Horst Samson

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Horst Samson (* 4. Juni 1954 in Salcâmi, Kreis Ialomița) ist ein deutschsprachiger Schriftsteller und Journalist aus Rumänien, der der deutschen Minderheit der Banater Schwaben angehört.

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Leben und Werk [Bearbeiten]

Horst Samson wurde in der Bărăgansteppe geboren, da seine Eltern, die aus dem Banater Dorf Teremia Mică (deutsch Albrechtsflor) stammten, durch die Deportation in die Bărăgan-Steppe zwangsumgesiedelt worden waren.

Von Beruf ist Samson Lehrer und Diplom-Journalist.[1] Zwischen 1978 und 1983 studierte er an der Bukarester Journalistikfakultät der Academia „Ştefan Gheorghiu“ (Fernstudium). Er war Mitglied der Rumänischen Kommunistischen Partei seit den 1970er Jahren (die Mitgliedschaft in der RKP war Voraussetzung für das Studium an der damals einzigen Journalistikfakultät in Rumänien).

Samson schreibt in erster Linie Lyrik, die seit 1976 in Anthologien und Literaturzeitschriften und als Langspielplatten veröffentlicht wurde. Er debütierte 1978 mit dem Gedichtband „Der blaue Wasserjunge“. 1977 bis 1984 war er Redakteur der Neuen Banater Zeitung [2] und anschließend, bis 1987, Temeswarer Redaktionsvertreter und Redakteur der Zeitschrift Neue Literatur, die in Bukarest vom rumänischen Schriftstellerverband herausgegeben wurde. Von 1981 war er Sekretär des "Adam-Müller-Guttenbrunn"-Literaturkreises (Temeswar) bis zu dessen Auflösung im Herbst 1984.

Nachdem Nikolaus Berwanger, der lange Zeit seine „schützende Hand“[3] über die Gruppe junger Temeswarer Autoren gehalten hatte, im Herbst 1984 von einer Reise in die BRD nicht mehr nach Rumänien zurückgekehrt war, spitzte sich deren Lage zu. Helmuth Frauendorfer war (nach eigener Schilderung) während eines Verhörs von der Securitate „[...] beschimpft und beleidigt worden, und einmal [...] auch geschlagen worden [...]“. Zusammen mit den Schriftstellern Richard Wagner, Herta Müller, William Totok, Johann Lippet, Balthasar Waitz und Helmuth Frauendorfer unterzeichnete Samson im September 1984 einen Beschwerdebrief an den Ersten Sekretär des Temescher Kreisparteikomitees, Cornel Pacoste, und an den damaligen Vorsitzenden des Rumänischen Schriftstellerverbandes, Dumitru Radu Popescu, wo es u.a. heißt: „[...] wir, die wir diese Beschwerde unterschreiben, [...] haben uns an Sie gewandt, weil wir der Meinung sind, daß die Rumänische Kommunistische Partei die führende Kraft unseres Landes ist. [...] Wir wünschen, unsere Lage mit Ihnen persönlich – im Rahmen einer Audienz – zu besprechen und hoffen, daß sie auf Kreisebene zu Iösen ist. Die Audienz verlief für die Unterzeichner des Briefes unbefriedigend. „[...] Es folgten die Drohungen: Beim nächsten Gruppenauftritt würde man das Ganze als staatsfeindliche Handlung einstufen und den Fall der Staatsanwaltschaft übergeben. Das bedeutete im Klartext: Verhaftung und Prozeß.“[4] Die Unterzeichner (außer Herta Müller, die nicht Parteimitglied war) blieben weiterhin Mitglieder der Rumänischen Kommunistischen Partei

