Horst Königstein

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Horst Königstein (* 26. Juli 1945 in Bremen; † 12. Mai 2013 in Hamburg[1]) war ein deutscher Fernseh- und Theaterregisseur, Drehbuchautor und Textdichter.

Biografie[Bearbeiten]

Königstein war Redakteur bei Radio Bremen und später beim NDR, Professor an der Kunsthochschule für Medien in Köln und Mitglied im Bundesverband Regie. Er wurde vor allem durch seine Zusammenarbeit mit Heinrich Breloer bekannt. Für den gemeinsamen Fernsehfilm Die Manns – Ein Jahrhundertroman erhielt er unter anderem den Grimme-Preis. Auch für das Doku-Drama Speer und Er schrieb er gemeinsam mit Heinrich Breloer das Drehbuch.

Am Thalia-Theater in Hamburg inszenierte er Mein Jahrhundert von Günter Grass und an den Kammerspielen Nächte mit Joan, Mr. Peters Connections; am St.-Pauli-Theater Sechs Tanzstunden in sechs Wochen.

Zu den Arbeiten Königsteins als Fernsehregisseur gehören die Filme Jud Süß – ein Film als Verbrechen, Propaganda und Liane.

2002 gewann er gemeinsam mit Heinrich Breloer die Goldene Romy für Die Manns – Ein Jahrhundertroman. Außerdem realisierte er einen Film über den Ex-Beatle Ringo Starr und dessen Heimatstadt Liverpool. Dieser hieß Ringo und die Stadt am Ende des Regenbogens und erschien 1977 in der Bundesrepublik Deutschland.

Königstein verfasste für den britischen Musiker Peter Gabriel deutsche Nachdichtungen für zwei seiner unbetitelten Soloalben (1980 und 1982), die Gabriel sowohl in seiner Muttersprache als auch auf Deutsch (dann unter den Namen Ein deutsches Album und Deutsches Album) veröffentlichte. Des Weiteren übertrug er für Gabriel den Einzeltitel Here Comes The Flood / Jetzt kommt die Flut in die deutsche Sprache. Dieser Titel stammt von Peter Gabriels erster Platte von 1977 und erschien 1980 in der deutschen Fassung auf der B-Seite der Single Biko. In Königsteins Film Haus Vaterland (ARD, 1980) spielt und singt Peter Gabriel Jetzt kommt die Flut am Piano. Weitere Liedtexte verfasste Königstein u. a. für Udo Lindenberg.

Des Weiteren war er als Redakteur für viele Fernsehsendungen und -produktionen des NDR verantwortlich. 2010 beendete er seine hauptamtliche Tätigkeit als Redakteur beim NDR.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Als Drehbuchautor[Bearbeiten]

Als Regisseur[Bearbeiten]

  • 1982: Das Beil von Wandsbek
  • 1987: Reichshauptstadt – privat
  • 1989: Hard Days – Hard Nights
  • 1991: Gütt – Ein Journalist
  • 1994: Der Mann im schwarzen Mantel
  • 1997: Musical „Elixier“ (von Tobias Künzel und Künzels Ehefrau Kati Naumann) in Leipzig
  • 1998: Nächte mit Joan
  • 2001: Jud Süß – Ein Film als Verbrechen?
  • 2001: Unterwegs zur Familie Mann
  • 2004: Propaganda
  • 2009: Die Treuhänderin

Als Produzent[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1993: Sonderpreis für Drehbuch und Recherche zu Hamburger Gift bei den Baden-Badener Tagen des Fernsehspiels
  • 1997: Sonderpreis dokumentarischer TV-Film beim Goldenen Löwen (RTL) für Todesspiel
  • 2000: Nominierung für den Adolf-Grimme-Preis in Gold für Die Beste Party – Heimatabend 1999
  • 2002: Gewinner des Adolf-Grimme-Preises in Gold für Die Manns – Ein Jahrhundertroman
  • 2002: Sonderpreis für Die Manns – Ein Jahrhundertroman beim Deutschen Fernsehpreis
  • 2002: Sonderpreis für Die Manns – Ein Jahrhundertroman beim Bayerischen Fernsehpreis
  • 2002: Gewinner des Golden Nymph auf dem Festival de Télévision de Monte-Carlo für Die Manns – Ein Jahrhundertroman

Literatur[Bearbeiten]

  • Christian Hißnauer, Bernd Schmidt: Wegmarken des Fernsehdokumentarismus: Die Hamburger Schulen. UVK, Konstanz 2013.
  • Christian Hißnauer, Joanna Jambor, Bernd Schmidt: Horst Königstein. Ein erfindungsreicher Grenzgänger. Online-Veröffentlichung NDR [1] und [2], 2011.
  • Joanna Jambor, Christian Hißnauer, Bernd Schmidt: Horst Königstein: Wagemutiges Fernseh-Spiel. Eine Betrachtung im Spektrum überkommener und aktueller Formen. In: Christian Hißnauer (Hrsg.): Das bundesdeutsche Fernsehspiel der 1960er und 1970er Jahre. Themenheft 3-4/2011 der Zeitschrift Rundfunk und Geschichte, S. 60 – 75.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Trauer um Filmemacher Horst Königstein. In: Rheinische Post, 13. Mai 2013.