Huchen

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Huchen
Donaulax.jpg

Huchen (Hucho hucho)

Systematik
Unterkohorte: Protacanthopterygii
Ordnung: Lachsartige (Salmoniformes)
Familie: Lachsfische (Salmonidae)
Unterfamilie: Salmoninae
Gattung: Hucho
Art: Huchen
Wissenschaftlicher Name
Hucho hucho
(Linnaeus, 1758)

Der Huchen (Hucho hucho), auch Donaulachs oder Rotfisch, aber auch ‚Donauzalm‘ genannt, besiedelt die Äschen- und Barbenregion von Flüssen, vor allem der Donau und vieler ihrer Nebenflüsse. Der Huchen ist auch ein Speisefisch, allerdings ist er selten und stark vom Aussterben bedroht. Aus diesem Grund wurde er 2012 vom Österreichischen Naturschutzbund zum Fisch des Jahres gekürt.

Aus Mittel- und Ostasien sind weitere Hucho-Arten beschrieben (Hucho taimen, Hucho ishikawae, Hucho bleekeri und Hucho perryi). Letztere Art, der Sachalin-Taimen oder Japanische Huchen, wird auch als Parahucho perryi in eine eigene, monotypische Gattung gestellt.[1]

Merkmale[Bearbeiten]

Im Durchschnitt wird dieser Fisch zwischen 110 und 130 cm lang bei einem Gewicht von 10–30 kg. Als schwerste jemals gefangene Huchen gelten Exemplare aus der Donau bei Tulln in Niederösterreich von 60 kg aus den 1890er Jahren. Einer der schwersten gefangenen Huchen der letzten Jahre hatte ein Gewicht von 35 kg bei 137 cm Länge (gefangen mit einem Huchenzopf in der Drau-Staustufe Kellerberg).

Der Huchen hat einen langgestreckten, im Querschnitt fast runden Körper. Auf dem rotbraunen Rücken befinden sich zahlreiche dunkle Flecken in der Form eines X oder eines Halbmondes.

Lebensweise[Bearbeiten]

Dieser größte ständig im Süßwasser lebende Lachsfisch laicht im April, wobei das Wasser dann eine Temperatur von 6–9 °C haben muss. Vor dem Laichen tritt der Huchen eine Wanderung gegen den Strom des Flusses an. Das Weibchen legt eine Grube im Kiesgrund des Flusses an, in die es dann die Eier ablaicht. Die Eizahl beträgt etwa 1000 Stück je kg Körpergewicht. 30–35 Tage nachdem das Männchen die Eier befruchtet hat, schlüpfen die Larven.

Kleinere Fische ernähren sich von Larven der Wasserinsekten oder von ins Wasser gefallenen Insekten, die größeren Exemplare sind Raubfische und jagen vor allem Fische, aber auch andere kleine Wirbeltiere, wie im Wasser schwimmende Mäuse oder Entenküken. Huchen halten sich vor allem in tiefen Gumpen auf.

Wirtschaftliche Bedeutung[Bearbeiten]

Bei den Huchen hat die Zucht eine große Bedeutung, da nur noch in sehr wenigen Gewässern die natürliche Vermehrung für den Arterhalt ausreichend ist. Dazu werden die Elterntiere kurz vor dem Laichen eingefangen, oder man hält sie in speziellen Becken. Wenn die Brut eine Größe von 4–10 cm erreicht hat, wird sie an geeigneten Stellen ausgesetzt.

Gefährdungssituation[Bearbeiten]

Die Weltnaturschutzunion IUCN stellt den Huchen in die Roten Liste gefährdeter Arten und bewertet ihn als stark gefährdet (Endangered).[2] Ursachen hierfür sind Uferverbauungen und -begradigungen, zunehmende Wasserverschmutzung, Staue, die die Laichplätze und Jungfischlebensräume zerstören, und Wehranlagen ohne Fischtreppen, welche dem Huchen den Weg zu seinen Laichplätzen versperren. Auch die Zerstörung der Laichplätze durch Kiesabbau in den Flussbetten setzt den Beständen arg zu.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Parahucho perryi bei ITIS. Abgerufen am 25. April 2013.
  2. Hucho hucho in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2009. Eingestellt von: Freyhof, J. & Kottelat, M., 2008. Abgerufen am 5. März 2010.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Huchen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Huchen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen