Hr. Ms. De Ruyter (1935)

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Leichter Kreuzer De Ruyter
Leichter Kreuzer De Ruyter
Geschichte Flagge
Bauwerft

Wilton-Fijenoord, Schiedam

Bestellung 1. August 1932
Kiellegung 16. September 1933
Stapellauf 11. März 1935
Indienststellung 3. Oktober 1936
Verbleib am 28. Februar 1942 nach Torpedotreffern in der Javasee gesunken
Technische Daten
Verdrängung
  • Standard: 6442 ts
  • Maximal: 7822 t
Länge
  • Wasserlinie: 168,30 m
  • über alles: 170,92 m
Breite

15,60 m

Tiefgang

4,90 m

Besatzung

437

Antrieb
Geschwindigkeit

32 kn (ca. 59 km/h)

Reichweite

5000 sm bei 12 kn

Bewaffnung
  • 7 Geschütze Kaliber 15 cm[1] (davon 6 in Zwillingstürmen)
  • 5 Zwillings-Fla-Geschütze Kaliber 4 cm
  • 8 Fla-MG Kaliber 12,7 mm
  • 4 Fla-MG No.4
Flugzeuge

2 × Fokker C-11W

Der Leichte Kreuzer Hr. Ms. De Ruyter (als Teil der ABDA-Flotte oft auch mit dem englischen Präfix HNLMS De Ruyter geführt) war ein Kriegsschiff der Niederländischen Marine vor und während des Zweiten Weltkriegs. 1936 in Dienst gestellt, operierte sie als Flaggschiff der ABDA-Flotte bis zu ihrer Versenkung Ende Februar 1942 gegen die Kaiserlich Japanische Marine im Pazifik und im Indischen Ozean.

Technik[Bearbeiten]

Die De Ruyter war an der Wasserlinie 168,30 Meter lang, die Länge über alles betrug 170,92 Meter. Die maximale Breite betrug 15,70 Meter, der Tiefgang 5 Meter bei einer Standardverdrängung von 6442 Tonnen und einer Maximalverdrängung von 7822 Tonnen. Sechs Yarrow-Dampfkessel erzeugten den Dampf für drei Dampfturbinen, die ihre Leistung von 66.000 PS auf zwei Wellen mit je einem Propeller übertrugen. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 32 Knoten, die Marschgeschwindigkeit lag bei 17 Knoten. Die 1300 Tonnen Treibstoff ermöglichten eine Reichweite von 6800 Seemeilen bei 12 Knoten Fahrgeschwindigkeit.

Die Hauptbewaffnung des Kreuzers waren sieben 15-cm-Geschütze,[1] von den sechs in drei Zwillingstürmen untergebracht waren. Die Geschütze hatten eine Reichweite von etwa 27 Kilometern und konnten etwa sechs Schüsse pro Minute abfeuern. Die Sekundärbewaffnung bestand aus fünf 40-mm-Zwillingsgeschützen sowie acht 12,7-m-Maschinengewehren zur Luftabwehr. Die beiden Fokker C-11W-Wasserflugzeuge konnten durch ein Heinkel-K8-Flugzeugkatapult gestartet werden.

Geschichte[Bearbeiten]

Bau und erste Einsatzjahre[Bearbeiten]

Planungen für die De Ruyter begannen nach der Fertigstellung der Vorgänger der Java-Klasse. Das niederländische Oberkommando sah die Notwendigkeit für einen dritten Kreuzer, um im Falle eines Werftaufenthalts eines der anderen Kreuzer immer noch zwei einsatzbereite Schiffe zu haben. In Zeiten wirtschaftlicher Depression und verstärkter Pazifismusbewegungen lag die Hauptaufmerksamkeit auf möglichst geringen Kosten für den Kreuzerneubau, der aus diesem Grund im Vergleich zu anderen Kreuzern der Zeit vergleichsweise schwach bewaffnet und gepanzert war. Der Bauauftrag erging am 1. August 1932. Die Kiellegung der De Ruyter fand am 16. September 1933 auf der Werft von Wilton-Fijenoord in Schiedam unter der Baunummer 652 statt. Der Kreuzer wurde am 11. März 1935 vom Stapel gelassen. Das Schiff war zum Zeitpunkt seiner Indienststellung am 3. Oktober 1936 durch Königin Wilhelmina die größte Einheit der niederländischen Marine und fuhr unter Kapitän A. C. van der Sande Lacoste auf seine Jungfernfahrt. Am 12. Januar 1937 verließ der Kreuzer die Niederlande in Richtung Niederländisch-Indien. In Tandjong Priok angekommen, wurde die Hr. Ms. De Ruyter das Flaggschiff der niederländischen Einheiten. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs war der Kreuzer zusammen mit anderen niederländischen Schiffen im Seegebiet um die niederländische Kolonie eingesetzt. Kapitän Henri Jan Bueninck übernahm am 4. Mai 1939 das Kommando über das Schiff, und am 18. August 1941 wechselte das Kommando an Kapitänleutnant Eugène Edouard Bernard Lacomblé. Bis zum Ausbruch des Krieges in Fernost eskortierte die De Ruyter niederländische Frachter und Passagierschiffe im Seegebiet.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Nach dem Angriff der Japaner auf die europäischen Kolonien in Südostasien Ende 1941 gehörte der Leichte Kreuzer zusammen mit britischen und australischen Einheiten zu einer Kampfgruppe der ABDA-Flotte. Während eines Zusammenstoßes mit 37 japanischen Sturzkampfbombern entwickelte sich am 4. Februar 1942 die Schlacht in der Straße von Makassar, bei der die De Ruyter leicht beschädigt wurde.

Am 19. Februar 1942 lieferte sich die ABDA-Flotte mit japanischen Einheiten die Seeschlacht in der Straße von Badung. Die De Ruyter war aber nur kurzzeitig zu Beginn der Kämpfe involviert und konnte unbeschädigt entkommen.

Nur acht Tage später, am 27. Februar kam es zur Schlacht in der Javasee. Kurz nach der Versenkung der Hr. Ms. Java durch mehrere Torpedotreffer wurde die De Ruyter am Abend von zwei japanischen Torpedos der Backbordseite getroffen, die die Munitionskammer zur Explosion brachten. Kurz darauf begann das schwer getroffene Schiff zu sinken, und der Kommandant gab den Befehl, das Schiff zu verlassen. Trotzdem fanden 344 Mann der Besatzung, unter ihnen auch der niederländische Admiral Karel Doorman, am 28. Februar 1942 den Tod.

Wiederentdeckung[Bearbeiten]

Das Wrack der Hr. Ms. De Ruyter wurde zusammen mit dem Wrack der HMS Exeter am 1. Dezember 2002 in der Javasee bei der kleinen Vulkaninsel Bawean entdeckt. Die Hr. Ms. De Ruyter liegt mit etwas Schlagseite nach Steuerbord in rund 90 m Tiefe.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hr. Ms. De Ruyter (1935) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Das 15 cm/50 Mk 9, 10 und 11 auf Naval Weapons