Hubbrücke (Lübeck)

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Hubbrücke mit angehobenem Brückenteil für die Hafenbahn
Hubbrücke um 1905
Die Dampflok 91 134 (Preußische T 9.2) überfährt die Hubbrücke (1993)
Mosaik am Brückenturm der Vorstadt mit dem Lübecker Wappen

Die Hubbrücke ist eine bewegliche Brücke für Kraftfahrzeuge, Bahn und Fußgänger in Lübeck. Sie ist eine von mehr als 200 Brücken in Lübeck und steht als Technisches Denkmal seit 1988 unter Denkmalschutz.[1][2]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Hubbrücke wurde im Zusammenhang mit dem Bau des Elbe-Lübeck-Kanals errichtet. Sie führt im Norden der Lübecker Altstadtinsel am Zusammenfluss der Stadt-Trave mit der Kanal-Trave über den Klughafen und stellt die Verbindung zum Burgtorhafen im Stadtteil St. Gertrud her. Die Brücke wurde zwischen 1896 und 1900 nach den Plänen des Wasserbauingenieurs Peter Rehder aus Stahl gebaut, die Brückentürme wurden im neugotischen Stil errichtet. Kaiser Wilhelm II. weihte sie am 16. Juni 1900 ein.

Mehr als 80 Jahre arbeitete die Brücke ohne größere Probleme. Eine erste grundlegende Überholung wurde 1984/1985 für 2,5 Millionen Mark vorgenommen.[3] Im Laufe der Jahrzehnte häuften sich die Störungen. Im Jahr 2004 erhielt sie neue handgefertigte Antriebsräder.[4] Im September 2009 wurde sie für zwei Wochen gesperrt. Die Fahrbahn wurde ausgebessert und der Vorstadtturm erhielt wieder die fehlende Turmspitze.[5] Im März 2011 kam es erneut zu technischen Störungen.

Die Brücke soll bis 2013 für 13,2 Millionen Euro erneuert werden, weil es für technische Teile keinen Ersatz mehr gibt. Dabei soll die äußere Form erhalten werden.[6]

Die Brücke gehört dem Bund, zuständig ist das Wasser- und Schifffahrtsamt Lübeck.

Technik[Bearbeiten]

Die Hubbrücke besteht aus drei Teilen. Der Brückenteil für den Straßenverkehr sowie der Teil für die Lübecker Hafenbahn können angehoben werden. Der Brückenteil für Fußgänger ist erhöht und unbeweglich. Im Brückenturm auf der Altstadtseite, einem 25 Meter hohen Gebäude auf quadratischer Grundfläche, befinden sich die Hydraulikzylinder, von denen einer den Druck zum Anheben der Eisenbahnbrücke erzeugt, der andere für die Straßenbrücke. Angetrieben werden sie mit jeweils einen Elektromotor von 17,65 kW (24 PS). Die Kraft wird durch jeweils 200 Liter eines Gemischs aus Glycerin und Wasser übertragen. Die Hydraulikleitungen befinden sich an der festen Fußgängerbrücke. Die Brückenteile bestehen aus Stahl. Beim Bau wurden 50.000 Nieten verarbeitet.

Quellen[Bearbeiten]

  • Josephine von Zastrow: Lübeck bekommt eine neue Hubbrücke. In: Lübecker Nachrichten vom 8. September 2010, S. 9

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lübecks Denkmäler laden ein In: Lübecker Nachrichten vom 9. September 2010, S. 16
  2. Hubbrücken Lübeck auf der Seite der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  3. Oliver Vogt: Eine technische Meisterleistung. In: Lübecker Nachrichten vom 8. Oktober 2004, S. 8
  4. Hubbrücke bekommt neue Antriebsräder. In: Lübecker Nachrichten vom 26. Februar 2004, S. 13
  5. Wieder freie Fahrt auf der Hubbrücke In: Lübecker Nachrichten vom 26. September 2009, S. 13
  6. Hubbrücke blieb oben. In: Lübecker Nachrichten vom 27. März 2011, S. 15

53.87506210.690922Koordinaten: 53° 52′ 30″ N, 10° 41′ 27″ O