Hubertus Gaßner

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Hubertus Gaßner (* 1950 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher Kunsthistoriker und Kurator. Seit Februar 2006 leitet er die Hamburger Kunsthalle.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Hubertus Gaßner studierte Kunstgeschichte, Philosophie und Soziologie in Marburg, Heidelberg, München und Hamburg. 1982 wurde er an der Universität Heidelberg mit einer Arbeit über den russischen Konstruktivisten Alexander Rodschenko promoviert. Von 1971 bis 1981 war er aktives Mitglied in der Neuen Gesellschaft für bildende Kunst in Berlin[1], leitete von 1989 bis 1992 das documenta Archiv in Kassel und war von 1993 bis 2002 Hauptkurator im Haus der Kunst in München. Als Direktor des Folkwang Museums in Essen wirkte er von 2002 bis 2005.[2] Seit dem 1. Februar 2006 ist er Direktor der Hamburger Kunsthalle als Nachfolger von Uwe M. Schneede.[3] Zusätzlich ist er seit dem Wintersemester 2007/08 Ehrenprofessor im Studienschwerpunkt Theorie und Geschichte an der Hochschule für bildende Künste Hamburg.[2]

Der Kubus vor der Galerie der Gegenwart auf dem Gelände der Hamburger Kunsthalle, 2007

Aufsehen erregte die im Frühjahr 2007 auf seine Initiative hin in Hamburg eröffnete Ausstellung Das schwarze Quadrat – Hommage an Malewitsch, für die der Installationskünstler Gregor Schneider einen mit schwarzem Stoff behangenen Kubus, den Cube Hamburg 2007, auf dem Vorplatz der zur Kunsthalle gehörenden Galerie der Gegenwart entworfen hatte. Da der schwarze Kubus nicht nur an das suprematistische Gemälde Das Schwarze Quadrat erinnerte, sondern auch an die muslimische Kaaba in Mekka, waren terroristische Anschläge befürchtet worden[4], die jedoch nicht eintraten. Im Frühjahr 2009 entstand in Zusammenarbeit von Hubertus Gaßner und Rainer Moritz, dem Leiter des Hamburger Literaturhauses, die gemeinsame Veranstaltungsreihe „Bildbeschreibungen“, in der Schriftsteller eigene Betrachtungen über Bilder aus der Sammlung der Kunsthalle vortragen. Die „Bildbeschreibungen“ werden zudem unter dem Titel „Ut pictura poesis“ publiziert.[5]

In den Jahren 2009 und 2010 wehrte sich Gaßner gegen den rigiden Sparkurs des Hamburger Senats, der durch die damalige Kultursenatorin Karin von Welck und den Stiftungsrat den Verkauf von Bildern aus der Sammlung[6] und eine zeitweise Schließung der Galerie der Gegenwart gefordert hatte. Diese war mit der Aussage, die Brandklappen müssten renoviert werden, begründet worden. Der Streit wurde bundesweit bekannt.[7][8]

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten]

  • Kultur und Kunst in der DDR seit 1970. Anabas, Giessen 1977, ISBN 3-87038-045-4.
  • Zwischen Revolutionskunst und Sozialistischem Realismus. Dokumente und Kommentare. Kunstdebatten in der Sowjetunion von 1917–1934. DuMont Köln 1979, ISBN 3-7701-1116-8.
  • Alexander Rodschenko Konstruktion 1920 oder die Kunst, das Leben zu organisieren. Fischer, Frankfurt am Main 1984, ISBN 3-596-23916-8.
  • Moderne Kunst. Das Funkkolleg zum Verständnis der Gegenwartskunst. Mit Franz-Joachim Verspohl und Monika Wagner (Hrsg). 2 Bände. Rowohlt, Reinbek 1991, ISBN 3-499-55517-4.

Ausstellungskataloge[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hubertus Gaßner tritt als neuer Direktor der Hamburger Kunsthalle an kunstmarkt.com, abgerufen am 13. November 2010
  2. a b Hubertus Gaßner hfbk-hamburg.de, abgerufen am 12. November 2010
  3. Künftiger Kunsthallendirektor: Hubertus Gaßner stellt sich vor welt.de, abgerufen am 12. November 2010
  4. Die Kaaba von Hamburg welt.de, 5. März 2007, abgerufen am 14. November 2010
  5. Hubertus Gaßner, Daniel Koep, Rainer Moritz (Hrsg): Ut pictura poesis. Bidbeschreibungen - Schriftsteller über Bilder in der Hamburger Kunsthalle. Hamburger Kunsthalle, [1]; abgerufen am 14. September 2012
  6. Hanno Rauterberg: Der große Ausverkauf zeit.de, 8. Dezember 2009, abgerufen am 14. November 2010
  7. Niklas Maak: Kann die Rücktreterei mal ein Ende haben? faz.net, 20 Juli 2010, abgerufen am 14. November 2010
  8. Gaßner: Das kann man nur „von Klappe zu Klappe“ sagen abendblatt.de/dpa, 3. Juni 2010, abgerufen am 14. November 2010