Hubertus von Hohenlohe

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Hubertus zu Hohenlohe Ski Alpin
Hubertus zu Hohenlohe (Wien 2013)
Hubertus zu Hohenlohe (Wien 2013)
Nation MexikoMexiko Mexiko
Geburtstag 2. Februar 1959
Geburtsort Mexiko-StadtMexiko
Größe 184 cm
Gewicht 82 kg
Karriere
Disziplin Abfahrt, Super G, Riesentorlauf,
Slalom, Kombination
Status aktiv
Platzierungen im alpinen Skiweltcup
 Debüt im Weltcup 8. Februar 1981
in Aprica
 Weltcupsiege 0
 Gesamtweltcup 42. (1981/82)
 Kombinationsweltcup 4. (1981/82)
letzte Änderung: 24. Februar 2010
Hubertus zu Hohenlohe beim Einmarsch bei den Olympischen Spielen in Vancouver 2010 (mit Fahne)

Hubertus Prinz zu Hohenlohe (* 2. Februar 1959 in Mexiko-Stadt, Mexiko) ist ein Fotograf, Sänger und Skirennläufer. Er wohnt in Marbella (Spanien), in Liechtenstein und in Wien.[1] Aufgrund seiner beruflichen Tätigkeiten hält er sich oft und lange im Ausland auf, wo er Kontakte zum Jet-Set pflegt.

Der aus der Familie Hohenlohe stammende Hubertus besitzt die Liechtensteiner Staatsbürgerschaft (durch eine Entscheidung seines Großvaters väterlicherseits im Jahr 1918)[2] und aufgrund seiner Geburt in Mexiko die mexikanische.[3][4][5]

Familie[Bearbeiten]

Hubertus zu Hohenlohe wurde 1959 in Mexiko-Stadt als Sohn von Ira Fürstenberg (* 1940) und Alfonso Hohenlohe-Langenburg (1924–2003) geboren, als sein Vater dort das Mexiko-Geschäft von Volkswagen aufbaute.

1960 lernte Ira Fürstenberg den brasilianischen Unternehmer und Playboy Francisco Pignatari (1916–1977) kennen. Es kam zu einem spektakulärem Streit um die Kinder mit Entführung und gerichtlichen Auseinandersetzungen.[2][6] Erst als entschieden wurde, dass die Kinder bei Alfonso bleiben durften, zog dieser die Anzeige wegen Ehebruchs gegen Ira zurück.[7] Doch Alfonso widersetzte sich dem vom Gericht angeordneten geteilten Sorgerecht. Daraufhin schickte Ira erfolglos Privatdetektive los, um die Kinder zu sich zu holen. Erst nach ihrer Scheidung von Pignatari 1964 erlaubte ihr Alfonso, die Kinder wieder zu besuchen.[8]

Als er vier Jahre alt war, zog die Familie nach Marbella in Spanien,[3] wo er im Fünf-Sterne-Hotel seines Vaters teilweise aufwuchs. In der Wohnung der Eltern im Hotel war häufig die internationale Jet-Set-Prominenz anzutreffen. Mit zehn Jahren wurde er von seinem Vater nach Vorarlberg in eine Klosterschule mit Internat geschickt um ihn von den „reichen Kindern in Spanien“, „die mit 14, 15 Jahren begannen […] Drogen zu nehmen und sonst auszuticken“, fernzuhalten. Mit elf holte ihn eine Tante in ihre Familie mit sieben Kindern in die Steiermark, wo er seine Schulzeit absolvierte.[1] In Liechtenstein wuchs er ebenfalls auf und studierte dort.[9]

Hubertus’ Mutter ist eine Nichte des ehemaligen Fiat-Chefs Giovanni Agnelli. Sein älterer Bruder, Christoph Hohenlohe, verstarb 2006 nach einem kurzen Aufenthalt in einem thailändischen Gefängnis.[2] Dieser war für die Nachfolge im Unternehmen des Vaters vorgesehen, sodass sich der Jüngere in anderen Feldern seinen Platz suchte, was ihn zum Skifahren, Fotografieren und zur künstlerischen Betätigung brachte.[1]

Der nur wenig jüngere Karl Hohenlohe ist ein Großonkel von Christoph und Hubertus Hohenlohe.[10]

Nach eigenen Angaben lautet sein korrekter Name „Hubertus Prinz zu Hohenlohe“. Die Schreibweise „Hubertus von Hohenlohe“ entstand dadurch, dass er sich unter diesem Namen in die FIS-Starterlisten eintragen ließ, um, nach alphabetischer Sortierung, in der Nähe des Skirennfahrers von Grünigen aufgeführt zu werden.[11]

Skirennfahrer[Bearbeiten]

Sein erstes Rennen bestritt Hohenlohe für Mexiko beim Alpinen Skiweltcup 1981/82 in der Disziplin Kombination am 8. Dezember 1981 in Aprica (Italien).[12] Zu diesem Rennen hatte er mit Werner Grissmann eine Wette um fünf Flaschen Champagner abgeschlossen, dass dieser mindestens zehn Sekunden vor Hohenlohe bliebe. Grissmann verlor, da er nur knapp neun Sekunden vorne lag.[13] Für Mexiko durfte er nur starten, weil er in Mexiko geboren ist[3][9] bzw. weil er im gleichen Jahr seines ersten Rennens den mexikanischen Skiverband gegründet hatte.[1] Er erzielte mehrmals Weltcuppunkte und kam fünfmal in die Top 10 in der Kombination. Seit 1982 nahm er mit Unterbrechungen an den Ski-Weltmeisterschaften teil und hält daher auch mehrere Rekorde in diesem Zusammenhang.

