Hosenträger

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Dieser Artikel behandelt das Kleidungsstück Hosenträger, zur Gleisverbindung im Schienenverkehr siehe Hosenträger (Gleisverbindung).
Hosenträger von Albert Thurston, kombiniert zum Anklemmen oder Anknöpfen

Hosenträger (ehem. Hosenhebe) sind Riemen oder Bänder, nach 1830 aus Gummi, die über die Schultern gelegt und vorn und hinten am Hosenbund befestigt werden. Sie verhindern, dass die Hose herunterrutscht oder, anders ausgedrückt, bewirken, dass der Hosenbund an seiner korrekten Position in Taillenhöhe sitzt.

Verwendung[Bearbeiten]

Hosenträgernäherei in München

Hosenträger bestehen aus zwei meist gewebten Gummibändern, Filz oder gar Seide, die mit Hilfe von vier Metallklemmen vorne links und rechts sowie hinten links und rechts am Hosenbund festgeklemmt werden. Die Bänder verlaufen dann von der Klemmstelle aus annähernd senkrecht nach oben und über je eine der Schultern des Trägers. Auf dem Rücken sind sie überkreuzt, meist mit Hilfe eines Lederteils, zusammengenäht oder durch eine Metallklammer gleitend zusammengehalten und verlaufen dann zu der ihrem Ursprung schräg gegenüberliegenden Klemme. Ein ausgebreiteter Hosenträger ergibt somit eine X-Form. Genähte Varianten gibt es aber auch in einer Y-Form, bei der die beiden Gummibänder in der Nahtstelle zu einem einzelnen, am Rücken senkrecht nach unten verlaufenden Gummiband zusammenlaufen.

Manche Träger besitzen anstelle der Klemmen auch Stoff- oder Lederlaschen, mit denen sie an der Hose festgeknöpft werden. Vorne befinden sich die Knöpfe rechts und links vom Hosenschlitz im unsichtbaren Inneren des Hosenbundes, hinten ragen mittig Stofflaschen mit Knöpfen aus dem Bund. Da die entsprechend angefertigten Hosen keine Schlaufen für Gürtel am Bund haben (wie beispielsweise bei der Frackhose), ist der Hosenträger die einzige Wahl.

Die meisten Hosenträger besitzen, üblicherweise an der Vorderseite oder an den Klemmen, Teile, mit denen eine Längenänderung des Gummibandes möglich ist. Auf diese Weise können Hosenträger in wenigen, fest abgestuften Längen hergestellt werden, während die Feineinstellung vom Träger selbst vorgenommen wird.

Normale Hosenträger sind so geschnitten, dass nichts von ihnen sichtbar ist, wenn ein Anzug (Sakko oder Weste) darüber getragen wird. Speziell bei Trachten hingegen sind sie aber absichtlich ein sichtbarer Teil, der oft stark verziert und bestickt ist. Sie können dabei auch ganz aus Leder sein.

Englische Herrenschneider verwenden spezielle Hosenschnitte für die ausschließliche Verwendung mit Hosenträgern.

Geschichte[Bearbeiten]

Anfang des 18. Jahrhunderts kamen Hosenträger mit Quersteg an Arbeits- und Kinderhosen sowie in der Volkstracht auf. Ende des 18. Jahrhunderts wurden sie dann auch für Männer allgemein üblich und schließlich sogar zu einem männlichen Geschlechtszeichen: im süddeutschen Raum existierte der Volksglaube, dass die während einer Schwangerschaft aus dem Fenster gehängten Hosenträger des Vaters zur Geburt eines Jungen führten.[1]

Im 19. Jahrhundert trug man die Hosenträger hinten überkreuz und unter der Weste versteckt, nur bei Trachtenhosen war er immer ein sichtbares Schmuckstück. Um 1913 wurde mit dem allmählichen Weglassen der Weste beim Alltags- und Sportanzug der Hosenträger durch den Gürtel ersetzt. Bei einem starken Bauch kann ein Gürtel jedoch die Hose nicht auf Taillenhöhe halten, daher ist in diesem Fall die Verwendung von Hosenträgern sehr sinnvoll.

Nach dem Zweiten Weltkrieg trug man den Hosenträger in Deutschland noch zur Abendhose, heute meist nur noch an der Frackhose, abgesehen von ihrer Verwendung als eine Art Hilfsmittel im Alltag.

Auch unter Skinheads und Punks gilt es als üblich, Hosenträger zu tragen. Diese werden entweder, wie im eigentlichen Sinne, zum Tragen der Hose benutzt oder herunterhängend als Accessoire getragen.

Prominente Träger[Bearbeiten]

(Hosen-)Träger Larry King
  • Der CNN-Fernsehjournalist Larry King ist bekannt für seine bunten, über dem Hemd getragenen Hosenträger.
  • Der Sänger und Moderator Götz Alsmann trägt ebenfalls Hosenträger. Er gilt als Stilikone für elegante Männermode.
  • Peter Behrens (Schlagzeuger der NDW-Band Trio) präsentierte sich stets in weißem T-Shirt und weißer Hose, die von roten Hosenträgern gehalten wurde.
  • In den 1980er war es eine Zeit lang Yuppie-Mode, bunte Hosenträger nach US-amerikanischem Vorbild zu tragen. Dies hatte auch seine Wirkung im Börsenthriller Wall Street (1987) von Oliver Stone, in dem Michael Douglas als Raider Gordon Gekko auffällige Hosenträger benutzte. Dies sollte die Angehörigkeit zum Seniormanagement verkörpern.
  • In den 1980er und -90er Jahren hatten darüber hinaus auch viele Frauen Hosenträger an. Die Liste prominenter Frauen in Hosenträgern ist lang und reicht von Barbara Auer über Farrah Fawcett, Jaclyn Smith, Christie Brinkley, Julia Roberts, Demi Moore, Olivia Newton-John, Bo Derek, Candice Bergen, Helen Hunt, Courteney Cox, Kim Wilde bis zu vielen anderen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hosenträger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Hosenträger – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hanns Bächtold-Stäubli (Hrsg.): Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Walter de Gruyter, Berlin/Leipzig 1931/1932, Band IV, S. 411.