Horti Sallustiani

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Als Horti Sallustiani (lateinisch: „sallustische Gärten“) bezeichnete man in der Antike eine Parkanlage in Rom, die einst dem römischen Geschichtsschreiber Sallust gehörte. Sie befand sich in einer Senke im Norden der Stadt außerhalb der ehemaligen Stadtmauer, vor der Porta Collina und zu Füßen des Quirinal, und hatte die Form eines Stadions oder Hippodroms.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Anlage dieser „Gärten“ geht vermutlich auf Caesar zurück. Sallust übernahm das Gelände nach dessen Tod. Wohl zur Zeit des Tiberius gingen die Gärten in den Besitz der römischen Kaiser über. Nero, Diokletian und Konstantin lebten hier. Vespasian und Aurelian hielten sich oft in ihnen auf, Nerva starb in der Anlage. Bei der Einnahme Roms durch die Westgoten im Jahr 410 wurden auch die Gärten geplündert.

Bauten[Bearbeiten]

Antike Schriftquellen erwähnen verschiedene Bauten in den Horti Sallustiani. 184 v. Chr. wurde der Tempel der Venus Erycina nördlich der späteren Gärten errichtet. Ein zweiter Venustempel, ein kleinerer Rundbau, befand sich wahrscheinlich auf dem Gartengelände selbst. Caesar, der seinen Stammbaum auf diese Göttin zurückführte, dürfte damit durchaus einverstanden gewesen sein.

Der größte erhaltene Gebäuderest gehört zum Palast Hadrians und befindet sich 14 Meter unterhalb des heutigen Straßenniveaus.

Statuen und Plastiken[Bearbeiten]

Zahlreiche Statuenfunde weisen darauf hin, dass die Horti Sallustiani einst reich geschmückt waren. Zum Teil passen die Standbilder thematisch zu den Venustempeln; so stellt etwa ein Relief auf dem Ludovisischer Thron die Geburt der Aphrodite dar.

Mehrere in den Horti Sallustiani gefundene Niobidendarstellungen stammen möglicherweise, wie auch ein Amazonenstandbild, vom Apollontempel in Eretria und wurden später an den römischen Tempel der Fortuna publica versetzt.

Bekannt ist auch die Darstellung des sterbenden Galliers.

Viele Kunstwerke, die einst die Horti Sallustiani schmückten, gehören heute zur Sammlung Ludovisi, die auf dem Gelände im 17. Jahrhundert die Villa Ludovisi errichtete. Der Obelisk, der heute vor Santa Trinità dei Monti steht, stammt ebenfalls aus diesen Gärten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Maddalena Cima (Hrsg.): Horti Romani. L'Erma di Bretschneider, Rom 1998.
  • Monika Frass: Antike römische Gärten. Soziale und wirtschaftliche Funktionen der Horti Romani. Berger & Söhne, Horn u. a. 2006.
  • Matthias Grawehr: Eine homerische Gruppe in den Horti Sallustiani? In: Antike Kunst. Bd. 53, 2010, S. 88–94.
  • Kim J. Hartswick: The gardens of Sallust. A changing landscape. University of Texas Press, Austin 2004, ISBN 0-292-70547-6.
  • Samuel Ball Platner, Thomas Ashby: A Topographical Dictionary of Ancient Rome. Oxford University Press, London 1929, S. 271–272 (online).

41.90489612.489567Koordinaten: 41° 54′ 18″ N, 12° 29′ 22″ O