Seinem Unmut über die Zustände in Temeswar und in der NBZ-Redaktion machte Samson in einem Brief an seinen Kollegen Claus Stephani im Februar 1985 Luft. Beide hatten 1983 ihr Fernstudium an der Bukarester Journalistikfakultät der Academia „Ştefan Gheorghiu“ abgeschlossen.[5] 1985 stellte Samson zusammen mit seiner Familie den Antrag zur endgültigen Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland. Darauf durften die Medien und Verlage seinen Namen nicht mehr drucken – eine Maßnahme, die gegen alle Autoren gerichtet war, die die endgültige Ausreise ins westliche Ausland beantragt hatten. (Lehrer, Journalisten, Ingenieure, Ärzte u.a. verloren in diesem Fall meistens sogar ihren Arbeitsplatz.) Samson, der im März 1986 von dem rumänischen Geheimdienst Securitate zwar unter starken Druck gesetzt wurde[6], blieb jedoch bis zu seiner Aussiedlung im März 1987 Redakteur der Bukarester Zeitschrift Neue Literatur.

Horst Samson zählt zu den bedeutenden Repräsentanten der rumäniendeutschen Literatur. Er übersetzte Gedichte aus dem Rumänischen von Petre Stoica, Mircea Dinescu, Marin Sorescu, Nichita Stănescu, Traian T. Cosovei, Nicolae Popa, Mariana Marin und anderen. Samson ist Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller (VS), im Internationalen P.E.N. sowie Generalsekretär des Exil-P.E.N. - Sektion deutschsprachige Länder.

Horst Samson lebt in Neuberg (Hessen) und arbeitet als Redaktionsleiter des 1851 gegründeten Bad Vilbeler Anzeigers.[7][6]

Veröffentlichungen [Bearbeiten]

Einzeltitel [Bearbeiten]

  • Der blaue Wasserjunge. Facla Verlag Temeswar, 1978
  • Tiefflug. Dacia Verlag Klausenburg, 1981
  • Reibfläche. Kriterion Verlag Bukarest, 1982
  • Lebraum. Dacia Verlag Klausenburg, 1985
  • Wer springt schon aus der Schiene. Privatdruck, Nosmas Verlag Neuberg, 1991
  • Was noch blieb von Edom. Nosmas Verlag Neuberg, 1994
  • La Victoire. Poem. Lyrikedition 2000 München, 2003
  • Und wenn du willst, vergiss. Pop Verlag Ludwigsburg, 2010

Herausgeber [Bearbeiten]

Anthologien und Literaturzeitschriften (Auswahl) [Bearbeiten]

Übersetzungen [Bearbeiten]

Auszeichnungen [Bearbeiten]

  • 1981 Lyrikpreis des Rumänischen Schriftstellerverbandes
  • 1982 Adam Müller-Guttenbrunn-Literaturpreis
  • 1988, 1989 Stipendiat des Deutschen Literaturfonds
  • 1992 Nordhessischer Lyrikpreis 1992
  • 1998 Lyrikpreis Meran (Förderpreis)
  • 2007 Literaturpreis „Das beste deutsche Delfingedicht“ der Gesellschaft zum Schutz der Delfine e. V. und der Literaturzeitschrift „Das Gedicht“, München

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. [http://horst-samson.de/bio-biblio/
  2. „Die Wahrheit“/“Neue Banater Zeitung“ In: Eckard Grunewald (Red.): Berichte und Forschungen – Jahrbuch des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im Östlichen Europa. Band 11 München 2003. S. 154-156
  3. Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien, Elke Sabiel: Einen Nachruf auf die rumäniendeutsche Literatur gibt es nicht, denn sie schreiben noch heute, 12. Mai 2012 (→ online)
  4. Banater Zeitung, Balthasar Waitz: Brief an die Macht, 23. Februar 2011 (→ online)
  5. Claus Stephani: Sag mir wo die Spitzel sind, 2011 (→ [http://claus-stephani.de/sag-mir-wo-die-spitzel-sind-2/ online
  6. a b Frankfurter Rundschau, Tina Full-Euler: Mit Herta Müller im Fadenkreuz, 10. Dezember 2009 (→ online)
  7. Bad Vilbeler Anzeiger: Ansprechpartner, (→ online)