House of Flying Daggers

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel House of Flying Daggers
Originaltitel Shí Miàn Mái Fú
Produktionsland China
Originalsprache Hochchinesisch
Erscheinungsjahr 2004
Länge 119 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Zhang Yimou
Drehbuch Li Feng
Wang Bin
Zhang Yimou
Produktion William Kong
Zhang Weiping
Zhang Yimou
Zhang Zhenyan
Musik Shigeru Umebayashi
Kamera Zhao Xiaoding
Schnitt Cheng Long
Besetzung

House of Flying Daggers (chinesisch 十面埋伏Pinyin Shí Miàn Mái Fú (etwa „von zehn Seiten umzingelt“)) ist ein Film des chinesischen Regisseurs Zhang Yimou aus dem Jahr 2004. Kinostart in Europa war ab Herbst 2004, Hauptdarsteller sind Takeshi Kaneshiro, Zhang Ziyi und Andy Lau.

Der Film ist dem Wuxia-Genre zuzuordnen, d. h. die Protagonisten verfügen über ans Übernatürliche grenzende Kampffertigkeiten. Im Zentrum der Handlung steht eine tragische Dreiecksbeziehung. Der Film ist eines der international bekanntesten chinesischen Werke.

Handlung[Bearbeiten]

China im Jahre 859, in den letzten Zügen der Tang-Dynastie (618 bis 907): Eine Rebellengruppe namens Haus der Fliegenden Messer, die in der Vergangenheit bereits einmal versucht hatte, das Kaiserreich zu stürzen, gerät wieder in das Blickfeld der Polizei und des Militärs. Vor Kurzem wurde ihr Anführer getötet, doch fand die Gruppierung prompt einen Nachfolger.

Die Polizisten Jin und Leo erhalten den Auftrag, den neuen Anführer innerhalb von zehn Tagen aufzuspüren und zu töten. Leo hat auch schon eine Spur: die Tochter des alten Rebellenanführers soll blind sein und zufälligerweise tauchte eben erst die schöne blinde Tänzerin Mei im örtlichen Teehaus auf. Als Gast getarnt provoziert Jin dort Krawall, um Leo einen Vorwand für die Verhaftung von Mei zu liefern. Sie entpuppt sich tatsächlich als Mitglied der „Fliegenden Messer“ und ist, trotz ihrer Blindheit, eine famose Kämpferin. Leo gelingt es jedoch, sie zu besiegen.

Leo überzeugt Jin zu einer weiteren List. Dazu verhilft Jin Mei zur Flucht aus dem Gefängnis in der Hoffnung, dass Mei ihren scheinbaren Retter zum Anführer der „Fliegenden Messer“ führt. Der Plan scheint zunächst aufzugehen. Bei einem fingierten Angriff durch eingeweihte Polizisten kann sich Jin erneut als Retter darstellen. Mei scheint Vertrauen zu Jin zu fassen und gemeinsam machen sie sich auf die Reise. Leo folgt ihnen und hält heimlich Kontakt zu Jin.

Unterwegs treffen sie jedoch auf uneingeweihte Regierungstruppen, die Meis Flucht mit allen Mitteln verhindern sollen. Es kommt zu erbitterten Kämpfen, bei denen Jin zum ersten Mal gezwungen ist, Kollegen zu töten, um Mei zu schützen. Ihm kommen zunehmend Zweifel an seiner Mission und er beginnt sich in Mei zu verlieben.

Schließlich erreichen die beiden die Rebellen. Dort wird Jin gefangen genommen. Es stellt sich heraus, dass Leo ein Agent der „Fliegenden Messer“ ist. Mei ist weder blind noch Tochter des alten Rebellenanführers, sondern nur ein Köder, um den General des Kaisers in eine Falle zu locken. In diesem Plan spielt Jin keine Rolle mehr; Mei erhält daher den Auftrag, Jin zu töten.

Allerdings hat sich in den wenigen Tagen ihrer gemeinsamen Reise auch Mei in Jin verliebt. Sie weist daher die Avancen des in sie schon lange verliebten Leo zurück und befreit Jin. Leo ist zutiefst verbittert. Er greift Mei an und verletzt sie schwer. Jin ist entsetzt und will sich an Leo rächen. Es kommt zum Kampf zwischen den beiden ehemaligen Freunden.

