Howard Schultz

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Howard Schultz (2012)
Howard Schultz, Chairman und CEO von Starbucks, 2007

Howard Schultz (* 19. Juli 1953 in Brooklyn, New York) ist ein US-amerikanischer Unternehmer und Aufsichtsratsvorsitzender sowie CEO der internationalen „Coffee House“- oder Kaffeehauskette Starbucks.

Leben[Bearbeiten]

Ausbildung[Bearbeiten]

Schultz ist der Sohn eines jüdischen Hilfsarbeiters und wuchs in einer Sozialwohnung in Brooklyn auf. Auf der High School wurde er ein solch erfolgreicher Quarterback der Football-Mannschaft, dass er dafür ein Football-Stipendium an der Northern Michigan University erhielt. Da er jedoch nicht gut genug für die College-Mannschaft spielte, musste er einen Studentenkredit aufnehmen. Er belegte Kurse in Marketing, Rhetorik und Kommunikation und konnte 1975 seinen Abschluss als Bachelor machen. Damit wurde er auch der erste Akademiker seiner Familie. Er ging wieder zurück nach New York, um bei Xerox die beste Verkäuferschulung zu erhalten, die es damals in den USA gab. Danach arbeitete er für drei Jahre im Verkauf und Marketing von Xerox. Anschließend wechselte er zu Hammarplast, der amerikanischen Filiale des schwedischen Konzerns Pestorp, einem Hersteller von Haushaltsgeräten.

Kaffeehandel[Bearbeiten]

1981 wurde er Abteilungsleiter für den Verkauf und Vizepräsident von Hammarplast. Im selben Jahr entdeckte er bei der Kontrolle der Verkaufszahlen einen ungewöhnlich hohen Absatz einer bestimmten Kaffeemaschine, die von einer kleinen Firma in Seattle namens Starbucks bestellt wurde. Er suchte die drei Eigentümer Gerald Baldwin, Gordon Bowker und Zev Siegl auf und begeisterte sich für ihr Konzept, nur die beste Ware anzubieten, d. h. Edelkaffeebohnen und hochwertige Kaffeemaschinen. Schultz, der bislang nur das übliche gefriergetrocknete Kaffeepulver kannte, war beim dortigen Kaffeegenuss auf der Stelle gewonnen: „Es war, als hätte ich einen neuen Kontinent entdeckt.“ Schnell reifte in ihm der Entschluss, das ganze Land mit dieser Kaffeequalität zu versorgen. Nach mehreren Anläufen stellten ihn die Eigentümer von Starbucks 1982 als Manager für das Marketing und das operative Geschäft ein, das zu diesem Zeitpunkt nur aus vier Geschäften bestand.

Der Besuch einer Verkaufsmesse in Mailand 1983 brachte Schultz auf die Idee, Kaffee nun auch als Getränk anzubieten. Nur zögerlich nahmen seine Vorgesetzten die Einrichtung von kleinen Espresso-Bars in den Läden hin, lehnten aber jede weitere Expansion ab. Daher kündigte Schultz und gründete seine eigene Kaffeebar namens „Il Giornale“, wobei er von seinen früheren Arbeitgebern unterstützt wurde.

Als Nächstes sprach Schultz mit mehr als 200 möglichen Investoren und überzeugte am Ende fünfzehn von ihnen, in das Geschäft miteinzusteigen. Es genügte, um den Eigentümern 1987 die Firma abzukaufen und mit elf Läden und hundert Angestellten einen beispiellosen Boom beginnen zu können.

Schultz zahlte mehr als den Mindestlohn, sorgte für eine Krankenversicherung und gewährte auch Teilzeitkräften Aktienoptionen. Dafür herrschten lange Arbeitszeiten und wenig Aufstiegsmöglichkeiten, und die Aktienoptionen gingen verloren, wenn schon nach wenigen Jahren gekündigt wurde.

Die Kette expandierte rapide: 1991 konnte die Gründung der hundertsten Filiale gefeiert werden, seit 1992 ist Starbucks börsennotiert, 1995 begann die Expansion ins Ausland. Im Jahr 2000 zog Schultz sich aus dem operativen Geschäft zurück und wechselte in den Aufsichtsrat.

Neben einer angriffslustigen Expansionsstrategie, die vor allem auf die geschickte Platzierung seiner Filialen setzt, legt Schultz auch Wert auf eine übermäßig differenzierte Sortenauswahl und rauchfreien Kaffeekonsum. Starbucks verwendet neuerdings auch ökologisch angebauten Kaffee und bietet das verbrauchte Kaffeemehl umsonst als Dünger und Kompost an.

Dem früheren Football-Spieler Schultz gehören seit 2002 40 % der Basketballmannschaft Seattle SuperSonics. Sein Vermögen wurde 2003 auf 700 Millionen Dollar geschätzt. Am 17. Juli 2006 wurden die SuperSonics für insgesamt 350 Millionen US-Dollar an eine Investmentgruppe um Clay Bennett verkauft.

Literatur[Bearbeiten]

  • Howard Schultz & Dori Jones Yang: „Die Erfolgsstory Starbucks.“ Seedorf: Signum 2003, 334 S., ISBN 3-85436-314-1
    - Übersetzung von „Pour Your Heart Into It. How Starbucks Built a Company One Cup at a Time.“ Hyperion Books: New York 1999 ISBN 0-7868-8356-1

Weblinks[Bearbeiten]