Hotel Elephant

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Hotel Elephant
(mit Balkonskulptur von 2006)
Balkonskulptur von 2009
Ehepaar Gropius
Kunstprojekt Have a nice round von Cornel Wachter

Das Hotel Elephant ist ein Luxushotel in Weimar und Teil der Marke The Luxury Collection der Starwood Hotels & Resorts Worldwide. Zum Haus gehört unter anderem auch das seit 2003 durchgänging mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Gourmetrestaurant Anna Amalia.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Es wurde im Jahre 1696 als Wirtshaus am Marktplatz vom fürstlichen Mundschenk Christian Andreas Barritig gegründet. Bald darauf wurde das Wirtshaus zur Poststation und als Quartier für Kaufleute und Reisende ausgebaut. Bereits 1711 empfahl der Geograph und Universalgelehrte Johann Gottfried Gregorii alias Melissantes in seinem barocken Regional- und Reiseführer Das jetzt florirende Thüringen die Übernachtung im Logierhaus Elephant.[2]

Der Gasthof zog Künstler verschiedenster Art an. Wer am Stadttor nach Wieland, Herder, Goethe fragte, wurde in den „Elephant“ geschickt. Hier tafelten die „großen Klassiker“, plauderten Schiller, später auch Liszt und Wagner. Auch durch die Silvesternacht des Jahres 1914 erlangte das Hotel literarischen Ruhm, als sich dort das „Konzil der geistigen Krieger“, bestehend aus Martin Buber, Albert Ehrenstein, Walter Hasenclever, Heinrich Eduard Jacob, Rudolf Leonhard, Kurt Pinthus und Paul Zech um den Verleger Ernst Rowohlt versammelte. Von 1921 bis 1924 gingen Bauhauskünstler ein und aus.

Der Architekt Hermann Giesler errichtete es 1938 neu. Es galt zu seiner Zeit mit einem Autolift zum Parkhaus als eines der modernsten Hotels Europas. Motto für den Neubau war laut Giesler: „Keine Karawanserei und keine aufgeblasene Hotelarroganz, keine Effekthascherei – sondern eine zeitentsprechende Gestaltung, die der Tradition und der Würde des alten ‚Elephanten‘ entspricht. Schlichtheit, verbunden mit solider Ausführung, auch in allen Details.“ Die Ausgestaltung mit großen Landschaftsbildern nahm der Weimarer Künstler Hugo Gugg vor.

Adolf Hitler ließ sich bei seinen Aufenthalten in Weimar von der Bevölkerung mit folgendem Vers auf den für ihn geschaffenen Balkon des Hotels „Elephant“ rufen: „Lieber Führer, komm heraus aus dem Elefantenhaus“. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb das Hotel lange geschlossen. Es diente Marschall Georgi Konstantinowitsch Schukow als Sitz während der Besatzungszeit.

Thomas Mann verewigte das Haus in seinem Roman „Lotte in Weimar“, indem er Goethes Jugendliebe im Hotel übernachten ließ. Er war der erste, der sich nach der Wiedereröffnung 1955 im Gästebuch eintrug.

Zu Zeiten der DDR war das Hotel Elephant ein Interhotel.

Im Hotel werden die schönsten Suiten mit Namen bekannter Persönlichkeiten wie Thomas Mann, Johann Daniel Falk (Schriftsteller und Kirchenlieddichter) und Alfred Ahner (Maler) versehen. Die Udo-Lindenberg-Suite, anlässlich seines Auftritts benannt, wurde Lyonel Feininger (Maler, Grafiker) gewidmet, der in den 1920er Jahren Bilder in Weimar und dem Umland malte. Die Lilli-Palmer-Suite des Hotels wurde zu Ehren der Schauspielerin benannt, die durch die Titelrolle in der Romanverfilmung von Thomas Manns „Lotte in Weimar“ eng mit dem Hotel Elephant verbunden ist. Zudem gibt es seit Oktober 2008 das „Thomas-Thieme-Studierzimmer“, da Thieme sowohl zum 1974er Ensemble von „Lotte in Weimar“ gehörte als auch 2001 in besagtem Zimmer 314 an der Rolle des Faust in seiner Inszenierung von Goethes Tragödie arbeitete.

2003 legte der Künstler Cornel Wachter die Logos seines weltweiten Kunstprojektes „Have a nice round“ in 15 verschiedenen Sprachen über die Fassade des Hotels Elephant.

Die Gala zur alljährlichen Wahl der Zwiebelmarktkönigin in Weimar findet regelmäßig im Hotel mit prominenter Besetzung statt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinrich Eduard Jacob: Elegie an Weimar. Wissen Sie noch Rowohlt?. In: Ernst und Hilda Rowohlt zur Hochzeit. „Das Tagebuch“, 1. Jg., Heft 1, Berlin, 1. April 1921 (privatdruck).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Internetseite des Restaurants
  2. MELISSANTES, Das jetzt florirende Thüringen. In seinen Durchlauchtigsten und Ruhmwürdigsten Häuptern, vorgestellt von M. Johann Gottfried Gregorii, Tobâ-Thuringo, Erfurt 1711, S. 71

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hotel Elephant (Weimar) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

50.97888888888911.330277777778Koordinaten: 50° 58′ 44″ N, 11° 19′ 49″ O