Als Leo Jin mit seinem Wurfmesser bedroht, regt sich Mei mit letzter Kraft. Sie warnt Leo: würde er Jin töten, würde sie ihn mit dem noch in ihrer Brust steckenden Wurfmesser töten. Der verzweifelte Jin versucht sie davon abzubringen, denn der Blutverlust wäre Meis sicherer Tod. Leo macht eine Angriffsbewegung. Mei reagiert sofort und zieht sich das Messer aus der Brust, wirft es aber in die Flugbahn von Leos Messer, um Jin zu schützen statt Leo zu töten. Doch Leos Angriff war nur vorgetäuscht, er hält sein Messer noch in der Hand. Mei stirbt in Jins Armen, erschüttert verlässt Leo die beiden.

Bedeutung[Bearbeiten]

Wie in den meisten Wuxia-Filmen geht es auch in diesem Film um eine alte chinesische Legende, in diesem Falle ein altes Gedicht aus der Han-Dynastie von Li Yannian (Jia Ren Qu, das Gedicht wird von Zhang Ziyi während der Tanzszene bzw. von Takeshi Kaneshiro am Schluss des Films gesungen.) In dem Gedicht geht es um eine schöne junge Frau aus dem Norden, die mit einem Blick eine Stadt und mit einem zweiten Blick eine ganze Nation zugrunde gehen lassen kann. In diesem Fall kann man das Gedicht so interpretieren, dass es sich um eine schöne Frau handelt, die zwei Männer, die sich um sie streiten, zugrunde gehen lässt.

Originaltext:

Langzeichen Kurzzeichen Pinyin-Umschrift Übersetzung

北方有佳人,絕世而獨立。
一顧傾人城,再顧傾人國。
寧不知傾城與傾國。
佳人難再得。

北方有佳人,绝世而独立。
一顾倾人城,再顾倾人国。
宁不知倾城与倾国。
佳人难再得。

Běifāng yǒu jiārén, juéshì ér dúlì.
Yí gù qīng rén chéng, zài gù qīng rén guó.
Nìng bù zhī qīng chéng yǔ qīng guó.
Jiārén nán zài dé.

Schönheit aus dem Nord'n, Schönste auf der Welt
Ein Blick – stirbt 'ne Stadt, noch ein Blick – das Land
willst nicht wiss'n, ob Stadt oder Land
Siehst solch's nicht nochmal.

Hintergrund[Bearbeiten]

  • Der Film wurde Anita Mui gewidmet. Diese sollte ursprünglich die Anführerin der Rebellengruppe spielen, verstarb jedoch im Dezember 2003 an Krebs.
  • „Lovers“ von Shigeru Umebayashi wird von Kathleen Battle gesungen.
  • Das Budget des Filmes betrug 12.000.000 US-Dollar.
  • Das Ende des Filmes im verschneiten Wald wurde in der Ukraine gedreht. Der Schneefall war dort bereits im Oktober unerwartet stark. Im Nachhinein bezeichnete Regisseur Zhang Yimou dies als Glücksfall, da es ideal für die Stimmung des Filmes war.
  • Um sich auf ihre Rolle vorzubereiten, hegte Hauptdarstellerin Zhang Ziyi zwei Monate lang Kontakt zu einem blinden Mädchen.
  • „House of Flying Daggers“ war einer der wenigen Filme, der auch auf Enhanced Versatile Disc erschien.

Kritiken[Bearbeiten]

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

„Das grandiose Drama verbindet furiose Martial-Arts-Duelle und Verfolgungsjagden mit einer ausgefeilten Bildsprache und besticht nicht zuletzt durch schiere Schönheit. Reich an Bezügen zur alten chinesischen Malerei sowie zur Ästhetik der Peking-Oper, fesselt der Film zudem durch seine eigenwillige Landschaftspoetik sowie seine durchdachte Farbdramaturgie, die das Geschehen kommentiert und vertieft.“

Lexikon des internationalen Films [1]

Kameraführung, Farbwahl und Perspektiven gelten als hervorragend umgesetzt. Die Handlung wird laut vieler Kritiker allerdings oft zuvor angekündigt, was viele Szenen und ihren Ausgang vorhersehbar mache. Insbesondere gegen Ende wirkten die Kampfszenen unangemessen ausgedehnt und keinem engeren Ziel mehr verpflichtet.

Der rote Faden ging auch für viele Rezensenten der IMDb verloren; es werde zum Ende des Films keinerlei Referenz mehr auf die Geschichte Chinas oder die Wirkung der Sekte auf die Entwicklung der Dynastie hergestellt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kritik im Lexikon des internationalen Films, abgerufen am 28. August 2012.