Hotel Nassauer Hof Wiesbaden

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Hotel Nassauer Hof, im Vordergrund ein Kaskadenbrunnen auf dem Bowling Green
Suite
Suite
Badezimmer
Schlafzimmer
Sternerestaurant „Ente“

Das Hotel Nassauer Hof in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden zählt zu den großen Grandhotels der Welt. Es wurde 2005 als erstes Hotel in Deutschland in die Klasse 5 Sterne Superior der Deutschen Hotelklassifizierung aufgenommen. Das Haus ist Mitglied in der Vereinigung The Leading Hotels of the World und in der Selektion Deutscher Luxushotels. Ein Restaurant des Hotels, Ente, zählt zu den besten des Landes und wird seit 1979 ununterbrochen von einem Michelin-Stern gekrönt. Der Nassauer Hof verfügt über 135 Zimmer, 23 Suiten und eine Präsidentensuite. Darüber hinaus besitzt das Hotel ein Schwimmbad, das aus einer eigenen Thermalquelle, der Spiegelquelle, gespeist wird.

Lage[Bearbeiten]

Das Hotel Nassauer Hof befindet sich am Wiesbadener Kaiser-Friedrich-Platz 3-4, direkt an der Wilhelmstraße und gegenüber den Kurhauskolonnaden und dem Bowling Green. In unmittelbarer Nähe befinden sich auch das Kurhaus und das Hessische Staatstheater, der Kurpark und der Wiesbadener Park Warmer Damm.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte des Hauses begann im Jahre 1813. Damals eröffnete der Gastwirt Johann Freinsheim das Deutsche Haus, dessen Namen er drei Jahre später in Hotel Nassau änderte. 1819 kaufte die Familie Johann Friedrich Goetz das Gebäude und ließ es aufwändig in klassizistischen Formen umgestalten.

1827 wurde in unmittelbarer Nähe des Hotels das neue herzogliche Hoftheater eröffnet, wovon auch die Familie Goetz profitierte. Als dann 1840 die Eisenbahnverbindung nach Frankfurt am Main eröffnet wurde, konnten die Gäste der aufstrebenden Kurstadt Wiesbaden bequem mit dem Zug anreisen. Die Stadt, welche sich bald „Weltkurstadt“ nannte, erlebte einen großen Aufschwung. Zahlreiche Gäste kamen in das mondäne Kurbad, darunter auch der russische Schriftsteller Fjodor M. Dostojewski, der im Hotel Nassau abstieg, im Spielkasino all sein Geld verspielte und aus dieser Not heraus den Roman Der Spieler schrieb, in dem Wiesbaden als Roulettenburg weiterlebt.

1866 wurde das im Deutschen Krieg auf der Seite Österreichs stehende Herzogtum Nassau von den siegreichen Preußen annektiert. Der Herzog wurde aus dem Stadtschloss verjagt und die preußischen Könige und späteren deutschen Kaiser nutzen das Schloss anschließend für ihre zahlreichen Aufenthalte in der Stadt. Auch aufgrund der zahlreichen Besuche des Kaisers entwickelte die Stadt eine enorme Anziehungskraft und hatte um die Jahrhundertwende die meisten Millionäre Deutschlands. Es wurden zahlreiche neue Gebäude errichtet, darunter das Theater (1894) und das neue Kurhaus (1907) in unmittelbarer Nähe des Hotels Nassau. 1897 weihte Kaiser Wilhelm II. direkt vor dem Hotel Nassauer Hof, wie das Haus nun hieß, ein Denkmal seines Vaters ein. Im selben Jahr wurde das angrenzende Hoftheater in den Hotelkomplex integriert.

1903 wurde das Hotel Zeuge einer Begegnung von Kaiser Wilhelm II. mit Zar Nikolaus II.. 1907 wurde dann in Sichtweite das neue Kurhaus eingeweiht, während man das Hotel mit einer wilhelminischen Fassade ausstattete und umbaute. Es hatte nun 200 üppig ausgestattete Zimmer und ein luxuriöses Thermal-Bad.

1917 ging dann die Familientradition zu Ende. Nach dem Ersten Weltkrieg kaufte der Mülheimer Kaufmann Hugo Stinnes der Familie Goetz das Hotel ab. Im Zweiten Weltkrieg brannte das Hotel komplett aus; ab 1950 begann der Wiederaufbau, finanziert von Stinnes. Seit 2001 gehört das Hotel Nassauer Hof einer Investorengruppe, die eine Betreibergesellschaft gründete.

Berühmte Gäste[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hochheimer Stadtanzeiger vom 30. August 1921 ([1])
  2. Bericht der Frankfurter Rundschau
  3. Bericht des Wiesbadener Kuriers

Weblinks[Bearbeiten]

50.0849978.244062Koordinaten: 50° 5′ 6″ N, 8° 14′ 39″ O