Hohenlohe war zunächst bis 1988 aktiver Skirennläufer, dann widmete er sich mehr der Kunst. Ab 1992 nahm er wieder am Skigeschehen teil, bestritt allerdings zunächst immer weniger Weltcuprennen, von 1996 bis 2004 nahm er überhaupt nicht mehr an Weltcuprennen teil. In der Saison 2004/05 startete er in Adelboden, Wengen und Kitzbühel. 2006/07 war er aktiver, mit Teilnahmen auf der Reiteralm bei Schladming, in Adelboden, Wengen und Kitzbühel - als fast 48-jähriger. Bis auf den 54. und letzten Platz mit 25 Sekunden Rückstand auf der Reiteralm kann er jedoch kein Ergebnis vorweisen, da er entweder ausgeschieden war (Lauberhornabfahrt) oder sich nicht für den zweiten Lauf qualifizierte.

Im Alter von 51 Jahren nahm Hohenlohe als einziger Vertreter Mexikos und auch insgesamt als ältester Teilnehmer bei den Olympischen Winterspielen 2010 (Vancouver, Kanada) in den alpinen Skidisziplinen Riesenslalom und Slalom teil.[14] Im Riesenslalom startete er als 103. und belegte den 78. Platz. Er ließ damit die Vertreter Pakistans, San Marinos und Indiens sowie 22 Athleten, die ausschieden oder disqualifiziert wurden, hinter sich. Im Slalom (Platz 46) blieben die Teilnehmer aus Ghana und Albanien hinter Hohenlohe. Weitere 53 Teilnehmer schieden aus. Er war mehrmals mexikanischer Meister, zuletzt 2010 in Innerkrems (Kärnten) als einziger Vertreter seines Skiverbandes.[15] An den Olympischen Winterspielen 2014 war er wiederum der einzige Vertreter Mexikos.[16]

Seine bisher letzte Teilnahme war an der Weltmeisterschaft in Schladming 2013 als 54-jähriger, seine bis dato 15. Teilnahme an einer WM. Dies wird ihm einen aktualisierten Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde einbringen.[17] Bei Olympischen Spielen vertrat er Mexiko 1984 in Sarajevo, 1988 in Calgary, 1992 in Albertville, 1994 in Lillehammer und 2010 in Vancouver.

Sein bestes Weltcupergebnis war ein 5. Platz in der Kombination von Madonna di Campiglio 1982, bei der allerdings nur fünf Läufer in die Wertung kamen. Hohenlohe, der bei Weltcuprennen gewöhnlich Letzter wird, schaffte in der Kombination von Wengen 2005 ausnahmsweise den vorletzten Platz. Seine besten WM-Ergebnisse waren zwei 26. Plätze in den Slaloms von Bormio 1985[18] und Vail 1989.[19]

Hohenlohe gilt im Skisport als Exot, da er sämtliche Rennen für den mexikanischen Skiverband bestreitet und seit geraumer Zeit nur noch in Trikots bekannter Fußballklubs bei Weltmeisterschaften an den Start geht. Bei den Olympischen Spielen 2006 in Turin wollte er erneut teilnehmen, doch erhielt er eine Absage vom Mexikanischen Olympischen Komitee, da er der einzige teilnehmende Mexikaner gewesen wäre, nachdem die wenigen anderen allesamt, unter anderem durch Verletzungen, verhindert waren. In der ARD-Show „Olympia mit Waldi & Harry“, in der er zu Gast war, präsentierte Hohenlohe sein Olympiadress, mit dem er in der Abfahrt an den Start gegangen wäre. Darauf war die typische Kleidung eines Desperados aufgezeichnet, inklusive Revolver. Bei den Olympischen Winterspielen 2014 trug er wieder einen auffälligen Olympiadress, schied aber nach 54 Sekunden aus.[20]

Musiker[Bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben
Spiegelbilder
  AT 60 05.05.2002 (2 Wo.)
Singles
Hollywood
  AT 28 09.05.2004 (3 Wo.)

Hohenlohe begann seine Karriere als Musiker Mitte der 1980er Jahre. Bei der Verleihung der Goldenen Schallplatte für Junge Roemer lernte er Falco kennen, mit dem er dessen Song America erarbeitete. 1987 produzierte mit dem Schweizer Elektropop-Duo Yello ihr von Shirley Bassey gesungenes Werk The Rhythm Devine. 1988 veröffentlichte Hohenlohe seine erste CD, Rio-Vienna. Weitere Alben sind Busy going nowhere (1994), Spiegelbilder (2002) und Enter my universe (2005).

