House of Cards (Webserie)

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Seriendaten
Deutscher Titel House of Cards
Originaltitel House of Cards
House of Cards logo.svg
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Jahr(e) seit 2013
Produktions-
unternehmen
Media Rights Capital
Länge ca. 50 Minuten
Episoden 26 in 2+ Staffeln
Genre Politthriller, Drama
Musik Jeff Beal
Erstausstrahlung 1. Februar 2013 (USA) auf Netflix
Deutschsprachige
Erstausstrahlung
4. Februar 2013 auf Sky Atlantic HD
Besetzung

House of Cards ist eine US-amerikanische Webserie, die seit Februar 2013 in den USA von Netflix per Streaming ausgestrahlt wird. Die Politthrillerserie entstand als erweiterte US-Adaption der gleichnamigen BBC-Serie, die wiederum auf dem Roman Ein Kartenhaus basierte.

Handlung[Bearbeiten]

Die Serie spielt in Washington, D.C. Im Zentrum steht Francis „Frank“ Underwood (Spacey), ein intelligenter, erfahrener und machtbewusster Kongressabgeordneter der Demokratischen Partei. Als Majority Whip der Demokraten ist es seine Aufgabe, die Abgeordneten auf Partei- bzw. Regierungslinie zu bringen. Als ihm der begehrte und bereits versprochene Posten des Außenministers vom neuen Präsidenten und Parteifreund Garrett Walker jedoch vorenthalten wird, sinnt Underwood nach Rache. Durch Intrigen und skrupelloses Vorgehen vergrößert er seinen politischen Einfluss, unterstützt von seiner ebenfalls berechnenden Ehefrau Claire. Frank nutzt nun sein intimes Wissen über den Politikbetrieb in Washington und instrumentalisiert unter anderem eine ehrgeizige Reporterin für seine Ziele.

Besonderes Stilmittel in der Darstellung ist das wiederholte Durchbrechen der vierten Wand durch den Protagonisten, wobei dieser seine oft sarkastischen Bemerkungen direkt an den Zuschauer richtet.

Besetzung[Bearbeiten]

Hauptcharaktere[Bearbeiten]

Charakter Schauspieler Synchronsprecher Charakterbeschreibung
Francis „Frank“ J. Underwood Spacey, KevinKevin Spacey Hagen, TillTill Hagen Demokratischer Kongressabgeordneter und Majority Whip im US-Repräsentantenhaus; hat zunächst einen Abschluss an der fiktiven Militärakademie The Sentinel gemacht und im Anschluss in Harvard Jura studiert. Underwood ist als demokratischer Abgeordneter des fünften Distrikts von South Carolina in den Kongress gewählt worden. Er wird am Ende der ersten Staffel zum Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten ernannt und am Ende der zweiten Staffel als 46. Präsident vereidigt.
Claire Underwood Wright, RobinRobin Wright von Bentheim, IrinaIrina von Bentheim Francis Underwoods Ehefrau und Leiterin der Wohltätigkeitsorganisation Clean Water Initiative
Zoe Barnes Mara, KateKate Mara Doering, ManjaManja Doering Reporterin des Washington Herald und später der News-Website Slugline, hat zeitweise ein sexuelles Verhältnis mit Francis Underwood und lanciert von ihm vorbereitete Berichte in die Öffentlichkeit. Sie wird von Frank Underwood zu Beginn der zweiten Staffel vor eine einfahrende U-Bahn geworfen und stirbt.
Peter Russo Stoll, CoreyCorey Stoll Löwenberg, JaronJaron Löwenberg Demokratischer Abgeordneter aus Pennsylvania, zeitweise Bewerber für das Amt des Gouverneurs von Pennsylvania. Wird von Underwood umgebracht, der dies wie einen Suizid erscheinen lässt.
Doug Stamper Kelly, MichaelMichael Kelly Flechtner, PeterPeter Flechtner Underwoods Stabschef
Garrett Walker Gill, MichaelMichael Gill {{{2}}}, Frank RöthFrank Röth 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika
Linda Vasquez Jaffrey, SakinaSakina Jaffrey Pigulla, FranziskaFranziska Pigulla Stabschefin des Präsidenten
Christina Gallagher Connolly, KristenKristen Connolly Lehmann, DaschaDascha Lehmann Geliebte von Peter Russo sowie dessen Kongressbüro-Leiterin. Sie arbeitet seit dem Beginn der zweiten Staffel für den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika Garrett Walker.
Janine Skorsky Zimmer, ConstanceConstance Zimmer Sturm, VictoriaVictoria Sturm Reporterin des Washington Herald, später der News-Website Slugline

Produktion und Ausstrahlung[Bearbeiten]

