Horst Janson

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Horst Janson
Horst Janson

Horst Janson (* 4. Oktober 1935 in Mainz-Kastel) ist ein deutscher Schauspieler.

Leben[Bearbeiten]

Horst Janson ist der Sohn eines Justizbeamten.[1] Er wuchs in Mainz, Bad Soden und Wiesbaden auf und war schon als Schüler in Aufführungen seiner Schule aktiv. Im Jahr 1951 absolvierte er einen Eignungstest an der Frankfurter Bühnengenossenschaft und nahm in der Folge an der Schauspielschule Genzmer Schauspielunterricht. Nach Ende der Ausbildung trat er am Staatstheater Wiesbaden in dem Drama Lorenzaccio auf. Er erhielt eine weitere Ausbildung in den Nachwuchsstudios der UFA und wurde als Morten Schwarzkopf in einer Verfilmung von Die Buddenbrooks im Jahr 1959 so bekannt, dass ihm gleich danach die Hauptrolle in dem Film …und noch frech dazu angeboten wurde.[2]

In Helmut Käutners Film Das Glas Wasser (1960) mit Gustaf Gründgens und Liselotte Pulver erlangte er große Popularität. Er spielte bereits 1967 bis 1969 in Landarzt Dr. Brock mit, aber seinen Durchbruch schaffte Janson 1968 mit der ARD-Fernsehserie Salto Mortale, in der er den Trapez-Artisten Sascha Doria verkörperte. 1970 spielte er neben Charles Bronson und Tony Curtis in der englisch-amerikanischen Kino-Produktion Zwei Kerle aus Granit.

Einem breiten Publikum wurde er durch die Fernsehserie Der Bastian (1973) bekannt, in der er auf Grund seiner jugendlich-lässigen Ausstrahlung – obwohl bereits 37-jährig – den Studenten Bastian spielte. Aufgrund ihres Erfolges wurde die Serie, die anfangs im Vorabend-Programm des ZDF ausgestrahlt wurde, ein Jahr später zur besten Sendezeit gesendet, da das Publikum noch einmal das oft zitierte „spitzbübische Lächeln“ des „liebenswerten Luftikus“ sehen wollte. Die Serie brach mit den damals geltenden öffentlichen Konventionen, da Männer damals nicht mit langen Haaren im Fernsehen auftreten durften, und Janson langes blondes Haar hatte. Etwa zur selben Zeit trat Janson mit Die Zwillinge vom Immenhof (1973) und Frühling auf Immenhof (1974) in die Sphäre der populären Immenhof-Filme ein. Seine Partnerin war darin die ebenfalls beliebte Heidi Brühl, die aus der ersten Generation dieser Filme „übrig geblieben“ war.

Horst Janson wirkte in der Folgezeit in zahlreichen englisch-amerikanischen Produktionen mit, unter anderem im 2. Teil von Steiner – Das Eiserne Kreuz an der Seite von Richard Burton und Robert Mitchum. Nennenswert ist bereits sein früheres Mitwirken in dem ungewöhnlichen, von der Kritik ausgesprochen positiv aufgenommenen irisch-britischen Kriegsfilm The McKenzie Break (Ausbruch der 28, 1970). In dem Film Blaues Blut von 1987 spielte er unter anderem an der Seite von Lewis Collins.

Anfang der 1980er Jahre begeisterte er eine ganze Kindergeneration als „Horst“ in der Sesamstraße. 1998 spielte er in Bad Segeberg den Old Shatterhand und im Jahr 2001 den Old Firehand. Bei den Süddeutschen Karl-May-Festspielen in der Western-City Dasing bei Augsburg spielte er 2006 den Old Shatterhand in Der Schatz im Silbersee und in den beiden darauf folgenden Jahren war er als Old Firehand gemeinsam mit seiner Tochter Sarah-Jane in Dasing zu sehen. Auch 2009 trat Janson als Old Firehand in Winnetou und Kapitän Kaiman bei den Festspielen auf.

In der ARD-Fernsehreihe Unter weißen Segeln spielte er 2004/2005 einen Kapitän; die Serie führte ihn u. a. für vier Wochen nach Ägypten, für vier Wochen zu den griechischen Inseln und für vier Wochen nach Kuba. Im September und November 2008 war er als Pfarrer Lehmann in der ZDF-Telenovela Wege zum Glück zu sehen. Von Dezember 2008 bis Januar 2009 sowie von April bis Mai 2009 war er in der ARD-Telenovela Sturm der Liebe als Dr. Paul Wielander zu sehen.

Horst Janson war in den Jahren 1973 bis 1976 mit der Schauspielerin Monika Lundi verheiratet. Mit ihr nahm er 1975 unter der Produktion von Michael Kunze die Schallplatte Wir wollen es haben auf. Hierbei handelte es sich um die deutsche Version des Paul-Anka-Hits Having My Baby. Die Single wurde jedoch kein kommerzieller Erfolg.

Janson lebt heute mit seiner zweiten Frau Hella (Geburtsvorname Helgardt), geb. Ruthardt, und seinen zwei volljährigen Töchtern Laura-Maria [3] und Sarah-Jane (ebenfalls Schauspielerin) in Grünwald bei München.

Nach Angaben auf seiner Website zählte Janson laut einer GFK-Studie vom Februar 2002 zu den bekanntesten deutschen Schauspielern.[4]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Fernsehserien und -reihen:

Spielfilme:

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1973 Preis der Zeitung Sunday Mail als bester Schauspieler im englischen Fernsehspiel The Best of Enemies von Christopher Frey
  • 1973 Goldener Otto der BRAVO
  • 1974 Bambi

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Horst Janson – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Horst Janson im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  2. …und noch frech dazu in der Internet Movie Database (englisch)
  3. Laura Janson spricht von „Hölle“
  4. News auf der Website von Horst Janson