Für den Musiker Falco schrieb er einen Song.[4]

Fotograf[Bearbeiten]

2001 initiierte von Hohenlohe eine Fotoreihe namens Ira Valencia, in der er nicht nur die zentrale Figur darstellte, sondern auch Regisseur war. Er wurde durch die Künstlerin Irene Da Punt entdeckt, die seine Fotografien auf dem CD-Cover seines Albums Spiegelbilder sah. Eine Reihe von Ausstellungen folgten: Barcelona (2002), Marbella (2003), Bratislava (2004), Pisa (2004), Bologna (2004), Hamburg (2005), Wien (2005), Paris (2006), Hamburg (2006) und das Byzantine Museum in Athen (2007). Es folgten Verträge für Werbeaufnahmen, beispielsweise für Palmers und Puma. Kürzlich wurde Hubertus von Hohenlohe von Sir Rocco Forte beauftragt, eine Fotoserie über dessen Restaurant im legendären Brown’s Hotel in London zu schießen. Das zentrale Thema seiner Fotografien ist sein eigenes kosmopolitisches Leben.

Hubertus von Hohenlohe ist nach einigen Jahren wieder zurück in Marbella (Spanien), seiner zweiten Heimat, und stellte im Houses of Art im Marbella Club Hotel aus. In der Ausstellung Urban Jungles, die vom 16. Juli bis 20. August 2009 zu sehen war, zeigte er Fotografien aus den unterschiedlichsten Städten der Welt.

Werke[Bearbeiten]

Film[Bearbeiten]

  • Christian Paulick: „Hubertus von Hohenlohe - höchstpersönlich!“ Radio Bremen 2005, Erstausstrahlung ARD am 10. Juni 2005. (Pressemitteilung zum Film auf der Website von Radio Bremen.)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Reden wir über Geld: "Das Leben ist ein Spiel." Interview mit Hubertus von Hohenlohe. In: Süddeutsche Zeitung, 15. Jänner 2010. Abgerufen am 4. Juli 2011.
  2. a b c Christoph zu Hohenlohe: DER PRINZ & seine Reise in den Tod. In: Park Avenue, Ausgabe 10/2006. Abgerufen am 4. Juli 2011.
  3. a b c Who ist Hubertus von Hohenlohe, and why is he skiing for Mexiko? In: Time.com, 13. Februar 2010 (englisch). Abgerufen am 4. Juli 2011.
  4. a b Thomas Lelgemann: Ski-WM: Hubertus von Hohenlohe schreibt Ski Geschichte. In: Der Westen, 16. Februar 2011. Abgerufen am 4. Juli 2011.
  5. In der Sendung "Plasberg persönlich" vom 6. September 2013 sagte Hohenlohe, dass er die Österreichische Staatsbürgerschaft nicht besitzt.
  6. Ira von Fürstenberg: Die verhinderte Fürstin von Monaco. In: Stern, 18. April 2005. Abgerufen am 4. Juli 2011.
  7. Francisco R. Pignatari. Biografie. In: Glamour Girls Finder, ohne Datum. Abgerufen am 4. Juli 2011.
  8. Prince Alfonso Hohenlohe Plans His $1,000-a-Day 'Club Med for Millionaires. In: People.com magazine, 7. April 1980, Vol. 13, No. 14 (englisch). Abgerufen am 4. Juli 2011.
  9. a b Königlicher Luxus für Ski-Prinzen: Hubertus von Hohenlohe kennt keine Quali-Sorgen. In: News.at/APA, 31. Jänner 2005. Abgerufen am 4. Juli 2011.
  10. "Bei Stöckl" im ORF: Die Prinzen Hubertus und Karl Hohenlohe, Andrea Jonasson und Gaby Letzing. In: APA-OTS-Aussendung der ORF-Pressestelle, 20. April 2004. Abgerufen am 4. Juli 2011.
  11. Interview in Die Frühlingsshow, Teil 3, ZDF, am 28. April 2013
  12. Biography: VON HOHENLOHE Hubert. Eintrag auf der FIS-Website. Abgerufen am 4. Juli 2011.
  13. Der befriedigte Pistenprinz. In: Der Standard, 24. Februar 2010. Abgerufen am 4. Juli 2011.
  14. Olympia-Superlative: Hohenlohe ist der älteste Teilnehmer. In: Die Presse, 12. Februar 2010.
  15. Ergebnis des Super-G vom 25. Januar 2010.
  16. Sochi 2014: Olympic Team Mexico
  17. Der Adlige Hubertus von Hohenlohe. Ski-Prinz ab ins Guinness-Buch. In: Blick.ch, 3. Februar 2011. Abgerufen am 4. Juli 2011.
  18. Ergebnisliste Slalom WM 1985. In: List of the Alpine World Championships 1931-2005, 10. Februar 1985, Bormio. Abgerufen am 4. Juli 2011.
  19. Ergebnisliste Slalom WM 1989. In: List of the Alpine World Championships 1931-2005, 12. Februar 1989, Vail. Abgerufen am 4. Juli 2011.
  20. Ausfall in Sochi 2014: [1]

Weblinks[Bearbeiten]