Huangdi neijing

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Das Huángdì Nèijīng (chin. 黄帝内經), auch als Nèijīng (内經) bekannt, ist eines der ältesten Standardwerke der chinesischen Medizin. Es wird unter anderem als "Innerer Klassiker des Gelben Fürsten", "Buch des Gelben Kaisers zur Inneren Medizin" und "Die Medizin des Gelben Kaisers" übersetzt und besteht aus zwei großen Teilen. Dieses medizinische Fachwerk ist bis heute grundlegend und richtungsweisend für die Ausbildung innerhalb der chinesischen Medizin.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

1. Teil - Huángdì Nèijīng Sùwèn (黄帝内经素问): ca. 2698–2598 v. Chr.

2. Teil - erst ohne Titel: Entstehungsdaten noch nicht eindeutig geklärt

Seit der Han-Dynastie (漢朝/Hàncháo – ca. 206 v. Chr. bis 220 n. Chr.) und der Jin-Dynastie (晋朝, Jìncháo–ca. 265–420 n. Chr.) bekannt als Jiǔjuàn (九卷 - „9 Bände“) oder Zhēnjīng (针经 - „Meridian“)

Seit der Tang-Dynastie (唐朝/Tángcháo - ca. 618–907 n. Chr.) bekannt als Língshū (灵枢 - „Angelpunkt der Struktivkraft“)[1]

Inhalt und Aufbau[Bearbeiten]

Huáng Dì

Das Gesamtwerk des Huángdì Nèijīng gliedert sich in 18 Bände, die aus insgesamt 162 Kapiteln bestehen. Die ersten neun Bände beinhalten das Huángdì Nèijīng Sùwèn (黄帝内经素问) - oder kurz Sùwèn (素问). Übersetzt wird dieser Teil mit "einfache Fragen" oder „unbefangene Fragen“. Dort behandelt Huángdì im Gespräch mit seinem Meister Qí Bó (岐伯) vor allem die Naturgesetzmäßigkeiten zwischen Mensch und Natur, Mensch und Himmel und wie man alle Kräfte in Harmonie miteinander bringen kann. Diese Fragen und Erkenntnisse bilden das Fundament der grundlegenden Philosophie der chinesischen Medizin.[2]

Die weiteren neun Bände wurden erst im Laufe der Jahrhunderte hinzugefügt und waren auch immer unter anderen Bezeichnungen bekannt (siehe Entstehungsgeschichte). Seit der Tang-Dynastie werden diese Bände als „Língshū“ („Angelpunkt der Struktivkraft“) bezeichnet und beschäftigen sich vor allem mit der äußeren Anwendung von Therapieformen wie der Akupunktur und Moxibustion sowie der Organ- und Meridian-Theorie.

Autoren[Bearbeiten]

Als Autoren des Huángdì Nèijīng Sùwèn sind Huángdì selbst und sein Meister Qí Bó (岐伯) bekannt.[3]

Der zweite Teil („Língshū“) soll eine Kompilation von Werken verschiedener Autoren aus den unterschiedlichsten Epochen sein.

Literatur[Bearbeiten]

  • 民囯出版社/Mín Guó Chū Bǎn Shè (Hrsg.):黄帝内经/ Huáng Dì Nèi Jīng. 大连/Dà Lián 1912.
  • 周海平/ Zhōu Hǎi Píng: 黃帝内經大詞典/Huáng Dì Nèi Jīng Dà Cí Diǎn. 中医古籍出版社/Zhōng Yī Gǔ Jí Chū Bǎn Shè, 北京/Běijīng 2008, ISBN 9787801744371.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 周海平/ Zhōu Hǎi Píng: " 黃帝内經大詞典/Huáng Dì Nèi Jīng Dà Cí Diǎn" 中医古籍出版社/Zhōng Yī Gǔ Jí Chū Bǎn Shè, 北京/Běijīng 2008, ISBN 9787801744371.
  2. Wu Tian Ming Gong Jue/Frank Behrendt/Yun Yi Na: Erste Hilfe mit chinesischer Kaiser-Medizin - Ratgeber für eine natürliche Haus-"Apotheke". Fachverlag für Traditionelle Chinesische Medizin & Östliche Wissenschaften, 2. Aufl., Stralsund 2010, ISBN 978-3-941814-03-5.
  3. 周海平/ Zhōu Hǎi Píng: " 黃帝内經大詞典/Huáng Dì Nèi Jīng Dà Cí Diǎn" 中医古籍出版社/Zhōng Yī Gǔ Jí Chū Bǎn Shè, 北京/Běijīng 2008, ISBN 9787801744371.