese Filter stark einschränken, was zu einem hohen Strom von Informationen führen kann. Diese Informationen können nicht mehr in dem gewohnten Maße analysiert und bewertet werden.
Der Unterschied zwischen moderner Pharmazie und einer Droge besteht unter anderem darin, dass in der Pharmazie eine Substanz immer nur eine Funktion haben soll und möglichst wenig Nebenwirkungen. Dies ist insbesondere bei Naturprodukten, die zu Drogen gezählt werden, nicht gegeben. Die klassischen Drogen wie Cannabis und LSD können durch die Aktivierung oder Hemmung vieler neurochemischer und neuropsychischer Vorgänge viele Erscheinungen im menschlichen Körper haben.
[Bearbeiten] Durch Substanzen verursachte Horrortrips
Vor allem Halluzinogene, insbesondere LSD (daneben z. B. Psilocybin, Meskalin oder DOB sowie stark wirkende biogene Drogen wie Engelstrompete oder Stechapfel) können so genannte Horrortrips auslösen, was v. a. mit der Eigenschaft dieser Substanzen, das Bewusstsein respektive den Strom der Gedanken zu verändern („psychedelisch“), erklärt werden kann.
Horrortrip-ähnliche Zustände können aber auch durch den Konsum von Kaffee, Cannabis – hier v. a. durch Überdosierungen ungewohnter Menge oder anderer Aufnahme (z. B. Space-Cookies) –, Ecstasy oder beliebigen anderen Drogen ausgelöst werden. Infolge eines Konsums von erregenden Substanzen (Amphetamin, Kokain) können Horrortrip-Zustände auftreten, wenn die Person ununterbrochen über einen längeren Zeitraum ohne Schlaf gewesen ist; hier wirken Substanzeffekt und Schlafentzug zusammen.
Das Auftreten von Horrortrips ist in hohem Maße vom Gemütszustand der Person sowie von der Umgebung abhängig. So erleben nichtrauchende Drogenunerfahrene oft beim ersten Versuch eines oralen Cannabiskonsums äußerst unangenehm empfundene, lang anhaltende Wirkungen, die unter diese Kategorie gefasst werden können. „Echte“ Horrortrips treten v. a. nach Konsum unter „ungünstigen“ Umständen auf: etwa, wenn die konsumierende Person ohnehin in einer psychischen Problemlage steckt, wenn die Droge im „unangemessenen“ Umfeld (Party/Disco oder sonstige stark frequentierte Orte) konsumiert wurde oder wenn während des Rausches unvorhergesehene Dinge passieren. Der US-Wissenschaftler Richard Bunce hat bereits 1979 dargelegt, wie im Nachklang der ersten „Drogenwelle“ durch die Zunahme des subkulturellen Wissens über „günstige“ Bedingungen für den Halluzinogenkonsum die Zahl der Horrortrips innerhalb weniger Jahre deutlich zurückging, obwohl der LSD-Konsum insgesamt stagnierte.
Auch besonders tragische oder gruselige Alltagsmomente werden häufig Horrortrip genannt. Personen, die einen Horrortrip durchmachen, können unter anderem Todesangst, starke Panik, Hass, Wut, Gefühl des Alleinseins, Wein- bzw. Schreikrämpfe, Paranoia oder verändertes Zeitempfinden erleben.
[Bearbeiten] Hilfemaßnahmen
Bei starken Horrortrips sollte unbedingt der Notarzt gerufen werden, da es für viele Drogen Gegenmittel gibt, und ein Horrortrip immer auch Symptom einer Vergiftung oder hirnorganischen Schädigung sein kann, die nur von Fachleuten diagnostiziert und behandelt werden sollte. Ferner unterliegen Ärzte und Sanitäter der ärztlichen Schweigepflicht und dürfen somit zum Beispiel keine Anzeige wegen Drogenmissbrauchs erstatten. Dies gilt ebenso für die Mitarbeiter des Notrufes, welcher bundesweit unter der Telefonnummer 112 erreicht werden kann.
Als Vorabmaßnahme können, sofern vorhanden, Beruhigungsmittel wie etwa Diazepam einem Horrortrip entgegenwirken. Diese Mittel sind aber keine Allgemeinlösung, sie verhindern weder einen Horrortrip noch sind sie in der Lage, diesen garantiert zu beenden. Man darf sich also als Konsument oder Tripsitter nicht zu sehr darauf verlassen.
Wenn die betroffene Person nichts dagegen hat, kann sie den Kopf auf den Brustkorb einer helfenden Person legen. Der zu hörende Herzschlag kann beruhigend wirken.
Ebenfalls hilfreich kann es sein, die Umgebung entsprechend zu verändern (andere Musik, Ortswechsel, andere Beleuchtung usw.).
Zudem sollte immer ein erfahrener Konsument als Tripsitter anwesend sein, der den Betroffenen in ein beruhigendes Gespräch verwickeln kann oder ihm helfen kann seine Angst, die oftmals unbegründet ist, als unbegründet zu erkennen und dadurch zu verlieren.
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Weblinks
- Eve&Rave: Drogeninduzierte und andere außergewöhnliche Bewußtseinszustände
- Originaltext der Untersuchung von Bunce The case of bad trips on psychedelics
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