Der Video-on-Demand-Anbieter Netflix sicherte sich die Rechte gegen die Konkurrenz der US-Kabelsender wie HBO, Showtime und AMC und bestellte sogleich zwei Staffeln mit insgesamt 26 Episoden. In Branchenkreisen gilt das Engagement von Netflix als wegweisend, weil somit erstmals ein Internetdienst ein derartiges Großprojekt ausführt, dessen Kosten sich für zwei Staffeln auf angeblich rund 100 Millionen Dollar belaufen sollen.[1] Netflix stellte zum 1. Februar 2013 alle 13 Episoden der ersten Staffel gleichzeitig zum Abruf zur Verfügung.[2] Hierdurch wird das kulturelle Phänomen des Binge Watchings begünstigt.[3] Anfang Februar 2014 verlängerte Netflix die Serie um eine dritte Staffel mit weiteren 13 Episoden, die sich derzeit im Schreibeprozess befindet.[4][5]

Für Deutschland hat sich der Pay-TV-Sender Sky Atlantic HD die Ausstrahlungsrechte gesichert und sendete die Erstausstrahlung der ersten Staffel vom 4. Februar bis zum 29. April 2013. Im Free-TV liegen die Rechte bei der ProSiebenSat.1 Media. Die erste Folge wurde am 6. November 2013 bei ProSieben Maxx in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln als Preview gezeigt, ab dem 13. November werden regulär pro Woche zwei Folgen (inklusive der ersten) gesendet. Auf Sat.1[6] und ORF eins wird seit dem 10. November 2013 die synchronisierte Fassung ausgestrahlt, auf Sat.1 endete die Ausstrahlung am 29. Dezember 2013. In der Schweiz zeigt sie SRF1 im Zweikanalton seit dem 11. November 2013.

Rezeption[Bearbeiten]

Kritik[Bearbeiten]

House of Cards wurde bereits im Vorfeld der Ausstrahlung gelobt. In verschiedenen Besprechungen erhielt die Serie gute Kritiken.

„In "House of Cards" von David Fincher sind die Politiker allesamt ruchlose Psychopathen. Das bitterböse Opus mit Hollywood-Star Kevin Spacey ist feinster US-Serienstoff - und ein Meilenstein, weil mit Netflix erstmals ein Internetdienst so ein Mammutprojekt gestemmt hat. […] Denn "House of Cards" könnte einen Wendepunkt für die gesamte Branche markieren, weil das Polit-Drama in den USA nicht im klassischen Fernsehen zu sehen sein wird, sondern zunächst nur im Internet.“

Denis Krick: Spiegel Online[7]

„Kevin Spacey gibt den bösen Marionettenspieler mit umwerfendem Charme: "House of Cards" zeigt das politische Washington in der Tradition Shakespeare'scher Königsdramen.“

Fritz Göttler: Süddeutsche.de[8]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

House of Cards ist die erste allein per Streamingdienst ausgestrahlte Serie, die als beste Drama-Serie für den Emmy nominiert wurde. Insgesamt erhielt sie neun Nominierungen.[9] In drei der neun Kategorien erhielt die Serie eine Auszeichnung.[10]

Außerdem wurde sie für den Critics’ Choice Television Award[11] und den TCA Award[12] nominiert.

Robin Wright gewann 2014 den Golden Globe Award als Beste Serien-Hauptdarstellerin – Drama.

DVD- und Blu-ray-Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Vereinigte Staaten
  • Staffel 1 erschien am 11. Juni 2013.
Großbritannien
  • Staffel 1 erschien am 10. Juni 2013.
Australien
  • Staffel 1 erschien am 27. Juni 2013.
Deutschland
  • Staffel 1 erschien am 17. Dezember 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Spiegel.de; Huffingtonpost.com
  2. New York Times
  3. 800 Millionen Dollar Gewinn – dank Kevin Spacey Stern.de, abgerufen am 24. Oktober 2013
  4. [1]
  5. Beau Willimon kündigt auf Twitter an, dass er mit dem Schreiben der dritten Staffel begonnen hat.
  6. Alexander Kreis: "House of Cards": Spacey darf ab November brillieren. In: DWDL.de. 1. Oktober 2013. Abgerufen am 1. Oktober 2013.; House of Cards: Ab November OmU bei ProSieben Maxx, Serienjunkies.de
  7. Denis Krick: Neue Serie "House of Cards": Die dunkle Seite der Macht. Spiegel Online. 3. Februar 2013. Abgerufen am 4. Februar 2013.
  8. Fritz Göttler: Tage des Verrats. Süddeutsche.de. 1. Februar 2013. Abgerufen am 4. Februar 2013.
  9. Emmy-Nominierungen - "House of Cards" kann auf neun Emmys hoffen. In: Süddeutsche.de. 18. Juli 2013, abgerufen am 23. August 2013.
  10. Netflix challenges the TV establishment with Emmy wins for 'House of Cards'. In: The Verge. 22. September 2013, abgerufen am 2. November 2013.
  11. Riema Al-Khatib: Critics' Choice Awards 2013: Die Gewinner. In: Serienjunkies.de. 11. Juni 2013, abgerufen am 23. August 2013.
  12. Manuel Nunez Sanchez: TCA Awards: «Breaking Bad» beste Sendung des Jahres. In: Quotenmeter.de. 6. August 2013, abgerufen am 23. August 2013.